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Aus dem Spital
19.  Aug 2021

Wertvolle Aufgaben, die mit einem Lächeln belohnt werden

Im Auftrag eines Sozialeinsatzes der Kantonsschule Wiedikon ZH hat Katharina Grünert einige freiwillige Helferinnen und Helfer begleitet, die sich am Kantonsspital Graubünden ehrenamtlich engagieren und leidenschaftlich bei der Sache sind. Für den KSGR-Blog hat sie ihre Eindrücke festgehalten.

Die Arbeit mit Menschen hat mich schon immer fasziniert, vor allem im Gesundheitsbereich Von der Schule bekam ich den Auftrag, eine Woche im Sozialdienst "Im Dienst eines Mitmenschen" zu arbeiten. Der Grundgedanke besteht darin, den Sinn für Gemeinschaft und Kultur zu wecken und zu fördern. Über die Zusage, diesen Einsatz im Kantonsspital Graubünden (KSGR) zu absolvieren, war ich sehr glücklich.

Die Philosophie von IDEM
Der IDEM am Kantonsspital Graubünden unterteilt sich in verschiedene Aufgabenbereiche. Vom Begleiten der Neueintritte auf die Abteilungen, über die Orientierungshilfe sowie die tägliche Betreuung der stationären Patientinnen und Patienten – egal ob gross oder klein – sind die Aufgaben sehr vielseitig. Meist sind es kleine, auf den ersten Blick vermeintlich unnötige Aufgaben, die sich jedoch als sehr hilfreich und wertvoll erweisen. Viele der freiwilligen Helferinnen und Helfer sind pensioniert und verschaffen sich mit dieser Aufgabe Struktur im Alltag und Kontakt zu anderen Menschen. Sie arbeiten unentgeltlich, werden jedoch mit diversen Anlässen und Vergünstigungen "entschädigt". Damit möchte man den Freiwilligen danken und Wertschätzung für ihr wertvolles Engagement entgegenbringen.

Es ist als Aussenstehende sehr schön zu sehen, wie dieses Engagement von allen Mitarbeitenden des Spitals geschätzt wird, entweder mit einem lieben Gruss oder einfach einem kurzen Lächeln. Es ist eine so schöne Aufgabe, den Menschen etwas zurückzugeben und sie in nicht immer leichten Situationen zum Lächeln zu bringen oder ihnen etwas Sicherheit zu geben. Ich durfte verschiedene Gruppen begleiten und wurde von diesem positiven Tun angesteckt.

Die einzelnen IDEM-Bereiche mit ihren Aufgaben:

Gruppe Empfang
Für viele stationäre Patienten und Patientinnen ist die Einweisung ins Spital meist sehr belastend. Um ihnen auf ihrem Weg etwas Hilfe und Unterstützung zu geben, begleiten Freiwillige des IDEM aus der Gruppe Empfang die Patienten auf ihre Station. Auch ambulante Patientinnen und Patienten können von dieser Hilfe profitieren, wenn dies gewünscht wird. Der Dienst umfasst jeweils zwei Stunden-Schichten am Morgen, bei denen die Helferinnen und Helfer mit voller Begeisterung dabei sind. Auch mir bereiteten diese Aufgaben sehr viel Freude, da man die Patientinnen und Patienten mit einfachen Mitteln unterstützen kann.

Gruppe Orientierung
Die Helferinnen und Helfer der Gruppe Orientierung sind in der Eingangshalle vor den Liften anzutreffen. Ihre Aufgabe besteht zum grössten Teil darin, den Menschen den Weg zu ihrem Termin zu erklären und wenn gewünscht, sie dorthin zu begleiten. Ihre Begeisterung und Leidenschaft mit der freundlichen Art in Kombination zaubert den meisten Besuchern ein kleines Lächeln aufs Gesicht. Ihre Arbeitszeiten sind sowohl am Morgen als auch am Nachmittag, jeweils zweieinhalb Stunden. Während meinem Einsatz ist mir speziell aufgefallen, dass die Leute sehr dankbar für die IDEM-Unterstützung sind und dies auch spürbar zum Ausdruck bringen.

Gruppe Betreuung
Nicht jeder Patient oder jede Patientin bekommt die Möglichkeit, Besuch zu empfangen. Sei es, weil es keine Angehörigen mehr gibt oder weil diese zu weit weg wohnen. Um den Leuten dennoch eine kleine Freude zu bereiten, stehen Personen des IDEM aus der Gruppe Betreuung sowohl am Hauptstandort als auch im Kreuzspital zur Verfügung. Sie besuchen Menschen, bei denen dem Pflegepersonal auffällt, dass ihnen etwas Gesellschaft guttun würde und plaudern mit ihnen, wenn die Patientinnen und Patienten dies auch möchten. Es ist nicht jedermanns Sache mit einer fremden Person sein Leben zu erzählen, was aber auch von allen verstanden und akzeptiert wird. Die Besuchten sind oft froh über etwas Ablenkung und strahlen äusserste Dankbarkeit aus.

Die mentale Stärke der Freiwilligen finde ich bewundernswert, da die Geschichten der Pflegebedürftigen sie zwar teilweise weiter beschäftigen, sie diese jedoch niemals so stark mitnehmen oder sich davon beeinflussen lassen. Ich habe hier für mich gemerkt, dass ich den Kontakt zu den Menschen zwar wirklich schätze, mir diese Gespräche jedoch meist zu persönlich sind oder manchmal zu nahegehen.

Gruppe Fidelia
Auch für die kleinen stationären Patienten gibt es von Seiten IDEM ein Betreuungsangebot: die Gruppe Fidelia. Hierbei besuchen Freiwillige einmal in der Woche junge Patientinnen und Patienten und betreuen diese. Ob Bücher lesen, Spiele spielen oder etwas malen, es findet sich immer eine Beschäftigung. Ich konnte diese Gruppe leider selber nicht besuchen, da zu diesem Zeitpunkt keine Kinder vor Ort waren, die dieses Angebot in Anspruch nehmen wollten.

Gruppe Sonntagsgottesdienst
Ebenso hatte ich leider keinen Einblick in die Gruppe Begleitung Sonntagsgottes-Dienst, welche die Patientinnen und Patienten betreffend Besuch eines Gottesdienstes unterstützen.

Sehr viel Freude und lehrreiche Erkenntnisse
Abschliessend kann ich sagen, dass jeder Aufgabenbereich für sich sehr wertvoll und unterstützend ist. Es erleichtert den meisten Personen den Spitalalltag und ist gleichzeitig eine Aufgabe für Personen, die anderen etwas zurückgeben möchten. Sie werden nicht öffentlich gefeiert, sondern bekommen ihren Dank anhand kleiner Freuden.

Mir hat der Einsatz im Kantonsspital sehr viel Freude und lehrreiche Erkenntnisse gebracht. Den Grundsatz, dass man alles, was man von sich an andere weitergibt, irgendwann selbst zurückbekommt, habe ich eindrücklich gespürt. Ich werde vermehrt versuchen, allen Mitmenschen positiv eingestellt zu begegnen. Am direkten Kontakt mit Menschen merkt man erst wieder, wie beeinflussend ein gutes Umfeld sein kann. All die lieben Menschen, die ich kennenlernen durfte, haben ihre persönlichen Gründe, sich bei IDEM zu engagieren. Ich bin dankbar, diese Erfahrungen erleben zu dürfen und würde sie jedem weiterempfehlen, der gerne im Kontakt mit anderen Menschen arbeitet.

3 Kommentare
19.  Aug 2021

Marco Passini

Hallo Katharina
Dankeschön für Deine positiven Eindrücke die Du hier wiedergibst. Du hast unsere Tätigkeit treffend beschrieben. Ich mache diese Arbeit sehr gerne. Ein Lächeln zu bekommen ist der grösste Lohn. Dir alles Gute. Marco

19.  Aug 2021

Monica von Toggenburg

Liebe Katharina
Ein grosses Dankeschön für deinen sinnvollen Einsatz! Wir freuen uns, wenn es dir bei uns gefallen hat und du wertvolle Eindrücke sammeln konntest. Herzliche Grüsse, Monica Toggenburg

20.  Aug 2021

Simone Dietrich

Bezüglich der Sonntagsgruppe, kann ich sagen, es ist eine coole Truppe, welche am Sa auf den Stationen durchgeht und nachfragt ob für nun nur noch den 1. (Kath) oder 3. (Ref) Sonntag, Patienten begleitet werden möchten. Früher war die Kapelle im Haus A, wo auch Betten hineinpassten. Seit Okt 20 ist sie max einen Viertel so gross im C12, bei der Terrasse zu finden. Die Gruppe holt und bringt die Patienten zurück und bereichert mit dem Dasein auch den Gottesdienst. Ich als Flötistin, freue mich immer, die Sonntagsgruppe zu sehen, die Begleitung findet nur am Hauptstandort statt.
Dir Katharina, viel Erfolg weiterhin

Musikalische Grüsse Simone

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