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Gesundheit
12.  Sep 2019

Nationale und internationale Experten am KSGR: Weiterbildung für HNO-Spezialisten

Ein Raum voller Hals-Nasen-Ohrenärzte, die eigenartige Brillen tragen – was nach Science-Fiction aussieht, ist eine neue 3D-Lehrmethode für chirurgische Eingriffe. Diese und weitere spannende Themen wurden Ende August von Spezialisten aus den Fachbereichen Rhinologie und Otologie am «Internationalen HNO-Symposium» vorgestellt. Das HNO-Symposium ist eine Weiterbildungsveranstaltung des Weiterbildungsverbunds des Unispitals Zürich und der Kantonsspitäler Luzern, St. Gallen und Graubünden.

Internationales HNO Symposium

Gespannt folgend die Anwesenden der 3D-Präsentation einer Operation.

Jedes Jahr treffen sich die Hals-Nasen-Ohrenärzte der vier Spitäler sowie zahlreiche niedergelassene Kollegen zu einem Weiterbildungssymposium. Dieses Jahr war das Kantonsspital Graubünden (KSGR) Gastgeber des Symposiums und durfte unter der Leitung von PD Dr. Yves Brand ein spannendes Programm mit nationalen und internationalen Experten vorzeigen.

Neue Operationstechniken erfordern neue Lehrmethoden
Seit Mitte der 90er-Jahre gibt es einen Trend hin zu endoskopischen Operationen im Bereich der Schädelbasis. Dies sind Operationen, die ohne Schnitte im Gesicht auskommen. Operiert wird mit speziellen Instrumenten und mit Hilfe eines Videobildes. In der Rhinologie, dem Teilgebiet der Medizin, das sich mit der Nase befasst, sind solche Eingriffe relativ neu. Vorteile gibt es viele, unter anderem weniger Komplikationen und schnellere Genesung. Diese Operationen erfordern aber sehr viel Training, denn hervorragende anatomische Kenntnisse sind zentral für deren Erfolg. Dr. Revadi Govindaraju, Spezialistin für Rhinologie am Universitätsspital Malaya in Kuala Lumpur, stellte vor diesem Hintergrund eine neue auf 3D-basierende Lehrmethode vor.

3D-Modelle einer Operation
Im Rahmen ihrer Forschung hat Frau Dr. Govindaraju eine 3D-Bildgebung für eine Schädelbasisoperation erarbeitet. Im Rahmen der Präsentation hiess es für die anwesenden Chirurginnen und Chirurgen: Brillen aufsetzen! Der Unterschied wurde schnell deutlich. Die 3D-Bilder ermöglichen es, Details besser zu erkennen und geben eine bessere Idee von der Struktur der abgebildeten Knochen und Organe. Was für den Laien wie ein ästhetisches Bild in beigen Tönen mit einigen bläulichen und rötlichen Highlights aussieht, ist für die Chirurgen eine Landkarte, um zu lernen, wie man zur zu operierenden Stelle gelangt.

PD Dr. med. Yves Brand eröffnet das HNO-Symposium

PD Dr. med. Yves Brand eröffnet das HNO-Symposium

Von der Lehre zur Anwendung
Prof. Dr. Narayanan Prepageran, Professor an der Universität Malaya und Experte im Bereich der endoskopischen Schädelbasischirurgie, liess die Zuhörerinnen und Zuhörer gerne an seiner Expertise teilhaben. Mit Hilfe von Videoaufnahmen führte er durch seine Operationen; die Entfernung eines Projektils einer Schussverletzung, das zwischen den Augen in den Schädel eingedrungen ist, eine Operation als Folge einer Hirnhautentzündung und die Entfernung von Tumoren. Bei all diesen Operationen kam er ohne Schnitte im Gesicht aus, da diese mit einem Endoskop durch die Nasenlöcher durchgeführt wurden. So auch die Entfernung eines circa neun Zentimeter langen Tumors, deren Präsentation im ganzen Saal ein ungläubiges Raunen auslöste. Als Prof. Dr. Prepageran gegen Ende seines Vortrages fragte, ob die Zuschauer noch weitere Operationen sehen möchten, erhielt er einstimmiges Nicken – klares Zeichen für einen fesselnden Vortrag.

Neue Behandlung für altes Problem
Nach einer kurzen Pause und der Gelegenheit spannender Konversationen, stellte Prof. Dr. Daniel Bodmer, Chefarzt am Universitätsspital Basel, neue Entwicklungen im Bereich der Schwerhörigkeit vor. Bis jetzt gibt es nichts, dass Schwerhörigkeit heilen könnte. Als Behandlung stehen Hörgeräte und Implantate zur Verfügung, die aber nichts an der Schwerhörigkeit ändern. Aktuell wird Forschung von medizinischer wie auch von pharmazeutischer Seite betrieben. Dabei werden zwei verschiedene Medikamente entwickelt. Das eine beugt Schädigungen des Gehörs vor. Das andere begünstigt die Regeneration nach einer Schädigung des Gehörs. Es ist zu erwarten, dass das Medikament zur Vorbeugung schneller auf den Markt kommen wird.

Wenn doch etwas schief geht
In seinem zweiten Vortrag ging Prof. Dr. Prepageran darauf ein, was zu tun ist, falls bei einer endoskopischen Operation etwas nicht nach Plan verläuft. Bei Operationen kann es zu Komplikationen und Blutungen kommen. Oft werden diese durch Tumore respektive Infektionen verursacht. Er teilte mit den Anwesenden seine Techniken, um diese zu vermeiden oder – sollten sie auftreten – damit umzugehen. «Solche Veranstaltungen sind wichtig, denn sie ermöglichen es uns, voneinander zu lernen», betonte Prof. Dr. Prepageran. Ganz in diesem Sinne konnten Teilnehmer, Referenten und Organisatoren auf ein erfolgreiches und vor allem lehrreiches Internationales HNO-Symposium am KSGR zurückblicken.

Weitere Informationen zur Hals-Nasen-Ohren-Klinik finden Sie unter www.ksgr.ch/hno.

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Ansprechpartner

PD Dr. med. 
Yves Brand

Chefarzt, Facharzt FMH für Otorhinolaryngologie, Schwerpunkttitel FMH für Hals- und Gesichtschirurgie

Tel.+41 81 256 66 05

Fax.+41 81 256 65 89

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