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Gesundheit
09.  Okt 2017

Mit interdisziplinärem Ärzteteam im Kampf gegen Brustkrebs

Brustkrebs ist in der Schweiz die häufigste Krebskrankheit bei Frauen. Jährlich erkranken über 5‘000 Frauen daran. Im Kantonsspital Graubünden (KSGR) steht Patientinnen im Kampf gegen den Brustkrebs ein interdisziplinäres Fachteam zur Seite.

Je früher Brustkrebs entdeckt und behandelt wird, desto besser sind die Überlebenschancen. Im Rahmen des kantonalen Mammographie-Screening-Programmes «Donna» beteiligt sich das Kantonsspital Graubünden (KSGR) an der Brustkrebsfrüherkennung für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren. Im Falle eines Befundes, der weiterer Abklärungen bedarf, erfolgt die interdisziplinäre Beurteilung. Als weiterführende Untersuchungen stehen neben der Mammographie die Tomographie und der Ultraschall zur Verfügung – in speziellen Fällen auch die Magnetresonanztomographie (MRI). Zur Diagnosesicherung erfolgt jeweils eine Gewebsprobeentnahme.

Auf einander abgestimmte Schritte

Team Brustzentrum

Das spezialisierte Kernteam des Brustzentrums besteht aus sieben Fachbereichen.

Die Behandlung von Brustkrebs erfordert ein ganzheitliches Vorgehen, in dem die einzelnen Schritte sorgfältig aufeinander abgestimmt und für jede Patientin individuell festgelegt werden. Neben der Operation sind die Strahlentherapie sowie die medikamentöse Therapie die Grundpfeiler der Behandlung. An einem wöchentlichen Rapport mit allen Spezialisten des KSGR wird jede Brustkrebspatientin besprochen und ein individueller Therapievorschlag erarbeitet. Die Empfehlungen dieses Tumorboards werden im Anschluss mit der Patientin in einem persönlichen und ausführlichen Gespräch diskutiert. So können auch Patientenwünsche gut berücksichtigt werden.

Brustentfernung oft nicht mehr nötig

Die heutigen Operationsmethoden erlauben ein sehr spezialisiertes Vorgehen. Eine Brustentfernung ist in vielen Fällen nicht mehr notwendig. In die Operationsplanung miteingebunden sind jeweils auch die plastischen Chirurgen. Insbesondere wenn ein Brust-Aufbau geplant ist. Im Rahmen der Behandlung erfolgt immer auch eine Beurteilung der Achsellymphknoten. Wurden diese früher bei Brustkrebs immer alle entfernt, geschieht dies heute nur noch bei starkem Befall. Erscheinen sie vor der Operation als nicht befallen, wird lediglich der Wächterlymphknoten entfernt. Dadurch können Nebenwirkungen wie eine Armschwellung, Schmerzen und Einschränkung der Schulterbeweglichkeit meist verhindert werden, ohne Beeinträchtigung der Behandlungssicherheit. Für diese Massnahme ist eine Einfärbung dieser Lymphknoten mit einem speziellen Kontrastmittel notwendig. Diese Technik kann in Graubünden lediglich das KSGR anbieten.

Bedeutende Fortschritte in der Strahlentherapie

Die moderne Strahlentherapie bei Brustkrebs ist eine sehr präzise Behandlung. Mit der Entwicklung von gewebeschonenden Therapieformen wie der intensitäts-modulierten oder der atemgesteuerten Radiotherapie hat die Strahlentherapie bedeutende Fortschritte gemacht. Im Gegensatz zu früher wird heutzutage die Strahlentherapie der jeweiligen Krankheitssituation der Patientin angepasst. Die Länge der Bestrahlung (eine bis sechs Wochen) und die Dosis, die notwendig ist, um die maximale Tumorkontrolle zu erreichen, werden bestimmt durch die Eigenschaften des zu behandelnden Tumors.

Für jede betroffene Frau gibt es eine individuelle Behandlung

Die medikamentöse Therapie ist abhängig von Tumorgrösse, dem Befall der Lymphknoten sowie von Wachstumsmerkmalen der Tumorzellen. Ausserdem spielen Patientenfaktoren wie Alter, Nebenerkrankungen und allfällige Patientenwünsche eine wichtige Rolle. Das Spektrum der medikamentösen Möglichkeiten umfasst die antihormonelle Behandlung, die Chemo- sowie die Immuntherapie. Welche dieser Behandlungen zum Einsatz kommt, ist abhängig von den erwähnten Faktoren und wird individuell festgelegt. Die Zeiten sind vorbei, als jede Frau mit Brustkrebs die gleiche Chemotherapie bekam.

Multidisziplinäres Fachteam

Die kompetente Behandlung und Beratung von Brustkrebspatientinnen ist eine multidisziplinäre Herausforderung und bedarf einer guten Miteinbindung aller Fachspezialisten. Die Patientinnen werden während der Diagnose, der Therapie und Nachsorge zusätzlich durch eine spezialisierte Pflege (Breast Care Nurse) betreut. Daneben stehen weitere Dienste wie Physiotherapie, Sozialdienst, Psychoonkologie und bei Bedarf auch eine genetische Beratung zur Verfügung.


Weitere Informationen:

Informationen zum Brustzentrum finden Sie auf unserer Webseite: www.ksgr.ch/brustzentrum.

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Ansprechpartner

Dr. med. 
Peter Martin Fehr

Chefarzt Gynäkologie und Departementsleiter Frauenklinik, Mitglied der Geschäftsleitung KSGR

Tel.+41 81 254 81 28

Fax.+41 81 254 81 30

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