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Gesundheit
05.  Apr 2017

Diabetes mellitus: Wenn Zucker einen bitteren Beigeschmack hat

Lebensmittel, Ernährung, Diabetes

Eine ausgewogene Ernährung ist für Diabetes-Patienten sehr wichtig.

Diabetes mellitus, im Volksmund auch «Zuckerkrankheit» genannt, betrifft Schätzungen zufolge 500’000 Schweizerinnen und Schweizer. Die chronische Stoffwechselerkrankung kann im Wesentlichen in zwei Formen auftreten: Diabetes Typ 1 und Typ 2. Beide Formen haben dasselbe Grundprinzip jedoch unterschiedliche Ursachen. Je früher die Krankheit erkannt wird, desto besser kann sie behandelt werden. Entsprechend wichtig ist der Dialog mit dem Vertrauensarzt.

Das Hormon Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gebildet und ist dafür verantwortlich, dass der Zucker (Glukose) vom Blut in die Körperzellen übergeben wird. Ist die körpereigene Insulin-Produktion gestört, sammelt sich der Zucker im Blut: Der Blutzuckerspiegel steigt. Der über Nahrung aufgenommene Zucker wird in den Körperzellen zu lebenswichtiger Energie umgewandelt. Kommt der Zucker aber gar nicht erst in den Körperzellen an, sondern bleibt im Blut, kann er im Körper Folgeerkrankungen verursachen. Zu den Spätfolgen von Diabetes gehört die nachhaltige Schädigung von Augen, Nieren und Nerven. Oder, um das Kind beim Namen zu nennen: Herzinfarkt, Schlaganfall, Durchblutungsstörungen, Veränderungen der Netzhaut, Störungen der Nierenfunktionen oder Erektionsstörungen.

Früherkennung durch Dialog

Wird Diabetes frühzeitig erkannt und richtig behandelt, können die Folgeschäden vermieden, respektive hinausgezögert werden. Zur Behandlung gehören unter anderem die regelmässige Kontrolle des Blutzuckerspiegels und eine Umstellung der Lebens- sowie Ernährungsgewohnheiten.

Das Kantonsspital Graubünden bietet das ganze Spektrum der diabetologischen Betreuung. Ärzte arbeiten dabei eng mit Ernährungstherapeutinnen und -therapeuten sowie den DiabetesberaterInnen zusammen. In Ergänzung zu den Diabetologen vermitteln diese das notwendige praktische Wissen, das das Leben mit der Zuckerkrankheit erleichtert. Patientinnen und Patienten erlernen den Gebrauch von technischen Hilfsmitteln wie Injektionsgeräten und Messinstrumenten und erfahren detailliert, wie Nahrung zusammengesetzt ist. Betroffene sollten wissen, was ihren Zuckerspiegel erhöht und wie sie ihn senken können. Sie müssen lernen, sich selbst zu behandeln. Die Abteilung Endokrinologie und Diabetologie steht Ihnen dabei mit dem notwendigen Wissen zur Seite.

Alle Patientinnen und Patienten mit Typ 1 Diabetes – und viele, die unter Typ 2 Diabetes leiden – werden mit Insulin behandelt. Insulin wird mit Hilfe von Pens und Pumpen verabreicht. Am Kantonsspital Graubünden werden mehr als 80 Patientinnen und Patienten mit Insulinpumpen betreut. In den letzten Jahren sind Geräte auf den Markt gekommen, die den Zucker im Gewebe kontinuierlich messen können. In Chur bieten wir die neusten in der Schweiz verfügbaren Systeme an.

Unterschiede zwischen Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2

Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung, die häufig schon im Kindes- oder Jungendalter auftritt. Hierbei zerstört das körpereigene Immunsystem die Zellen, die für die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse verantwortlich sind. Das Kantonsspital Graubünden in Chur verfügt mit der Transitionssprechstunde über ein besonderes Angebot: Die Behandlung wird bei jungen Patientinnen und Patienten durch Kinderärzte (Pädiater) begonnen. In der Transitionssprechstunde werden die Kinder gemeinsam von Kinder- und Erwachsenendiabetologen begrüsst und letzteren zur weiteren Betreuung anvertraut. Bisher besteht noch keine Heilungsmöglichkeit für Diabetes Typ 1. Mit Insulin und einer angepassten Lebensweise kann viel für das Wohlergehen der Betroffenen getan werden.

Diabetes Typ 2 wird durch Erbfaktoren, Übergewicht und Bewegungsmangel begünstigt und entsteht im Regelfall ab dem 40sten Lebensjahr. Eine ausgewogene Ernährung und Sport können dem Diabetes Typ 2 vorbeugen.

Der Dialog ist wichtig

Besteht der Verdacht auf Endometriose, ist es wichtig, dass Betroffene den Dialog suchen und auch finden können. Unter Freundinnen, aber vor allem auch mit Gynäkologen oder Spezialisten. Die Symptome müssen erkannt und gemeinsam muss geklärt werden, welche Massnahmen in Frage kommen und welche nicht. Der Wunsch nach Schmerzbekämpfung und der Kinderwunsch spielen dabei die zentralen Rollen. Steht der Schmerz im Vordergrund und ist die Familienplanung abgeschlossen, können sämtliche Endometrioseherde entfernt werden. Wünscht sich die Patientin Kinder, müssen Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke geschont werden.

Endokrinologie

Die Endokrinologie ist eine Spitalabteilung, die Störungen des Hormonhaushaltes und des Stoffwechsels behandelt – unter anderem Diabetes mellitus. Die Endokrinologie umfasst eine grosse Zahl von Krankheiten. Zahlenmässig am häufigsten sind Patientinnen und Patienten mit Schilddrüsenproblemen, die oft die Zusammenarbeit mit Nuklearmedizinern oder chirurgisch tätigen Kollegen erfordert. Ein kleines Teilgebiet sind Hypophysenerkrankungen: Diese Patientinnen und Patienten brauchen nicht selten langjährige Betreuung, zum Beispiel in der Nachsorge nach Hypophysenoperationen (die seit Oktober 2016 auch am Kantonsspital Graubünden in Chur angeboten und durchgeführt werden).

Immer wichtiger wird die Andrologie, die Lehre der «Männererkrankungen». Für den Endokrinologen geht es dabei vor allem darum, ob und wie das wichtigste männliche Geschlechtshormon Testosteron eingesetzt werden soll. Gynäkologische Endokrinologie, die Lehre der weiblichen Geschlechtshormone, wird als separates Teilgebiet an der Frauenklinik Fontana des Kantonsspitals Graubündens angeboten.


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Ansprechpartner

Dr. med. 
Niklaus Kamber

Leitender Arzt Endokrinologie/Diabetologie

Tel.+41 81 256 63 63

Fax.+41 81 256 63 79

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