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Aus dem Spital
14.  Mrz 2019

Zwischen Schlaf und Wachsein – nachdem die Operation überstanden ist

Die meisten Patientinnen und Patienten, die im Kantonsspitals Graubünden (KSGR) operiert wurden, haben ihn schon gesehen, werden sich aber wohl nur verschwommen daran erinnern – die Rede ist vom Aufwachraum. Wie es der Name erahnen lässt, werden operierte Patientinnen und Patienten nach einer Voll- oder Teilnarkose in den Aufwachraum gebracht, um dort langsam zu erwachen. Das Aufwachraumteam kümmert sich rund um die Uhr um die «Aufwachenden». Andrea Schlegel-Müller, Teamleiterin Aufwachräume, und Manuela Crameri-Caluori, Pflegefachfrau IMC / Pain Nurse im Aufwachraum, geben einen Einblick in ihren ganz und gar nicht schläfrigen Arbeitsalltag in den Aufwachräumen an den drei Standorten des Kantonsspitals.

Überwachung im Aufwachsaal

Die Patientinnen und Patienten im Aufwachsaal werden stets überwacht.

Nach einer Operation kommen die meisten erst einmal in den Aufwachraum, wo das Anästhesiepersonal die Patientinnen und Patienten in die Obhut des Personals des Aufwachraums übergibt. Diese stellen während der ersten Stunden nach der Operation eine engmaschige Überwachung gemäss Verordnung des Anästhesiearztes sicher. Dabei werden Kreislauf, Atmung, allfällige Schmerzen und Übelkeit in relativ kurzen Abständen kontrolliert. Die Patienten befinden sich je nach Operation in unterschiedlichen Zuständen; das Spektrum reicht von sehr schläfrig bis bereits wach.

Vielseitiger Arbeitsalltag
Der Arbeitsalltag des Pflegefachpersonals mit mindestens einer Zusatzausbildung in «Intermediate Care» ist mitunter stressig. Einerseits betreuen sie die Patienten an den Betten und haben dabei auch das Operationsprogramm im Blick, um zu wissen, wann die nächsten Patienten ankommen.

Medikation im Aufwachsaal

Auc h die Medikation von Patientinnen und Patienten gehört zu den Aufgaben im Aufwachsaal.

Andererseits betreut das Aufwachraumteam häufig Intensivpflegepatienten oder übernimmt Patienten nach Herzkatheter-Untersuchungen, wenn die Intensivstation voll besetzt ist. Sie unterstützen zudem täglich die Abteilungen, wenn Venenverweilkatheter gelegt, oder Blut abgenommen werden muss. Eine weitere Aufgabe für einen Teil des Aufwachraumteams ist der Schmerzdienst im KSGR. Jeden Tag visitiert ein Teammitglied die Patientinnen und Patienten mit spezieller Schmerztherapie, um für eine optimale Medikation zu sorgen. Dieser Dienst stellt eine Entlastung für die Ärzte sowie für die Stationen dar und wird auch von den Patienten sehr geschätzt.

Ein fordernder und teilweise hektischer Arbeitsplatz
Der Reiz der Arbeit im Aufwachraum liegt im breiten Spektrum an Aufgaben. Da sind sich Andrea Schlegel-Müller und Manuela Crameri-Caluori einig.

Schlegel und Crameri Aufwachsaal

Die Leiterin Aufwachsaal, Andrea Schlegel-Müller (links) und  Manuela Crameri-Caluori,
Pflegefachfrag IMC / Pain Nurse im Aufwachsaal geben einen Einblick in ihren Arbeitsalltag.

Im Vergleich zur Arbeit auf der Station drehen sich die Aufgaben weniger um Pflege, als um technische Aspekte und das Wissen zu Medikamenten und deren Wirkung. Die Arbeit verlangt vom Team Flexibilität, Belastbarkeit und die Fähigkeit in Notsituationen schnell abwägen und reagieren zu können. «Das ist bestimmt nicht jedermanns Sache», sagt Crameri-Caluori, die seit 22 Jahren dabei ist.

Die Zeiten ändern sich
Mit den Entwicklungen im Spitalwesen hat sich auch die Arbeit im Aufwachraum in den vergangenen Jahren stark verändert. Es werden viel mehr Operationen durchgeführt. Dies führt natürlich zu mehr Arbeit im Aufwachraum, auch wenn die einzelnen Patientinnen und Patienten weniger Zeit dort verbringen. Der kürzere Aufenthalt im Aufwachraum lässt sich durch verbesserte Narkosen und weniger invasive Operationsmethoden erklären.

Der Aufenthalt im Aufwachsaal wurde auch aufgrund der medizinischen Entwicklung
kürzer.

Manuela Crameri-Caluori erzählt: «Früher war es Patientinnen und Patienten oft sehr übel von den Narkosegasen und viele hatten starke Schmerzen, beispielsweise aufgrund häufiger vorkommenden Operationen am offenen Brustkorb. Heute geht es Patienten im Schnitt viel besser direkt nach der Operation. Sie können daher früher auf die Station verlegt werden.» Für das Aufwachraumteam hat die zusätzliche Arbeit zu der Einführung eines Schichtdienstes geführt.

Andrea Schlegel-Müller spricht einen weiteren Umstand an, der sich im Laufe der Zeit geändert hat: «Heute haben wir auch viel mehr Kinder im Aufwachraum, besonders aufgrund zusätzlicher Operationen in der Kinderorthopädie». Dies bringt neue Herausforderungen mit sich. Zum einen logistische, denn jedes Kind darf von einem Elternteil im Aufwachraum besucht werden, während übrige Patienten keinen Besuch empfangen dürfen. Zum anderen reagieren Kinder anders und vor allem viel sensibler auf Medikamente, was bei der Verabreichung von Schmerzmitteln sorgfältig bedacht werden muss.

All diesen Neuerungen wird im Aufwachraum durch Weiterbildungen, viel Flexibilität und Engagement begegnet. Damit wird den Patientinnen und Patienten auch zukünftig ein sicheres und möglichst schmerzfreies Aufwachen ermöglicht.

Weitere Informationen zum Aufwachsaal oder Aufwachraum finden Sie unter www.ksgr.ch/aufwachraum

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Andrea Schlegel-Müller
Ansprechpartner

Andrea Schlegel-Müller

Teamleiterin Aufwachsaal

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