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Aus dem Spital
12.  Dez 2019

Wenn Kreativität heilen hilft

Der Spitalalltag kann belastend sein. Besonders für Kinder können die Tage im Bett langweilig sein. Am Kantonsspital Graubünden (KSGR) gibt es verschiedene Angebote, um den jungen Patientinnen und Patienten den Aufenthalt zu erleichtern. Eines davon ist die Kunsttherapie. Ein spielerischer Weg, den Kindern die Möglichkeit zu geben, ihre Emotionen künstlerisch auszudrücken und den Spitalaufenthalt kurzweiliger zu gestalten.

Art-Therapie am KSGR

Seit 2012 wird am KSGR jeweils am Mittwoch Kunst- und Musiktherapie angeboten. Dieses Angebot wird finanziert von der Stiftung «Art-Therapie». Die in Genf ansässige Stiftung unterstützt diese Therapieform für Kinder und Jugendliche in Schweizer Spitälern. Kunst- und Musiktherapie umfasst ein breites Spektrum von Aktivitäten. Sie reichen von Malen über Plastizieren bis hin zu Gesang und dem Spielen einfacher Instrumente.

Positive Wirkung kreativer Betätigung
Die Kunsttherapie bietet den Patienten eine neue Möglichkeit, sich auszudrücken und so mit Schmerzen und Schwierigkeiten besser umzugehen. «Über das künstlerische 'Tätigsein', können sich die Patientinnen und Patienten wieder als handelnde Menschen erfahren. Das bildet einen Gegenpol zur Ohnmacht gegenüber der Krankheit. Die Kunsttherapie bietet eine Möglichkeit, Erlebtes zu verarbeiten», beschreibt Pascale Rime, Intermediale Kunsttherapeutin MAS am KSGR, den Effekt der Therapie. Die Therapie zeigt Wirkung: die kleinen Patienten werden ruhiger, die Stimmung besser. Sie kann aber auch zur Aktivität anregen und den Kindern Kraft und Ansporn geben, sich trotz Krankheit zu betätigen.

Art-Therapie am KSGR

Therapie ohne Bedingungen
Die Kunsttherapie eignet sich für alle Altersgruppen – schon Neugeborene können mit Hilfe der Musiktherapie stimuliert werden. Und auch wenn die Patientinnen älter werden, stellt die Kunsttherapie keine Anforderungen bezüglich des Könnens an die Patienten. Es braucht kein Talent und keine Vorkenntnisse, denn im Zentrum steht nicht das Herstellen eines Kunstwerks, sondern der Prozess des «Kreativ-Seins» an sich. Rime betont: «Voraussetzung für die Therapie ist einzig, sich darauf einzulassen. Mit der nötigen Offenheit kann jeder einen individuellen Zugang finden und von der Therapie profitieren.»

Wöchentlich neue Herausforderungen
Wen Pascale Rime während ihrer Zeit am KSGR betreuen wird, weiss sie oft erst am entsprechenden Tag. Oftmals liegen neue Patientinnen und Patienten in den Betten der Kinder- und Jugendstation. In Absprache mit dem Pflegepersonal – die Pflege hat im Spital immer Vorrang – und je nach Interesse und Möglichkeit der Patienten bietet sie kunsttherapeutische Angebote an.

Art-Therapie am KSGR

Von berührenden Momenten und begeistertem Mitmachen
«Besonders schön sind Momente, in denen man merkt, dass das Therapieangebot angenommen wird und aus dem Vollen geschöpft werden kann», resümiert Rime. Sie berichtet von einem Nachmittag mit drei Geschwistern, die begeistert gemalt und musiziert haben. Berührend sind insbesondere auch Momente bei der Therapie mit Frühgeburten auf der Intensivstation. Während die Neugeborenen den Klängen lauschen, erinnern sich die frischgebackenen Mütter gerne an Lieder aus ihrer Kindheit oder aus der manchmal fernen Heimat – Lieder, die den Müttern ein Leuchten in die Augen zaubern. So ermöglicht die Kunsttherapie vielen kleinen Patientinnen und Patienten und ihren Angehörigen schöne Momente in einer schwierigen Situation.


Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter www.ksgr.ch/patientenangebote-kinderklinik und www.arttherapie.org. 

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Seraina Spinas
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Seraina Spinas

Betriebswirtschafterin Kinder- und Jugendmedizin

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