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Aus dem Spital
21.  Dez 2018

100 Tage am Kantonsspital Graubünden: Pascal Meier, neuer Chefarzt für Kardiologie, zieht Bilanz

Von der Millionenmetropole London in die Alpenstadt Chur: Am 2. August 2018 hat Prof. Dr. med. Pascal Meier bei uns am Kantonsspital Graubünden (KSGR) seine Arbeit als Chefarzt für Kardiologie aufgenommen. Damals hat er uns im Interview seine ersten Eindrücke und Pläne für die Kardiologie des KSGR geschildert. Nun, 100 Tage nach Arbeitsbeginn, treffen wir ihn wieder, um zu erfahren, wie es ihm bislang ergangen ist.

Prof. Dr. med. Pascal Meier in der Kardiologie im KSGR

Prof. Dr. med. Pascal Meier in der Kardiologie im KSGR.

Die ersten 100 Arbeitstage sind bereits um. Haben Sie sich gut im KSGR eingelebt?
Ja sehr, die ersten hundert Tage sind wie im Flug vergangen. Ich denke, das ist ein gutes Zeichen. Mir gefällt es gut am Kantonsspital, die Arbeit ist spannend und ich bin sehr herzlich aufgenommen worden. Ich konnte schon viele Kontakte knüpfen, sowohl im Spital als auch im Privaten. Die Leute hier sind sehr offen und zugänglich. Die Zusammenarbeit innerhalb des Spitals läuft sehr gut und ich werde von allen Seiten unterstützt. Mein Fazit nach 100 Tagen am KSGR ist deshalb wirklich durchaus positiv.

Sind Sie schon voll im Arbeitsalltag drin? Oder arbeiten Sie sich noch ein?
In den 100 Tagen ist schon enorm viel passiert. Wir konnten bereits neuartigere Operationen durchführen und Investitionen in hochmoderne Geräte tätigen. Bei den erwähnten Operationen handelte es sich um Eingriffe im Bereich der sogenannten strukturellen Kardiologie. Dazu zählen zum Beispiel das Verschliessen von Löchern im Herz, die entweder angeboren oder bei einem Herzinfarkt entstanden sind sowie das Reparieren oder Ersetzen einer nicht mehr richtig funktionierenden Herzklappe.

Dies sind beträchtliche Neuerungen. Steht noch mehr an?
Ja durchaus, im Bereich der Kardiologie wurden in den vergangenen Jahren sehr viele Fortschritte gemacht und neue Therapien entwickelt. Dies ermöglicht viele neue minimalinvasive Eingriffe, die wir zukünftig auch in Chur durchführen wollen. Es freut mich, dass wir mit Dr. med. et Dr. phil. nat. Andreas Indermühle einen weiteren sehr erfahrenen und kompetenten Kardiologen rekrutieren konnten. Er verstärkt unser Team seit dem 1. Dezember.

Ein grosses Projekt, das ansteht, ist die Eröffnung einer Rhythmusstörungs-Abteilung. Ab Januar 2019 können am KSGR Herzrhythmusstörungen behandelt werden. Dazu gehören beispielsweise Operationen zur Behandlung von Vorhofflimmern. Vorhofflimmern wird ausgelöst, wenn bestimmte Rhythmusgeber des Herzens die regelmässigen Bewegungen stören. Mit einem Katheter kann der Rhythmusgeber, der das Flimmern verursacht, ausgeschaltet werden, so dass das Herz wieder normal schlägt. Die Rhythmusabteilung am KSGR wird in Zusammenarbeit mit dem Universitätsspital Zürich gestartet. Jede Woche kommen sehr erfahrene Operateure nach Chur, um die Operationen durchzuführen, solange bis wir dann eigene Spezialisten hier anstellen können. Dank der neuen Abteilung ist der Eingriff für Patienten viel angenehmer, da sie hier lokal im Kanton behandelt werden können.

Ausserdem engagieren wir uns verstärkt in der Forschung. So leiten wir momentan ein Forschungsprojekt mit den Universitäten Zürich und Bern in die Wege. Ziel ist es, neue Therapien zu entwickeln.

Bei all diesen Entwicklungen fällt es Ihnen bestimmt schwer, ein einziges Highlight der ersten 100 Tage zu benennen?
Mein Highlight ist jeder einzelne Patient. Ich bin sehr beeindruckt von der Wertschätzung und der Dankbarkeit, die die Patienten uns hier entgegenbringen.

Das klingt alles sehr positiv, gibt es auch etwas das Sie hier in Chur vermissen?
Manchmal fehlt mir hier die Vielfältigkeit der Grossstadt, das Kulturangebot und die, besonders im Schichtbetrieb praktischen, langen Öffnungszeiten von Geschäften und Restaurants. Dies wird aber durch die wunderschöne Bergwelt und die Möglichkeit gleich vor der Haustüre zu wandern, joggen, mountainbiken oder Ski zu fahren mehr als nur kompensiert.

Inwiefern unterscheidet sich die Arbeitskultur hier am KSGR von ihrem früheren Arbeitsplatz in London?
Da ich in mehreren grossen Zentren gearbeitet habe, versuche ich diese Erfahrungen hier in Chur einzubringen. So legt man in London beispielsweise viel Wert auf eine sehr persönliche Betreuung, der weisse Arzt-Kittel z. B. wurde aus diesem Grund ganz abgeschafft um eine distanzierte Arzt-Patienten-Beziehung zu verhindern.

Was können Sie im Gegenzug vom KSGR lernen?
Bisher habe ich sehr viele Eingriffe gemacht, hier am KSGR leite ich ein Team und entwickle diese Abteilung weiter. Das sind für mich spannende neue Herausforderungen. Deshalb absolviere ich aktuell nebenberuflich einen Lehrgang für Management im Gesundheitswesen an der HSG St. Gallen, wo ich sehr viel über die Optimierung von medizinischen Behandlungsabläufen lerne. Als Projektarbeit werde ich eine neue Art zur Betreuung von Patienten erarbeiten, bei dem Patienten von und nach Herz-Eingriffen nicht in klassischen Spitalbetten liegen müssen. Darüber erzähle ich gerne mehr, sobald es soweit ist.


Weitere Informationen zur Kardiologie finden Sie unter www.ksgr.ch/kardiologie.

1 Kommentar
09.  Jan 2019

Jörg Neumann

Ich finde es toll, dass in der Kardiologie am Kantonsspital Graubünden eine solche Dynamik herrscht und dass so viele Innovationen angestrebt und umgesetzt werden. Die Aussagen über das Artz-Patienten-Verhältnis ("weisser Kittel") von Herrn Meier finde ich ebenfalls bemerkenswert und modern. Toll, wenn nicht nur die medizinische Versorgung, sondern auch die Arbeitsatmosphäre davon profitieren.

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Ansprechpartner

Prof. Dr. med. 
Pascal Meier

Chefarzt Kardiologie, FMH Kardiologie und Innere Medizin

Tel.+41 81 256 63 28

Fax.+41 81 256 66 61

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