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Gesundheit
28.  Nov 2017

Das grosse Fressen Ende Jahr

Bald ist es wieder so weit. Wham! säuselt uns «Last Christmas» in den Gehörgang, bärtige Männer in roten Mänteln verteilen Geschenke, in Fussgängerzonen strahlen Lichterketten um die Wette und Glühweinduft steigt uns in die Nase. Der Advent steht vor der Tür. Auch kulinarisch hat die Weihnachtszeit ihren Einfluss auf uns. Wir verputzen Unmengen an Weihnachtsguetzli, deftigen Braten oder Fondue und trinken dazu das eine oder andere Glas Alkohol. Im Januar stehen wir dann vor dem Spiegel und bedauern die Weihnachtsschlemmerei, die sich auf unseren Hüften abzeichnet.

Esther Wyrsch ist Ernährungstherapeutin und erklärt uns im Interview, worauf wir bei der Adventsesserei achten sollten, damit der nachweihnachtliche Blick in den Spiegel nicht allzu enttäuschend ausfällt.

Frau Wyrsch, was haben die grossen Mengen an Essen während der Weihnachtszeit für einen Einfluss auf unseren Körper?
Esther Wyrsch: Durch die grösseren Essmengen wird in der Regel mehr Energie (kcal) zugeführt als verbraucht wird. Der Körper speichert diese überschüssige Energie und legt sie als Reserve für „schlechtere Zeiten“ an. Meistens in Form von Körperfett.

Das grosse Fressen Ende Jahr - Weihnachtsplätzchen und Weihnachtsdeko

Weihnachtsplätzchen in der Adventszeit

Was sind die grössten Ess-Sünden in der Adventszeit?
Esther Wyrsch: Die kalte Jahreszeit lockt mit deftigen Speisen wie Raclette, Fondue und Wurstspezialitäten. Wenn solche Speisen häufig und in grossen Mengen gegessen werden, können sie sich im Körpergewicht niederschlagen. Aus meiner Sicht sind aber vor allem all die kleinen Leckereien, wie zum Beispiel Weihnachtsguetzli, Erdnüssli und Schokolädchen problematisch. Sie stehen überall herum, werden immerzu angeboten. Dadurch können auch einige Kalorien zusammenkommen. Alkohol, der oftmals zu den Essen getrunken wird, sei es in Form eines edlen Tropfens oder als Glühwein, Punsch und Likören, kann die Energiebilanz ebenfalls aus dem Gleichgewicht bringen.

Welche Adventsmenüs sind problemlos zu geniessen?
Esther Wyrsch: Klassische Adventsmenüs können meistens zu ausgewogenen Menüs umgewandelt werden. Beispielsweise Filet im Teig und Braten können mit energiearmen Komponenten wie Salat und Gemüse ergänzt und die Stärkebeilagen wie Teigwaren, Reis und Kartoffeln etwas reduziert werden. Dabei sollte die Hälfte des Tellers aus Gemüse und/oder Salat und je einem Viertel aus Stärkebeilagen sowie Fleisch, Fisch, Eiern, Käse und Tofu bestehen. Auch beim Raclette kann im Voraus zum Beispiel ein Salat serviert oder Gemüse auf dem Tischgrill grilliert werden, sodass weniger Käse und Kartoffeln gegessen werden. Es ist alles eine Frage der Menge.

Wie sieht eigentlich der Advents-Menüplan im KSGR aus?
Esther Wyrsch: Der Advents-Menüplan wird der Winter-Saison angepasst und berücksichtigt die saisonal verfügbaren Lebensmittel. Die Küche wird uns gerne mit weihnachtlichen Menüs und vorweihnachtlichen Spezialitäten überraschen. Der genaue Menüplan steht aber noch nicht fest.

Zurück zum eigenen Verhalten: Wie beuge ich dem Überessen bereits beim Einkauf vor?
Esther Wyrsch: Am besten zu Hause eine Einkaufsliste erstellen und nur die benötigten Mengen einkaufen, bzw. nur, was auf dem Einkaufszettel steht. Unbedingt ohne Hunger einkaufen gehen, dann gibt es weniger Spontankäufe.

Welche Tipps und Tricks gibt es, um die Weihnachtszeit „gefahrenlos“ zu überstehen?
• Ein regelmässiger Mahlzeitenrhythmus beugt Heisshungerattacken vor, essen Sie zwei bis drei Hauptmahlzeiten und bei Bedarf ein bis zwei kleine Zwischenmahlzeiten. Besonders geeignet sind Früchte und eine Handvoll Nüsse.
• Haben Sie ein Auge auf die Menge an Essen, die Sie verzehren.
• Gestalten Sie nach üppigeren Mahlzeiten die nächste Mahlzeit bewusst etwas kleiner und mit mehr Gemüse und/oder Salat.
• Gönnen Sie sich Süssigkeiten bewusst. Täglich eine kleine Portion. Lassen Sie Süssigkeiten nicht herumstehen.
• Trinken Sie wenig Alkohol und gesüsste Getränke.
• Bauen Sie bewusst Spaziergänge ein und erhöhen Sie Ihre körperlichen Aktivitäten.

Weitere Informationen zur Ernährungstherapie finden Sie unter:
www.ksgr.ch/ernaehrungstherapie 

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Esther Wyrsch
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