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Gesundheit
17.  Jul 2017

Mit Vernunft dem Gips vorbeugen

Wenn die Sommersonne auf unsere Berghänge strahlt, zieht es die einen in die Badi oder an die wunderschönen Seen in unserer Region und die anderen auf den Berg. Downhill-Biker nutzen die Berge für rasante Abfahrten, andere tummeln sich auf den Pumptracks, die in den letzten Monaten vermehrt auch in unserer Region aufgetaucht sind. Wie so oft gilt bei beiden Trendsportarten: Vorbeugen ist besser als heilen.

Beim Downhill-Biken kommen Höchstgeschwindigkeiten bis zu 80 Stundenkilometer vor. Entsprechend steigt mit der Sommertemperatur auch die Zahl verletzter Mountainbiker. Dies bestätigt Dr. Christoph Sommer, Chefarzt und Leiter Unfallchirurgie des Kantonsspitals Graubünden: „Es wurden bereits einige Biker bei uns eingeliefert. Darunter waren auch schwere Fälle: Einer musste unter schwierigen Bedingungen mehrstündig geborgen werden, bis er dann mit einem Lungenriss, Rippenbrüchen und Schlüsselbeinbruch bei uns ankam.“

Kopf, Schlüsselbein und Schultern

Downhill-Biken, grünes Mountainbike im Gelände, outdoor

Downhill-Biken liegt im Trend.
Bild: Pixabay

In der Hauptsaison 2016 wurden 199 Patienten nach Mountainbike-Unfällen ins Kantonsspital Graubünden eingeliefert. Die häufigsten Verletzungen sind gemäss Dr. Sommer Hirnerschütterungen sowie Brüche des Schlüsselbeins und des Schulterblatts. „Rippenfrakturen kombiniert mit Lungenverletzungen sowie Handgelenk- und Armbrüche kommen auch häufig vor. Von den 199 Patienten waren 13 schwerverletzt. Das heisst, dass bei diesen Patienten potentielle Lebensgefahr bestand.“

Steigende Unfallzahlen bei den Mountainbikern

Der Trend bei Mountainbike-Verletzungen zeigt in den vergangenen Jahren steil nach oben. In den letzten paar Jahren ist die Zahl jährlicher Einlieferungen von Mountainbikern im Kantonsspital Graubünden von 121 (2014) über 162 (2015) auf über 200 (2016) gestiegen. Ein ähnliches Bild zeichnet auch die Statistik der SUVA, wonach sich die Zahl der Fahrradunfälle abseits der Strasse in den letzten zehn Jahren verdoppelt hat. Entsprechend wertet die SUVA Downhill-Biking auch als „absolutes Wagnis“, was mit einer Leistungskürzung bei Nichtberufsunfällen verbunden ist. Ein absolutes Wagnis liegt vor, „wenn eine Handlung mit Gefahren verbunden ist, die unabhängig von den konkreten Verhältnissen nicht auf ein vernünftiges Mass herabgesetzt werden können.“ (Quelle: SUVA)

Gesunder Menschenverstand

Dr. Sommer will keinem Downhiller seinen Spass verbieten. Er sei ausserdem kein Präventions-Spezialist. Er als aktiver Biker legt aber jedem folgende Punkte nahe:

  1. Gute Ausrüstung benutzen und gute Bekleidung mit Protektoren tragen. Wobei dies bereits heute bei den meisten der Fall sei. 
  2. Gute Vorbereitung auf die Tour oder die Abfahrt. Downhiller sollten die Strecke vorher besichtigen und erst danach sukzessive die Geschwindigkeit steigern. 
  3. Sich nicht überschätzten. 
  4. Geschwindigkeit dem Gelände und den Verhältnissen anpassen (z.B. Nässe berücksichtigen). 
  5. Sich Gedanken darüber machen, was passiert, wenn man mit 40 bis 80 Sachen ins Geröll, in einen Baum oder Steinklotz stürzt. 
  6. Einen klaren Kopf behalten. Was beim Autofahren gilt, muss auch beim Downhill-Biken beachtet werden.

Neuer Trend Pumptracks

In den vergangenen Monaten haben in unserer Region diverse Pumptrack-Anlagen ihre Tore geöffnet. Ein Pumptrack ist ein speziell gebauter Rundkurs (Track) für Bikes auf einer Ebene. Er besteht aus vielen Bodenwellen und Steilwandkurven. Durch dynamisches Be- und Entlasten (Pumping) wird das Bike, das Skate- oder Kickboard ohne zu treten beschleunigt. Auf einem Pumptrack wirken nur so hohe Kräfte auf die Fahrerinnen und Fahrer, wie sie selber aufbauen können. Daher eignen sich Pumptracks für Anfänger und Fortgeschrittene. Das Befahren eines Pumptracks fördert Koordination, Balance, Kraft und ist auch für Kinder geeignet. Bisher sind gemäss Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) keine Unfallzahlen bekannt. Dennoch sollte man auch hier einige Tipps der BFU beachten:

  1. Immer Helm und Schoner tragen. 
  2. Beim Velo den Sattel auf die tiefst mögliche Position stellen und auf den Pedalen stehen. 
  3. Geschwindigkeit auf dem Pumptrack aufbauen und nicht von ausserhalb mit Geschwindigkeit in den Pumptrack fahren. Dadurch entstehen zu hohe Kräfte, die gefährlich werden können. 
  4. Den Überblick wahren und andere Fahrerinnen und Fahrer im Auge behalten. 
  5. Kinder sorgfältig in die Benutzung des Pumptracks einführen. 


Kurz zusammengefasst lässt sich beim Downhill-Biken wie beim Pumtrack-Fahren mit gesundem Menschenverstand das Schlimmste verhindern, ohne dass der Spass dabei zu kurz kommt. 

Unfallchirurgie im Kantonsspital Graubünden

Weitere Informationen zur Abteilung Unfallchirurgie finden Sie auf unserer Webseite: www.ksgr.ch/unfallchirurgie

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Ansprechpartner

Dr. med. 
Christoph Sommer

Chefarzt Unfallchirurgie / Allgemeinchirurgie, Leiter Unfallchirurgie

Tel.+41 81 256 62 05

Fax.+41 81 256 66 94

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