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Schwangerschaft
05.  Sep 2017

Und dann ist es soweit

Neun Monate hat man Zeit, um sich auf die Geburt vorzubereiten. Neun Monate voller Pläne, Erwartungen, Fragen und Vermutungen. Dann ist es soweit. Die Geburt setzt ein und der kleine Mensch möchte das Licht der Welt endlich erblicken. Das Kantonsspital Graubünden (KSGR) bietet werdenden Müttern alle Voraussetzungen für eine möglichst angenehme Geburt. Die angehenden Mütter werden von Hebammen und Ärztinnen rund um die Uhr betreut.

Die Geburt kann in vier Phasen eingeteilt werden. Während der Reifungsphase oder auch Latenzphase, bereitet sich der Körper langsam auf die Geburt vor. Die Gebärmuttermuskulatur wird wehenbereit, die Fruchtblase dünner und der Gebärmutterhals weich und dehnbar. Diese Phase kann Stunden bis Tage dauern. In der darauffolgenden Eröffnungsphase setzen die Wehen ein und werden zunehmend häufiger, stärker und intensiver. Der Muttermund öffnet sich allmählich und das Kind kann ins Becken eintreten. In der Press- oder Austreibungsphase eröffnet sich der Muttermund ganz und das Kind tritt mit einer schraubenähnlichen Drehung durch das Becken. Die Schwangere beginnt aktiv mitzupressen. Die Hebamme und die Ärztin unterstützen sie dabei aktiv. Zunächst wird der Kopf geboren, nach einer weiteren Vierteldrehung die Schultern und anschliessend der Körper des Kindes. Das Kind fängt innerhalb von einer Minute an zu Atmen und wird rosig. Wenn die Nabelschnur durchtrennt wird, ist die Geburt des Kindes abgeschlossen. In der Nachgeburtsphase löst sich die Plazenta und wird auf ihre Vollständigkeit überprüft.

Theorie und Praxis

Schwangerschaft

Mütter werden von Hebammen durch die Geburt begleitet

Was hier in der Theorie einfach und logisch klingt, ist einer der intensivsten Prozesse, den der menschliche Körper durchlaufen kann. Emotional nicht minder intensiv ist eine Geburt auch für die Begleitperson der werdenden Mutter. Die erfahrenen Geburts-Teams des KSGR haben schon etliche Geburten begleitet und kennen die Bedürfnisse und Abläufe aus dem Effeff. Sie wissen, welche Bewegungen und Positionen helfen können, die Wehen bestmöglich zu verarbeiten. Die Hebamme zeigt der Mutter, wie sie während der Geburt atmen kann, massiert die Schwangere und unterstützt mit Aromatherapie und Wärme. Sie hilft dabei, die ideale Geburtsposition zu finden. Sei es auf dem Gebärbett, im Wasser, auf dem Maya-Hocker, in der Knie-Ellenbogen-Lage oder stehend. Die Möglichkeiten sind zahlreich.

Das Band zwischen Mutter und Kind wird geknüpft

Nach der Geburt wird das Neugeborene warmgehalten und der Vater darf das Kind abnabeln. Danach wird es seiner Mutter sofort auf den Bauch gelegt. Dieser wertvolle erste Beziehungsaufbau zwischen Mutter und Kind sollte in engem Körperkontakt stattfinden. Hier werden starke Bande geknüpft, die ein Leben lang halten. Das erste Stillen findet ebenfalls kurz nach der Geburt statt. Mutter, Vater und Kind bleiben im Gebärzimmer, lernen sich kennen und geniessen die erste gemeinsame Zeit.

Alles ist möglich

Schwangerschaft, Besprechung mit der werdenden Mutter, Hebammensprechstunde

Der erste Beziehungsaufbau zwischen Mutter un Kind sollte in engem Körperkontakt stattfinden.

Das KSGR ist für alle Eventualitäten einer Geburt bestens gerüstet. Jede Geburt wird begleitet und ideal betreut. Mittels Cardiotokographie (CTG) werden Mutter und Kind überwacht, um mögliche Gefahren früh zu erkennen. Sollte eine Geburt nicht ideal verlaufen oder sich Komplikationen ergeben, stehen dem KSGR-Team alle nötigen Hilfsmittel, Medikamente und Spezialisten zur Verfügung. Zwillinge müssen nicht mehr unbedingt per Kaiserschnitt zur Welt gebracht werden. Auch bei einer Steisslage hat man die Möglichkeit, das Kind durch eine äussere Wendung in die richtige Position zu bringen. Klappt dies nicht, ist immer noch eine Spontangeburt möglich, je nach Beckenform und Grösse der Mutter sowie der Kopfgrösse des Kindes. Ist dies nicht ratsam, wird das Kind per Kaiserschnitt zur Welt gebracht. Das passiert in aller Regel mit einem sanften Kaiserschnitt, der es zulässt, dass die jungen Mütter bereits das Spital nach wenigen Tagen verlassen können.

Schöne moderne Welt

Die modernen Methoden, insbesondere auch die Verfahren zur Überwachung der Geburt, haben die Risiken für Mutter und Kind auf ein nie zuvor gekanntes Mass vermindert. Gefahrensituationen lassen sich heute meist frühzeitig erkennen und ein rechtzeitiges Eingreifen wird daher möglich. Nicht nur das Wohlergehen des Kindes unter Geburt, auch das Wohlbefinden und die Wünsche und Vorstellungen der werdenden Eltern stehen im Mittelpunkt.
Dadurch wurden Geburten zu dem, was sie heute sind: wunderschöne, emotionale Momente, die einem für ewig in Erinnerung bleiben.


Infoabend «Gebären und geboren werden»

Jeden 1. Mittwoch im Monat findet in der Frauenklinik Fontana unser Informationsabend für werdende Eltern statt. Hier erfahren Sie alles rund um das Thema Geburt und Wochenbett und können unsere Station besichtigen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Gebären und geboren werden (PDF)

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Carolin Blume
Ansprechpartner

Dr. med.
Carolin Blume

Chefärztin Geburtshilfe und Stv. Departementsleiterin

Tel.+41 81 254 81 53 (Sprechstunde, für Terminvereinbarungen)

Fax.+41 81 254 84 10

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