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Aus dem Spital
13.  Jun 2019

Am Montag kommt der Therapiehund

Therapiehündin Enja

Therapiehündin Enja lenkt sorgt für die kleinen Patientinnen und Patienten im
KSGR  für etwas Abwechslung vom Spitalalltag.

Kinderaugen strahlen, die Krankheit ist für kurze Zeit vergessen: Wenn Hundeführerin Verena Gredig mit Enja in der Kinderstation des Kantonsspitals Graubünden (KSGR) eintrifft, beginnt für die kleinen Patientinnen und Patienten eine willkommene Abwechslung vom Spitalalltag, den Schmerzen und der Langeweile. Der Besuch eines Therapiehundes — ein Erlebnis, auf das sich die Kinder am einmal pro Woche freuen.

Montagnachmittag: die Podenco-Ibicenco-Hündin Enja tänzelt vor der Kinderstation des KSGR. Sie musste gerade ihre Söckchen anziehen, die sicherstellen, dass sie beim Spielen niemanden kratzt – nun braucht sie einen Moment, um sich daran zu gewöhnen. Dann geht es aber auch schon los. Für heute haben sich drei Kinder einen Besuch von Enja gewünscht. Als sie das erste Zimmer betritt, kommt ihr die kleine Patientin schon entgegen. Es ist Zeit zum Spielen. Verena Gredig hat verschiedene Spiele dabei. Die Kinder dürfen Stofftiere mit Leckerli verstecken, das Hütchenspiel mit Enja spielen – natürlich mit Leckerli – oder einfach ein bisschen kuscheln.

Therapiehündin Enja

Der Besuch von Enja bei der Paitentin wird immer Begleitet von einer Hundeführerin.

Auszeit vom Kranksein
Die kleinen Patienten haben mitunter schwere Schicksale und der Alltag im Krankenbett kann sehr eintönig sein. Der Hund soll ihnen Freude bereiten und sie etwas von den Schmerzen ablenken — die Krankheit, die medizinischen Untersuchungen und die lange Zeit im Bett für einen Moment vergessen machen. Zudem kann der Therapiehund auch bei der Mobilisierung helfen. Dafür steigt er unter der Aufsicht des Pflegepersonals zu den Kindern ins Bett und hilft bei ersten Bewegungen nach einer Operation.

Herausforderung für den Hund
Nach einigen Spielrunden wird Enja langsam müde. Anstatt das Leckerli unter den Bechern zu suchen, stibitzt sie lieber einige aus der nicht verschlossenen Vorratsdose. Verena Gredig erklärt, dass die Arbeit für die Hunde anstrengend ist, «die Hunde sind irgendwann erschöpft, dann liegt es am Hundeführer, sie zu motivieren oder aber zu entscheiden, dass der Hund eine Pause braucht.» Enja hat einen ruhigen Charakter und muss manchmal etwas mehr motiviert werden als andere Hunde. Da sie aber dadurch auch langsamer auf die Kinder zugeht, schätzen auch ängstlichere Kinder ihren Besuch. «Gerade letzte Woche hatte eine kleine Patientin, die mit frisch operierten Beinen im Bett lag, im ersten Moment etwas Angst. Sie taute aber dank Enjas ruhiger Art rasch auf und hat am Ende sogar mit ihr gekuschelt», schildert Verena Gredig.

Therapiehündin Enja

Bevor ein Therapiehund zum Einsatz kommt, durchläuft er eine sechsmonatige
Ausbildung.

Stürmische Umarmungen, fiese Bakterien
Wichtig bei den Nachmittagen auf der Kinderklinik ist es, sowohl die Kinder wie auch den Hund zu schützen. Ein wichtiges Thema ist die Ansteckungsgefahr. Es gibt Krankheiten, die von Tier auf den Menschen, aber auch vom Menschen auf Tiere übertragbar sind. So durchläuft Enja vor jedem Besuch eine Hygieneprozedur — bürsten, feucht abreiben, abtrocken und die ungeliebten Socken anziehen – und hat regelmässige Termine beim Tierarzt. Aber auch die Hündin muss vor Krankheiten geschützt werden. Besitzerin Verena Gredig wird im Vorfeld über ansteckende Krankheiten informiert und kann selbst beurteilen, ob sie mit Enja bei den Patienten zu Besuch gehen möchte oder nicht.

Zudem müssen beide Seiten vorsichtig miteinander umgehen. Ein Therapiehund muss sehr gut auf Kommandos hören, geduldig sein und für kurze Zeit auch stressige Situationen ertragen können. Die Kinder hingegen müssen lernen, nicht allzu stürmisch zu sein und dass der Hund nicht wie ein Plüschtier geknuddelt werden kann.

Strahlende Kinderaugen
Um diese Herausforderungen zu meistern, sind sowohl Hund wie auch Hundeführerin ausgebildet. Während des sechsmonatigen Kurses wird erlernt und trainiert, wie man mit verschiedenen Situationen rund um die Patienten umgeht. Verena Gredig schildert, dass es noch nie Probleme gegeben habe. Fragt man die Hundeführerin nach ihrer Motivation für die ehrenamtliche Tätigkeit, ist die Antwort klar: «Es sind die Kinder, die sich freuen – die strahlenden Augen. Ich merke,s wie sie aufblühen und die Krankheit kurz vergessen.»

1 Kommentar
17.  Jun 2019

von Riedmatten Silvia

Super, dass es immer noch Therapiehundebesuch gibt auf der Kinderabteilung. Mein Garim, ein Briard, war der erste Therapiehund im ksgr. Ich werde diese Zeit nie vergessen.

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