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Gesundheit
25.  Jul 2019

Die Superstars unter den Lebensmitteln?

Ob Heidelbeeren, Chia-Samen oder Goji-Beeren; Spirulina, Kurkuma-Latte oder Açai-Bowl; Superfoods sind in aller Munde – im wortwörtlichen wie im übertragenen Sinne. Die Erwartungen reichen von besonders gesunder Ernährung über das Vorbeugen von Krankheiten bis hin zu Anti-Aging-Effekten. Doch halten diese Wunderzutaten, was sie versprechen? Angela Castelberg, Dipl. Ernähungsberaterin FH und Ernährungstherapeutin am Kantonsspital Graubünden (KSGR), erklärt, was es mit Superfood auf sich hat und wie man sie in eine gesunde und ausgewogene Ernährung einbindet.

Superfood

Können Nahrungsmittel Superhelden sein?

Der Stellenwert gesunder Ernährung hat in vergangenen Jahren enorm zugenommen. Immer mehr Menschen wollen sich und dem eigenen Körper auch bei den täglichen Mahlzeiten etwas Gutes tun. Zahlreiche Empfehlungen dazu finden sich in Magazinen und Blogs. Diese porträtieren verschiedene Lebensmittel, versprechen bessere Gesundheit, repräsentieren einen trendigen Lebensstil. Ein allgegenwärtiges Schlagwort dabei: Superfood. Was genau aber steckt hinter diesem Begriff?

Superfood — was heisst das?
Superfood ist kein fachlicher Begriff mit klarer Definition und stammt ursprünglich von einer Marketingkampagne. Die United Fruit Company (heute: Chiquita Brands International) warb unter anderem mit der Bezeichnung «Superfood» für Bananen. In der Zeit um den Ersten Weltkrieg wurden Bananen als besonders nährreich, günstig, einfach verdaulich und von der Natur sicher verpackt angepriesen; die Produzenten empfahlen, sie so oft wie möglich in Mahlzeiten einzubauen. So richtig in Fahrt kam die Kampagne jedoch erst, als der Begriff «Superfood» von Medizinern aufgegriffen wurde, die den gesundheitlichen Nutzen von Bananen untersuchten und ihre positiven Ergebnisse anschliessend in medizinischen Fachblättern publizierten. Heutzutage bezieht sich der Begriff «Superfood» ganz allgemein auf Lebensmittel, denen ein besonderer gesundheitlicher Nutzen nachgesagt wird.

Superbananen

Broschüre der United Fruit Company über den Superfood Banane (ca. 1928)

Marketingwaffe oder Gesundheitsboost?
Der besondere gesundheitliche Nutzen lässt sich durch einen hohen Gehalt bestimmter Nährstoffe, wie beispielsweise Vitamine, Mineralstoffe, Antioxidantien oder Omega-3-Fettsäuren begründen, die in Superfood vorhanden sind. Neben Werbung, die Superfood anpreist, gibt es auch eine Vielzahl von Studien, die eine gesundheitsfördernde Wirkung der verschiedenen Superfoods bestätigen. So werden präventive Eigenschaften bezüglich Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie die Stärkung der Abwehrkräfte und Anti-Aging Effekte festgestellt.

Raue Mengen nötig
«Diese Resultate sind allerdings mit Vorsicht zu geniessen», betont Angela Castelberg. «Um die gewünschten gesundheitlichen Wirkungen zu erzeugen, muss eine hohe Menge der entsprechenden Nährstoffe zugeführt werden. Diese kann bei einer gesunden, ausgewogenen Ernährung kaum erreicht werden.» Das heisst: Superfood ist gesund, es sind allerdings nur geringe oder kaum unmittelbare Effekte zu erwarten. Der Begriff bleibt also primär ein Begriff aus der Werbung. Sucht man heute im Internet nach dem Begriff Superfood, erscheinen rund 28 Millionen Ergebnisse. Schaut man sich die genauer an, fällt auf, dass darunter viele Anbieter von Supplementen, also Nahrungsergänzungsmitteln zu finden sind.

Super essen – nicht nur Superfood
Zentral für eine gesunde Ernährung ist Ausgewogenheit. Der Körper benötigt verschiedene Vitamine und Mineralien. Durch eine ausgewogene und facettenreiche Ernährung wird eine breite Palette von Nährstoffen abgedeckt und gleichzeitig wird vermieden, dass zu viel desselben aufgenommen wird. Superfoods sind demnach eine gute Ergänzung zur gewohnten Ernährung, da sie Neues auf den Teller bringen. Dennoch sollten alle anderen gesunden und nährstoffreichen Lebensmittel nicht vergessen werden. Angela Castelberg empfiehlt demnach eine «abwechslungsreiche, farbige und pflanzenbasierte Ernährung. Superfood ist dabei das Tüpfelchen auf dem i.»

Weitere Informationen zum Thema Ernährungstherapie finden Sie unter www.ksgr.ch/ernaehrungstherapie.

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Angela Castelberg
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Angela Castelberg

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Fax.+41 81 256 67 82

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