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Gesundheit
18.  Jul 2019

Sommer, Sonne, Sonnenbrand — was geschieht dabei mit der Haut?

Wer kennt es nicht? Ein schöner Sommertag im Freien und bevor man sich versieht, ist man auch schon rot. Was manch einer mit einem «morgen ist es ja wieder weg» beiseite wischt, ist eine ernst zu nehmende Schädigung der Haut. Dr. med. Malgorzata Rylska, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie am Kantonsspital Graubünden (KSGR), erklärt, was bei einem Sonnenbrand mit der Haut passiert und warum man diesen unbedingt vermeiden sollte.

Sonnenbrand

Die Sonnenstrahlung lässt sich in vier verschiedene Strahlungen aufteilen — UVA, UVB und UVC sowie Infrarotstrahlung. UVC-Strahlung wird von der Ozonschicht abgefangen, ganz im Gegenteil zu den übrigen Strahlungen. UVA-Strahlung dringt tief in die Haut ein und verursacht dort eine beschleunigte Hautalterung in der Dermis, der tieferen Hautschicht. UVB-Strahlen dringen in die obere Hautschicht, die Epidermis, ein und schädigen dort die Zellen. Infrarotstrahlungen können ebenfalls tief in die Haut eindringen und sogar bis ins Fettgewebe gelangen. Was geschieht nun aber, wenn man sich an der Sonne verbrennt?

Der Sonnenbrand — eine Verbrennung der Haut
UVB-Strahlen regen in der obersten Hautschicht die Pigmentzellen an. Diese produzieren einen Farbstoff, der die Zellkerne schützt. Gelangt zu viel Sonne auf die Haut, reicht dieser Schutz aber nicht mehr aus. Die Zellen verbrennen und sterben ab. Die toten Zellen verursachen eine Entzündung. Die Blutgefässe erweitern sich. Die Haut wird stärker durchblutet. Dadurch entstehen die typischen Symptome des Sonnenbrands — Rötung, warme Haut und eine leichte Schwellung. Diese können sehr schmerzhaft sein und führen dazu, dass die Haut dünner wird.

Krebsrot — was nun?
Kommt es zu einem Sonnenbrand, sollte dieser so schnell wie möglich behandelt werden. Dazu muss die betroffene Stelle mit Wickeln und Umschlägen gekühlt werden. Dazu eignen sich spezielle Cremes sowie auch die bekannten Hausmittel Joghurt und Quark. Sind grosse Flächen betroffen oder kommt es zu Blasen und/oder Fieber, muss zwingend ein Arzt aufgesucht werden.

Das Gedächtnis der Haut
Ein Sonnenbrand ist allerdings nicht die einzige Konsequenz von zu starker Sonneneinstrahlung. UVB-Strahlen beschädigen zudem die DNA der Basalzellen. Das sind die Zellen aus denen neue Haut entsteht. Die Enzyme, die beschädigte Zellen normalerweise aufspüren und reparieren, erkennen diese Fehler aber aufgrund der Sonnenbestrahlung nicht und so bleiben beschädigte Zellen unerkannt. Die Haut «merkt» sich jeden Sonnenbrand anhand dieser beschädigten Zellen. Wenn es zu viele dieser beschädigten Zellen gibt, kommt es zu Mutationen der Haut; Hautkrebs entsteht.

Der Feind glatter Haut
In den tieferen Hautschichten, der Dermis, liegen die Kollagenfasern. Sie verleihen der Haut Spannkraft und sorgen so für glatte Haut. Zudem wird dort viel Feuchtigkeit gespeichert. Durch die UVA-Strahlung und die Infrarotstrahlung nehmen diese Funktionen allerdings ab und die Kollagenfasern sterben langsam ab. Dadurch wird die Haut trockener und Falten entstehen. Dr. Rylska betont: «Für die Haut ist Sonne ab der ersten Minute der Bestrahlung schädlich und entstandene Schäden lassen sich nicht reparieren.» Umso wichtiger ist das Vorbeugen.

Der richtige Sonnenschutz
Um die negativen Folgen der Sonne zu vermeiden, gilt es die richtigen Vorkehrungen zu treffen. Dr. Rylska gibt folgende Tipps dazu:

  • Eincremen mit Sonnencreme, die gegen alle Strahlungen schützt und einen ausreichend hohen Lichtschutzfaktor hat — man wird nämlich auch mit höherem Lichtschutzfaktor braun, einfach langsamer und sicherer. Dafür bleibt die Bräune länger.
  • Ausreichend Sonnencreme verwenden — auch wenn «wasserfest» auf der Verpackung steht; Wasser und Schweiss wirken sich negativ auf den Schutz aus.
  • Die Augen schützen — dazu dient eine Sonnenbrille mit den richtigen Filtern, am besten vom Spezialisten.
  • Sonnenbestrahlung meiden, besonders um die Mittagszeit — zwischen 11:00 und 14:00 Uhr werden 50% der Sonnenbestrahlung gemessen. Aber Achtung: auch im Schatten ist Sonnencreme notwendig, denn auch dort ist man 80% der Sonnenbestrahlung ausgesetzt.

    Mit diesen Vorkehrungen können Sie die sonnigen Sommertage auch ohne rote Haut geniessen. Wir wünschen Ihnen einen schönen Sommer!


Weitere Informationen zum Thema Dermatologie finden Sie unter www.ksgr.ch/dermatologie oder unter www.dermatologie-lürlibad.ch.

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Malgorzata Rylska
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Malgorzata Rylska

Fachärztin Dermatologie und Venerologie

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