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Aus dem Spital
01.  Nov 2017

Das Wohl der Patienten steht an erster Stelle

Der Room-Service hat im Kantonsspital wichtige Aufgaben.

Von Michèle Albertin.

Am 27. Oktober 2017 fand der Tag des Room-Services statt. Im Kantonsspital Graubünden ist dieser Dienst seit über 20 Jahren im Einsatz und hat seither eine grosse Entwicklung durchgemacht. Das Kantonsspital Graubünden war das erste öffentliche Spital in der Schweiz, das vor 21 Jahren den Room-Service einführte. Bereits im Dezember 1996 starteten die Hotellerie-Dienstleistungen auf den Privatstationen der Medizin und Chirurgie – und das mit grossem Erfolg, wie die heutige Situation zeigt. Seit der Einführung konnten das Angebot und die Tätigkeiten des Room-Services laufend ausgebaut und konsequent weiterentwickelt werden. Mittlerweile ist er auf beinahe allen Bettenstationen des Kantonsspitals Graubünden im Einsatz und ist nicht mehr wegzudenken. Über 50 Mitarbeiter beschäftigt der Room- Service heute.

Hochstehender und persönlicher Service

Mit den grossen Speisewagen sind die Restaurationsfachleute mehrmals täglich auf den Abteilungen unterwegs.

Mit den grossen Speisewagen sind die Restaurationsfachleute mehrmals täglich
auf den Abteilungen unterwegs.

«Wir sind für die Hotelleriedienstleistungen auf den Bettenstationen zuständig und zaubern den Patienten ein Lächeln ins Gesicht», erklärt die Leiterin des Room-Services, Britta Goos. Die Hotellerie ist heutzutage in vielen Spitälern ausgebaut und wird von professionellen Hotellerie- oder Restaurationsfachpersonen getätigt. Diese Trennung der Aufgaben bringt viele Vorteile mit sich und macht es möglich, dass sich die Fachbereiche vermehrt auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können. «Früher wurden die Aufgaben des Room-Services von den Pflegefachleuten oder den Pflegeassistenten nebenbei erledigt », erzählt Goos. Die Ressourcen der Pfleger wurden im Laufe der Jahre jedoch knapper und die Kernaufgaben aufwendiger. Die Pflegefachpersonen haben für die gastronomischen und hauswirtschaftlichen Arbeiten schlicht keine Kapazitäten mehr.

Im Room-Service des Kantonsspitals Graubünden werden Hotellerie- und Restaurationsfachleute beschäftigt, die einen hochstehenden und persönlichen Service gewährleisten können. Damit konnte die Qualität in der Hotellerie laufend gesteigert und die Aufgabe ausgebaut werden. Goos beschreibt den vielfältigen Aufgabenbereich: «Wir servieren das Essen und nehmen die Essensbestellungen auf. Daneben richten wir die Zimmer für neu eintretende Patienten, erklären den Patienten die Zimmerinfrastruktur wie Fernseher und Telefon. Auch kleinere Reinigungsarbeiten sowie das Wechseln der Frotteewäsche gehören zu unseren Aufgaben», so Goos. Und damit sind nur ein paar der umfassenden Tätigkeiten genannt. Das oberste Gebot der Mitarbeitenden des Room-Services ist, dass sich die Patienten im Spital wohlfühlen.

Ein vielfältiger Aufgabenbereich

Die Essensbestellungen werden mit Rücksicht auf die Bedürfnisse der Patienten aufgenommen.

Die Essensbestellungen werden mit Rücksicht auf die Bedürfnisse der
Patienten aufgenommen.

Wie ihnen dieses Ziel gelingt und wie sie ihre Aufgaben bewältigen, durfte die Autorin im Kantonsspital Graubünden hautnah erfahren, als sie für die Geburt ihres Babys am Standort Fontana hospitalisiert war. Hier ein Einblick:

«Der Tag im Room-Service beginnt früh, die ersten Mitarbeitenden stehen bereits um sieben Uhr im Einsatz, wenn die Patienten langsam aufstehen. An meine Zimmertür klopft es jeweils um acht Uhr das erste Mal. Mit einem freundlichen Lächeln erscheint die Hotelfachfrau, wünscht mir einen guten Morgen und fragt, wie es mir heute geht. Da mir für das Morgenessen im Aufenthaltsraum ein sehr reichhaltiges Buffet zur Verfügung steht, kann ich dort das Essen selber holen.

Die Hotelfachfrau bietet mir jedoch zuvorkommend an, dass sie mir auch einige Leckereien am Buffet besorgen kann, falls ich mich noch zu wenig sicher auf den Beinen fühle. Ein erste liebevolle Geste im Spitalalltag, die mir ein gutes Gefühl gibt. Ein weiterer Besuch der Hotelfachfrau folgt rund eine Stunde später. Mein Frühstückstablett wird abgeräumt und ich erhalte frischen Tee und Wasser. Etwas später folgt dann ein weiterer Besuch und ich soll der Hotelfachfrau meine Essensbestellung für den Folgetag aufgeben. Ich darf auf der Speisekarte aus drei verschiedenen Menüs auswählen und die Beilagen und Gänge beliebig zusammenstellen. Da ich noch nicht so viel essen mag, halte ich mich etwas zurück mit der Menge, bekomme aber von der Hotelfachfrau angeboten, dass sie mir als Zwischenverpflegung noch ein Joghurt oder eine Frucht bringt. Obwohl das Essen im Moment nicht zuoberst auf meiner Prioritätenliste steht, tut es doch gut zu merken, dass genau darauf geachtet wird, dass ich mich ausreichend verpflege und auf meine Bedürfnisse Rücksicht genommen wird.

Die Verpflegung im Spital ist wichtig und wird den Patienten durch den Room-Service serviert.

Die Verpflegung im Spital ist wichtig und wird den Patienten durch den
Room-Service serviert.

Anschliessend erscheint die Hotelfachfrau erneut in meinem Zimmer und wechselt meine Handtücher im Bad und macht die Oberflächen in meinem Zimmer sauber, versichert, dass sie mich vor dem Mittag nicht mehr stören würde und verabschiedet sie sich mit einem Lächeln von mir.

Am Mittag erhalte ich das Essen serviert. Die Hotelfachfrau ist besorgt darum, dass das Essen so platziert ist, dass es mir gut möglich ist, es ohne Schwierigkeiten einzunehmen. Etwas später räumt sie das Tablett ab und platziert meine Reste, die ich allenfalls später noch essen möchte, säuberlich in meiner Nähe. Weitere Arbeiten stehen für den Room-Service am Nachmittag bei mir nicht mehr auf dem Programm. Am späteren Nachmittag schaut eine Hotelfachfrau wieder bei mir herein und ich erhalte zuerst frische Getränke und anschliessend noch das Abendessen. Damit hat dann der Room-Service zumindest bei mir die Arbeit für diesen Tag erledigt.

Jeder Besuch der Hotelfachfrauen ist begleitet von einem freundlichen Lächeln und ein paar netten Worten. Auf meinen Tagesablauf und meine Aktivitäten wird grosse Rücksicht genommen. Ebenso wird mir aufgrund meiner Einschränkungen jederzeit zuvorkommend Hilfe angeboten und versucht, mir den Tagesablauf angenehm zu gestalten. Habe ich Wünsche oder Anregungen, kann ich das Personal des Room-Services jederzeit über eine Klingel erreichen. Ich kann mir genau vorstellen, wie viel Arbeit in allen Zimmern auf die Hotelfachfrauen wartet und wie hektisch der Alltag im Spital ist. Umso mehr schätze ich, dass sie dennoch jederzeit ein nettes Wort und eine liebe Geste für mich übrig haben. Es ist fast ein bisschen wie im Hotel oder im Restaurant. »

Weitere Informationen zum Room-Service finden Sie auf unserer Webseite: www.ksgr.ch/room-service

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Britta Goos
Ansprechpartner

Britta Goos

Leiterin Room-Service

Tel.+41 81 255 23 30

Fax.+41 81 256 66 25

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