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Gesundheit
06.  Nov 2017

Alles für die Sicherheit der Patienten

«Errare humanum est» oder auf Deutsch: «Irren ist menschlich». Essenziell ist, dass man aus gemachten Fehlern lernt und sie in Zukunft vermeidet. An kaum einem anderen Ort können Fehler so fatale Folgen haben wie in einem Krankenhaus. Daher betreibt das Kantonsspital Graubünden (KSGR) auch ein departementsübergreifendes Qualitäts- und Risikomanagement, dessen oberste Ziele es sind, Fehler zu vermeiden, aus gemachten Fehlern zu lernen und das Gesamtsystem KSGR dadurch sicherer zu machen. Dazu verfolgt das KSGR verschiedene Massnahmen.

Um die Sicherheit in Krankenhäusern zu erhöhen hat die Weltgesundheitsorganisation WHO eine Checkliste erarbeitet, anhand derer Fehlerquellen im Operationssaal minimiert werden können. Das KSGR hat die WHO-Vorlage auf seine individuellen Bedürfnisse angepasst. Mit der Einführung der Checkliste ist die Arbeit jedoch noch lange nicht abgeschlossen. Heute finden regelmässig Audits in den Operationssälen des KSGR statt, um Verbesserungspotenzial auszumachen. Die Checkliste dient als Kommunikationsinstrument. Jeder im Operationssaal soll und muss sich einbringen, wenn ihm etwas nicht richtig vorkommt. Das muss unabhängig von der Hierarchiestufe funktionieren.

Sicherheit nicht nur im Operationssaal

Patientensicherheit, Infusion

Es muss sichergestellt werden, dass den Patienten das richtige Medikament verabreicht wird.

Im Operationssaal können Fehler passieren. Um solche zu verhindern, gibt es einfache Mittel wie das Zählen von Instrumenten und beispielsweise Tupfern vor und nach einer Operation. Dadurch wird sichergestellt, dass nichts im Patienten vergessen wird, was ein sogenannter Never-Event wäre. Ein Fall, der niemals vorkommen darf.

Aber nicht nur die Abläufe im Operationssaal spielen eine zentrale Rolle beim Thema Patientensicherheit. In einem Spital bestehen enorm viele Schnittstellen. Patienten werden von diversen Pflegefachpersonen betreut. Sie werden von verschiedenen Ärzten behandelt und vom Transportdienst von A nach B und wieder zurück gebracht. An diesen Schnittstellen können Fehler passieren, die in einem Spital gravierende Folgen haben können. Es könnte beispielsweise vorkommen, dass einem Patienten ein falsches Schmerzmittel verabreicht wird. Das hätte zwar nicht zwingend gesundheitliche Konsequenzen für den Patienten, aber es ist ein Fehler.

Andere entdeckte Fehler können bauliche Massnahmen nach sich ziehen. Weil die Rettung eines im Badezimmer kollabierten Patienten durch die nach innen aufgehende Badezimmertüre deutlich erschwert würde, wurden etliche Türen ausgewechselt, um diese Gefahr auszumerzen.

Verwechslungsgefahr umgehen

Patientensicherheit, Patientenarmband

Mit dem Patientenarmband sind Patienten im Spital eindeutig identifiziert.

Verwechslungen sind eine der grössten Gefahren in einem Spital. Entsprechend wichtig ist es, dass ein Patient zu jeder Zeit eindeutig identifiziert werden kann. Daher werden bereits bei der Patientenaufnahme im KSGR die vollständigen Daten des Patienten erfasst. Danach erhält jeder Patient ein Armband, auf dem die Daten (Name, Vorname, Geburtsdatum, Geschlecht und die Fallnummer) zu sehen sind. Vor jedem Behandlungsschritt wird der Patient nach diesen Angaben gefragt. Die Digitalisierung bietet eine Möglichkeit, die Patientensicherheit noch weiter zu verbessern, indem Patientendaten z.B. via Barcode ausgelesen werden können, bevor der nächste Behandlungsschritt gemacht wird. Entsprechende Massnahmen sind in Arbeit.

Zertifizierungen und CIRS-Fehlermeldesystem

SanaCERT ist eine Stiftung für die Qualitätssicherung im Gesundheitswesen. Im KSGR wurden 2011 acht SanaCERT-Standards geprüft und zertifiziert. Alle drei Jahre muss die Zertifizierung wiederholt werden. Die nächste Überprüfung findet am 14. und 15. November 2017 statt. Aufgabe der Qualitätssicherung im KSGR ist es sicherzustellen, dass die getroffenen und zertifizierten Massnahmen und Prozesse richtig umgesetzt werden und stetig verbessert werden können.

Das CIRS-Meldesystem (Critical Incident Reporting System) ist dazu da, systematisch zu erfassen, wenn in irgendeinem Bereich des Spitals ein Zwischenfall vorgekommen ist. Die Meldungen können von den Mitarbeitenden anonymisiert gemacht werden. Es geht nicht darum einen Schuldigen zu suchen, sondern das Gesamtsystem Spital sicherer zu machen.

Wie einleitend gesagt: Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Das KSGR betreibt einen grossen und wichtigen Aufwand, Fehler zu verhindern, sie auszumachen, wenn sie dennoch passieren und daraus die richtigen Lehren zu ziehen. Das KSGR ist ein lernendes und sich stetig verbesserndes System. Stets bestrebt, die beste Leistung zum Wohle und zur Sicherheit der Patientinnen und Patienten zu erbringen.

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