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Aus dem Spital
10.  Sep 2020

Eine KSGR-Premiere mit Zukunft

Jessica Accardi und Diana Filipa Morais erhalten am 10. September 2020 ihre Diplome in Operationstechnik HF. Eine Premiere am Kantonsspital Graubünden.

Diana Filipa Morais

Diana Filipa Morais

Diplomierte Fachleute Operationstechnik HF arbeiten im Operationsbereich von Spitälern, stellen im Rahmen ihrer Fachkompetenz die Organisation sicher und übernehmen die Instrumentation. Zudem sind sie für die medizintechnischen Geräte verantwortlich und betreuen die Patientinnen und Patienten mit. Eine wichtige Aufgabe, die massgeblich zum Erfolg von Operationen beiträgt. Die Ausbildung dauert drei Jahre und ist aufgeteilt in 40 Prozent Unterricht und 60 Prozent praktische Ausbildung.

Unterschiedlichstes Vorwissen und ein Ziel
Jessica Accardi und Diana Morais sind die ersten beiden diplomierten Fachfrauen Operationstechnik HF, die ihre praktische Ausbildung zum allergrössten Teil am Kantonsspital Graubünden gemacht haben. Diana Morais hat eine Ausbildung als Medizinische Praxisassistentin (MPA) in St. Moritz gemacht. Jessica Accardi hat vor ihrer Zeit am KSGR die Matura gemacht und mit einem Studium begonnen, was dann «aber nicht das richtige für mich gewesen ist». Unterschiedliche Voraussetzungen also. Das spielt jedoch keine allzu grosse Rolle, wie Morais erklärt: «Wir hatten bei uns im Jahrgang auch Leute, die eine Maurerlehre gemacht hatten oder Fitnessinstrukteurin waren – und auch die haben erfolgreich abgeschlossen.»

Gleich lange Spiesse
Um an ihrer Schule, dem Careum Bildungszentrum Zürich, zugelassen zu werden, muss man, so erzählen die beiden, erst einen Eignungstest machen. Wenn der bestanden ist, folgt das Eignungspraktikum und danach noch ein Gespräch am Careum. Erst danach weiss man, ob man angenommen wird oder nicht. Heute braucht man zusätzlich einen Praktikumsbetrieb, um mit der Ausbildung anfangen zu können. «Als wir begonnen hatten, war das noch nicht der Fall», sagt Accardi. Nichtsdestotrotz hatten die beiden sich bereits vor Ausbildungsbeginn für das KSGR entschieden, sich hier beworben und die Ausbildungsstelle erhalten.

Jessica Accardi

Jessica Accardi

Gemeinsames Lernen auf der Zugfahrt
Besonders lange hielt Morais' Vorsprung, den sie durch ihre Lehre als MPA hatte, nicht an. «In den ersten Monaten hatte ich wohl schon den einen oder anderen Moment, an dem ich etwas mehr Vorwissen hatte als Jessica», meint sie. Das gleiche sich jedoch schnell aus, sind sich die beiden einig. Zu Beginn hatten sie vier Monate Unterricht. Accardi erklärt: «Je länger die Ausbildung dauert, desto höher wird der praktische Anteil.» Diese ersten Monate seien, was die Menge an zu verarbeitendem Stoff betrifft, ziemlich herausfordernd. Für die beiden war es da auch ein Vorteil, dass sie auf der gemeinsamen Zugreise miteinander lernen und sich gegenseitig abfragen konnten.

Man muss den Überblick behalten – und flexibel sein
Bei welchen Operationen man zum Einsatz kommt, hängt natürlich von den Fachgebieten des jeweiligen Spitals ab. «Am Kantonsspital Graubünden haben wir ja relativ viele unterschiedliche Fachgebiete.» Die grösste Herausforderung im Beruf sehen die beiden dann auch in den oft unvorhersehbaren Einsätzen. «Wir sind den ganzen Tag im Operationssaal. Wenn dann auch noch Notfälle hinzukommen, ist es wichtig, die Ressourcen zu koordinieren und den Überblick über das momentan verfügbare Material zu haben», sagt Accardi. Dies auch während der Operation selbst. «Natürlich arbeiten wir zum Teil auf Zuruf. Vieles lässt sich aber antizipieren. Je mehr Erfahrung man hat, desto besser kann man Medikamentenlösungen und Medizinprodukte schon vorbereiten. Eigentlich sollte man in Gedanken immer schon ein-zwei Schritte voraus sein», erklärt Accardi.

Gegenseitige Hilfe
Die Sterilisation des Materials gehört grundsätzlich auch zur Arbeit der beiden diplomierten Fachfrauen Operationstechnik HF. Am KSGR ist die alltägliche Situation etwas bequemer, wie Morais erzählt: «Hier haben wir speziell dafür ausgebildetes Personal. Am Wochenende und im Nachtdienst machen wir das aber natürlich auch selber.» Man helfe sich gegenseitig. Ob dies nun in der Vorbereitung sei, oder wenn Patienten umgelagert werden müssen. Da sei man ab und an schon froh um Unterstützung, sagen die beiden Frauen unisono.
Erfahrungen werden die beiden nun nach drei Jahren Ausbildung noch viele weitere machen können. Am 10. September 2020 erhalten sie ihr Diplom und werden in Zukunft in Operationssälen für beste Rahmenbedingungen sorgen, Bedürfnisse antizipieren und so für erfolgreiche Operationen sorgen. Schön, dass das Kantonsspital Graubünden für neue Fachkräfte sorgt.

Drei Fragen an Robert Slipac, Standortleiter OP Hauptstandort

Wird es das Ausbildungsangebot auch in Zukunft geben?
Selbstverständlich. Unsere Praktikumsplätze sind meistens im Herbst schon für das Folgejahr vergeben. Das Interesse an dieser Profession scheint in Graubünden gross zu sein, was uns sehr freut. Es ist uns ein grosses Anliegen, junge Fachleute in der Operationstechnik auszubilden und für eine erfolgreiche Operation mitsorgen zu können.

Wie haben Sie die beiden während der Ausbildung erlebt?
Jessica und Diana sind wie Yin und Yang. Sie sind unterschiedliche Persönlichkeiten und ergänzen sich dadurch perfekt. Jessica ist eher die Denkerin: Sie hatte die Operationsabläufe inne und wusste ganz genau welcher Schritt als nächstes kommt. In Notfällen konnte Diana brillieren. Als typische Macherin stürzte sie sich ins Geschehen und organisierte und plante den Operationsablauf zusammen mit den Chirurgen, als würde sie im Voraus schon genau wissen, was diese planen. Nach drei Jahren ist es uns eine Freude, die zwei Diplomandinnen als Fachkräfte in der Operationstechnik stellen zu können.

Wie wichtig ist die Rolle der beiden im Operationssaal. Und warum?
Ohne sie geht nichts im OP (lacht). Die Operationsabteilung funktioniert nur als Einheit. Pro Operation sind schnell mal fünf verschiedene Berufsgruppen involviert. Ohne Fachpersonen der Sterilisation haben wir keine Instrumente, ohne Anästhesie haben wir keine Narkose, ohne Fachperson der OP-Lagerung, die dafür sorgen, dass Patienten für die Operation richtig liegen, haben wir keinen direkten und sicheren Zugang zum Operationsgebiet, ohne Chirurgen haben wir niemanden, der operieren kann und ohne uns sind die Medizinprodukte und Gerätschaften nicht einsatzbereit.

Weitere Informationen zur Operationsabteilung Chirurgie finden Sie unter www.ksgr.ch/operationsabteilung-chirurgie.

Weitere Informationen zu Fachfrau/-mann Operationstechnik HF finden Sie unter www.ksgr.ch/operationstechnik-hf.

2 Kommentare
10.  Sep 2020

Christoph Sommer

Gratuliere beiden Diplomierten herzlich. Toller Beitrag Robi!

14.  Sep 2020

Markus Furrer

Wir alle sind stolz auf Euch frisch Diplomierte! Super gemacht! Ohne gute Ohne Euch Op-Fachtechnikerinnen läuft gar nichts im OP!

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Robert Slipac
Ansprechpartner

Robert Slipac

Standortleiter OP Hauptstandort

Tel.+41 81 256 76 82

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