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Aus dem Spital
14.  Mai 2020

«Als Patient kann man beruhigt in so eine Operation gehen»

Prof. Dr. med. Rudolf Bumm ist Leitender Arzt Chirurgie am Kantonsspital Graubünden. Der Facharzt für Chirurgie sowie Thorax- und Viszeralchirurgie erzählt im Interview, warum er sich letzte Woche eine Platte rausoperieren liess und warum dies trotz Corona kein Problem ist.

Prof. Bumm, warum lässt sich ein Chirurg zu diesen Zeiten freiwillig operieren?
Ich hatte vor sieben Monaten einen Sportunfall und wurde damals von meinem Kollegen Dr. Christoph Sommer (Anmerkung Redaktion: Chefarzt Allgemein- und Unfallchirurgie) fachmännisch «geflickt», wie man hier gerne sagt. Er hat den Knochen perfekt gestellt und eine Titanplatte auf meinen Oberarmknochen geschraubt. Nun sperrte diese Platte etwas und musste wieder raus – ein Eingriff, den wir ohnehin im Jahresverlauf geplant hatten.

Hatten Sie denn keine Angst, sich in diesen COVID-Zeiten zu einer Operation anzumelden?
Nein, überhaupt nicht. Hier im Spital werden hohe Sicherheitsmassnahmen und sehr gute Hygienestandards umgesetzt, so dass man als Patient beruhigt in so eine Operation gehen kann. Patienten und Mitarbeiter mit Verdachtssymptomen werden auf COVID getestet und bei Virusnachweis sofort isoliert.

Taskforce

Die Task Force des KSGR trifft sich einmal pro Woche und legt Schutzmassnahmen fest.

Wird das Virus nicht möglicherweise im OPS über die Atemluft in eine Wunde übertragen?
Nein. Es gibt in der Weltliteratur bislang keine Berichte darüber, dass dieser Übertragungsweg eine Rolle spielen könnte. Wir haben eine spezielle Task Force im Spital, die sich ständig um die Aufarbeitung der aktuellen Literatur und Verfahrensrichtlinien kümmert.

Und wenn man in das Spital geht – kann man sich nicht über die Luft anstecken?
Wie gesagt, bei allen Verdachtsfällen werden strikte und grosszügige Virusabstriche gemacht und die fraglichen Personen isoliert. Alle, die sich im Spital bewegen, also zum Beispiel Patienten und Mitarbeitende, tragen immer eine Maske.

Darf denn überhaupt wieder operiert werden im Kantonsspital?
Die aktuelle Verordnung des Bundesrates erlaubt wieder sogenannte elektive Operationen. Es kann sein, dass in den nächsten Wochen und Monaten viele Patienten mit Wahleingriffen auf unsere Teams zukommen. Deshalb lohnt es sich in jedem Fall, mit allen chirurgischen Disziplinen frühzeitig in Kontakt zu treten.

Wird die zweite Welle kommen und beeinflusst die Angst davor Ihre tägliche Arbeit?
Auszuschliessen ist es nicht, dass eine weitere Coronawelle auf uns zukommen könnte. Wir sind dann in jedem Fall gut vorbereitet am Kantonsspital. Angst, zur Arbeit zu gehen, habe ich nicht.

Und ist Ihre Operation gut verlaufen?
Ja, vielen Dank der Nachfrage. Der Arm ist noch etwas blau, aber die Fäden sind bereits entfernt und ich kann den Arm bereits viel besser als vor dem Operationstag bewegen.

Weitere Informationen zum Coronavirus finden Sie unter www.ksgr.ch/coronavirus

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Ansprechpartner

Prof. Dr. med. 
Rudolf Bumm

Leitender Arzt Chirurgie

Tel.+41 81 256 62 21

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