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Schwangerschaft
21.  Jun 2018

«Eine zusätzliche Bindung zwischen Mutter und Kind»

Brida Lang ist Kunsttherapeutin im Kantonsspital Graubünden (KSGR). Jeden Montag, Mittwoch und Donnerstag ist sie für die Patienten der Kinderklinik und der Frauenklinik Fontana unterwegs. In der Frauenklinik ist das Therapieangebot vorgesehen für werdende Mütter, die wegen einer Risikoschwangerschaft länger im Spital bleiben müssen. Am 28. Mai hat Brida Lang ihr Therapieangebot den Pflegefachfrauen und den Hebammen des KSGR erläutert. Schliesslich haben diese den intensivsten Kontakt zu den Schwangeren und können Sie auf die Musik- und Kunsttherapie aufmerksam machen.

Rund 20 Pflegefachfrauen warteten am 28. Mai 2018 gespannt auf die Ausführungen von Brida Lang. Gestartet wurde mit einer kleinen Mal-Übung. Jede der Zuhörerinnen sollte mit zwei Farben ganz kurz das Highlight ihres letzten Wochenendes malen. Danach wurden die kleinen Kunstwerke ausgetauscht und untereinander besprochen.

Der Frosch auf dem Bauch

Der Frosch auf dem Bauch.

In der Folge erklärte Lang den Anwesenden worum es bei der Musik- und Kunsttherapie geht. Sie brachte dutzende Beispiele von werdenden Müttern, die das Angebot in Anspruch genommen haben. Eine Frau, die Zwillinge erwartet, hatte beispielsweise ihre Schwangerschaft mit Gouachefarben in Form einer Spirale mit unterschiedlichen Phasen dargestellt. Eine andere hatte sich gewünscht, sich einen Frosch auf den Bauch zu malen. Eine dritte Patientin hat ein Bild für ihre Tochter gemalt, die zuhause auf ihr neues Geschwisterchen wartete.

Geburtsanzeigen und Collagen

«Viele werdende Mütter gestalten in der Maltherapie die Geburtsanzeigen für ihre Kinder oder machen Collagen» erklärte Lang den Pflegefachfrauen. «Ich lasse den Frauen alle Freiheiten, helfe aber natürlich auch, wenn sie Ideen oder Anregungen für ihre Kunstwerke brauchen.»

Vertraute Klänge

Kunst- und Musiktherapien am Kantonsspital Graubünden.

In der Musiktherapie kommen Kalimbas oder Windspiele zum Einsatz. «Die Klänge beruhigen die Mütter und natürlich nehmen auch die ungeborenen Kinder die Töne und Melodien wahr.» So entstehe eine zusätzliche Bindung zwischen Mutter und Kind. «Die Klänge sorgen bei einem allfälligen Aufenthalt des Frühgeborenen auf der Kinderintensivstation für Vertrautheit – eine wichtige Ressource bei einer grossen Herausforderung.

Was ist eine Risikoschwangerschaft?

Von einer Risikoschwangerschaft spricht man, wenn gewisse Faktoren wie unter anderem chronische Krankheiten, das Alter der werdenden Mutter oder eine Mehrlingsschwangerschaft vorliegen. Es bedeutet jedoch keinesfalls, dass es während Schwangerschaft oder Geburt zwangsläufig zu Komplikationen kommen muss. Die Einstufung als Risikoschwangerschaft bedeutet normalerweise nur, dass es Grund dazu gibt, die Schwangerschaft besonders intensiv zu überwachen. Entsprechend länger kann der Spitalaufenthalt für die werdende Mutter werden.

Erleichterung und Abwechslung durch Kunst

Erleichterung und Abwechslung durch Kunst.

Im schöpferischen Tun kann eine grosse Kraft stecken. Empfindungen und Ängste, Freude und Experimentierlust können auf eine kreative Art ausgedrückt werden. Erstaunt erkennen die Frauen was für ein kreatives Potential in ihnen schlummert – auch eine Ressource für die werdenden Mütter.
Die Therapie schenkt den Patienten ein entspanntes Innehalten während des nicht geplanten Spitalaufenthaltes. Handarbeit und Bastelarbeit können Abwechslung in den Tagesablauf bringen.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter www.arttherapie.org.

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Seraina Spinas
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Seraina Spinas

Betriebswirtschafterin Kinder- und Jugendmedizin

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