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Aus dem Spital
27.  Jun 2019

Mit dem Herzen dabei – Bündner MPA zu Besuch im KSGR

Das Kantonsspital Graubünden (KSGR) organisiert jährlich eine Weiterbildung für die Medizinischen Praxisassistent*innen (MPA) aus der Region Graubünden. Im Juni 2019 stand ein Besuch bei der Kardiologie des KSGR unter der Leitung von Prof. Dr. Pascal Meier auf dem Programm. Ein eindrücklicher und lehrreicher Sommerabend am KSGR.

Der 19. Juni war einer der ersten richtig heissen Tage des Sommers 2019. Man möchte vermuten, dass die Motivation, eine Weiterbildung zu besuchen, am Ende eines solchen Tages eher gering sei. Nicht so bei den Mitgliedern der Bündner Sektion des Verbandes Medizinischer Praxisfachpersonen (SVA). Gut gelaunt und vorfreudig fanden sich die rund 40 MPA im Hörsaal des KSGR ein und warteten gespannt darauf, die Kardiologie am KSGR besser kennenzulernen. Seitens KSGR war Nicola Thurneysen, Leiter Zuweisungsmanagement, verantwortlich für den Anlass. Er war es dann auch, der die ausschliesslich weiblichen MPA im Hörsaal des KSGR begrüsste, bevor er die Bühne der Kardiologie und ihrem Chefarzt, Prof. Dr. Pascal Meier, überliess.

MPA-Anlass Kardiologie

Dr. med. Andreas Indermühle, Leitender Arzt Kardiologie, erklärt den MPA, mit welchen
Utensilien und Materialien in der invasiven Kardiologie gearbeitet wird.

Der Profi erklärt zwei Spezialbereiche der Herzmedizin
Meiers Inputreferat verschaffte den MPA einen Überblick über beiden grossen Bereiche der Herzmedizin, die sogenannte invasive Kardiologie und die Rhythmologie, also das Spezialgebiet der Herzrhythmusstörungen. Er veranschaulichte die beiden Bereiche am Beispiel zweier Patiententypen. Der Patient mit Brustschmerzen braucht häufig die invasive Kardiologie, der Patient mit Herzstolpern oder anderen Rhythmusstörungen fällt ins Gebiet der Rhythmologie. Ausserdem erfuhren die MPA, dass Frauen bis zur Menopause vergleichsweise selten einen Herzinfarkt haben. Anscheinend schützt das Östrogen die weibliche Bevölkerung vor Herzinfarkten. Ausserdem wiesen Frauen bei einem Herzinfarkt eher untypische Symptome auf.

Begründung der invasiven Kardiologie in der Schweiz
In einem Exkurs in die Geschichte der invasiven Kardiologie erläuterte Meier, dass die erste Ballon-Dilatation, bei der ein verengtes Blutgefäss mit einem kleinen Ballon-Katheter wieder erweitert wird, 1977 in Zürich stattfand. Patient war damals ein 38-Jähriger Prättigauer, der auch heute noch wohlauf ist. Eine Pionier-Erfolgsgeschichte aus der Schweiz, die ihren Anfang mit Versuchen an einem Küchentisch in Zürich nahm: Damals versuchten der Angiologe und Kardiologe Andreas Grüntzig und seine Assistentin Maria Schlumpf während Monaten, den besten Weg zu finden, ein verengtes Gefäss wieder freimachen zu können. Sie fanden den Weg und so entstand die Ballon-Dilatation, diese hat die Medizin revolutioniert, so können Arterienverengungen und Verschlüsse relativ elegant behandelt werden, auch beim plötzlichen Herzinfarkt. Die Ballondilatation gilt auch heute noch als der häufigste medizinische Eingriff überhaupt. Diese Ballonkatheter-Technik entwickelte sich stetig weiter.. Meist kommen zusätzlich sogenannte Stents zum Einsatz– kleine Drahtgeflechte, die eine erneute Verengung der Blutgefässe verhindern sollen.

Pascal Meier und Nicola Thurneysen

Prof. Dr. med. Pascal Meier, Cherfarzt Kardiologie (links) und Nicola Thurneysen, Leiter
Zuweisungsmanagement blicken zurück auf einen erfolgreichen Anlass.

Praktische Einblicke erhalten und so für den Beruf lernen
Vom Zürich der ausgehenden 70er zurück zum Weiterbildungsanlass 2019 der MPA am KSGR in Chur: Anschliessend an Prof. Meiers spannenden Vortrag teilten sich die Teilnehmerinnen in vier Gruppen auf. Im Turnus durchliefen die Gruppen verschiedene Stationen. Das Team der Kardiologie verstand es vorbildlich, den MPA praktische Einblicke in die tägliche Arbeit der Kardiologie am KSGR zu verschaffen. Bei Dr. med. Kurt Mayer konnte man erfahren, wie der Herzultraschall funktioniert und was man bei diesem bildgebenden Verfahren alles über das Herz und seine Funktionalitäten erfahren kann. Im Hörsaal besprach Dipl. med. Raphael Heimgartner zwei Fallbeispiele mit den MPA und erklärte ihnen, worauf sie bei der Anamnese – der Erfassung aller relevanten Informationen über den Patienten und seine Krankengeschichte – zu achten haben und welche Auffälligkeiten bei EKGs besonderer Aufmerksamkeit bedürfen. Im neuen Herzkatheterlabor erläuterte Prof. Dr. med. Pascal Meier nochmals die Besonderheiten der sehr häufigen und nicht ganz problemlosen Rhythmusstörung Vorhofflimmern. Er erklärte den MPA die unterschiedlichen Therapie-Möglichkeiten und auch die Funktionen moderner Herzschrittmacher. Dr. med. et phil. nat. Andreas Indermühle schliesslich, zeigte seinen sehr interessierten Zuhörerinnen, mit welchen modernsten Utensilien und Materialen die Kardiologie am KSGR ihre minimalinvasiven Eingriffe vornimmt.

Kenn(lernen) und die Zusammenarbeit stärken
Für Nicola Thurneysen war die Veranstaltung einmal mehr ein grosser Erfolg. «Für uns ist die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den zuweisenden Ärzten in der Region essenziell. Umso wichtiger ist der regelmässige Austausch – nicht nur mit den Ärzten, sondern auch mit den MPA, die eine enorm wichtige Rolle in den Praxen einnehmen. Dafür ist diese Veranstaltung die ideale Plattform. Wir lernen uns gegenseitig besser kennen und können so unsere Zusammenarbeit optimieren. Dementsprechend dankbar bin ich auch für die gute Zusammenarbeit mit der Sektion Graubünden des SVA». Den Teilnehmerinnen bot der Anlass einen spannenden Einblick in die Arbeit der Kardiologie am KSGR. Dabei war es nicht nur spannend und lehrreich – der Eifer und die Begeisterung des KSGR-Kardiologieteams beeindruckten die MPA der Sektion Graubünden. So bleibt dem Autoren des Textes folgende Aussage einer der Anwesenden in Erinnerung: «Man merkt, mit welchem Herzblut hier gearbeitet wird.» Ein Eindruck, der in vielerlei Hinsicht zutrifft.

Weitere Informationen zur Kardiologie finden Sie unter www.ksgr.ch/kardiologie.

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Ansprechpartner

Prof. Dr. med. 
Pascal Meier

Chefarzt Kardiologie, FMH Kardiologie und Innere Medizin

Tel.+41 81 256 63 28

Fax.+41 81 256 66 61

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