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Schwangerschaft
29.  Mrz 2018

Die «Milchbank» hilft beim Start ins Leben

Mutter mit Baby

Mutter mit Baby

Kommt ein Kind vor der 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt, spricht man von einer Frühgeburt. Frühgeborene oder Frühchen brauchen in ihren ersten Tagen und Wochen auf der Welt ganz besondere Pflege und Aufmerksamkeit, damit sie zu kräftigen und gesunden Babys heranwachsen können. Dafür ist im Kantonsspital Graubünden die Kinderintensivstation (KIPS) zuständig. Für die beste Unterstützung von Frühchen braucht es neben der beruhigenden Umgebung und der medizinischen Versorgung auch eine besondere Muttermilch. Manchmal können Mütter diese Milch nicht, oder nur in zu kleiner Menge produzieren. In diesen Momenten kommt die «Milchbank» der Kinderintensivstation unter der Leitung von Claudia Winterstein zum Zug.

Neugeborene und insbesondere Frühchen brauchen Muttermilch mit einer besonderen Zusammensetzung. In den ersten Lebenstagen muss jedes Kind vor Infektionen geschützt werden. Diese Aufgabe übernimmt die erste Muttermilch – auch Kolostrum genannt. Kolostrum hat einen doppelt so hohen Anteil an Proteinen wie die normale Muttermilch. Erst nach einer gewissen Zeit – ungefähr nach zwei bis drei Tagen – verändert sich die Zusammensetzung der Muttermilch. Sie enthält dann mehr Fett, damit das Kind zunehmen und wachsen kann.

Schutz vor Infektionen

Frühchen brauchen einen noch höheren Schutz vor Infektionen. Mütter von Frühgeborenen geben zu Beginn entsprechend eine Muttermilch mit ungefähr dreimal so viel Protein-Anteilen, wie normale Muttermilch. Sozusagen ein Protein-Konzentrat, das die Frühgeborenen vor Infektionen schützt. Diese Milch wird Preterm-Milch genannt.

Mütter werden aktiv angesprochen

Milchvorrat in der Milchbank

Milchvorrat in der Milchbank

Die «Milchbank» der Kinderintensivstation sammelt Muttermilch für Frühgeborene, die bei der Geburt weniger als 1‘500 Gramm wiegen und unter 32 Wochen alt sind. Für die Spenden spricht Claudia Winterstein sowie auch die Mitarbeitenden der Kinderintensivstation Mütter aktiv an, die mehr Milch produzieren, als ihre eigenen Kinder benötigen. Aufgrund interner Richtlinien und dem Bedarf an der speziellen Milch werden die Spenderinnen ausschliesslich aus den Müttern ausgewählt, deren Frühchen auf der Kinderintensivstation hospitalisiert sind. Die von einer Frühgeburt betroffenen Mütter helfen sich sozusagen untereinander.

Umfassende Untersuchungen vor der Spende

Bevor eine Frau Milch spenden kann, müssen bestimmte Untersuchungen durchgeführt werden, um Infektionskrankheiten wie beispielsweise HIV, Hepatitis B und C oder Syphilis auszuschliessen, die über die Muttermilch übertragen werden könnten. Das sind im Allgemeinen dieselben Tests, die auch vor einer Blutspende gemacht werden. Ausserdem werden Informationen zu Essgewohnheiten, Rauch- oder Trinkverhalten der Spenderin erhoben.

Nach der Spende wird die Milch pasteurisiert, damit sie länger haltbar bleibt. Die Spenden werden ausschliesslich intern verwendet, wenn eine Mutter keine oder zu wenig Milch hat. Das kann unterschiedliche Gründe haben wie beispielsweise eine besonders schwere Geburt mit hohem Blutverlust oder chronische Erkrankungen der Mutter. Nach sechs Monaten muss die Milch verwertet werden. Die Planung in Chur ist weitestgehend so optimiert, dass nie Muttermilch entsorgt werden muss.

Gute Planung nötig

Die Milchreserven werden nur intern verwendet. Mit Muttermilch darf nicht gehandelt werden. Die Milch wird weder verliehen noch verkauft. Die grösseren Milchbanken helfen sich jedoch gegenseitig aus, wenn der Bedarf an einem Ort grösser ist als die Reserven. Die Kinderintensivstation des KSGR verfügt über eine eher kleine Milchbank, schafft es aber gut den eigenen Bedarf zu decken. Das setzt eine entsprechende Planung voraus.

Beste Voraussetzungen für einen guten Start ins Leben

Mit der Milchbank der Kinderintensivstation sorgt das KSGR dafür, dass der herausfordernde Start ins Leben für sehr kleine Frühgeborene so einfach und sicher wie möglich ist und mit der bestmöglichen Unterstützung von Mutter und Kind geschieht.


Weitere Informationen finden Sie unter www.ksgr.ch/kinder-jugendmedizin.

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Claudia Winterstein
Ansprechpartner

Claudia Winterstein

Pflegefachverantwortliche

Tel.+41 81 256 64 21

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