Blog

Aus dem Spital
13.  Dez 2018

Hinter den Kulissen: Medizintechnik am KSGR

Egal ob bei Ultraschallterminen, Blutuntersuchungen im Labor oder Eingriffen im Operationssaal; die Chancen, dass bei Ihrem Besuch im Kantonsspital Graubünden (KSGR) ein medizinisches Gerät zum Einsatz kommt, sind gross. Doch wer kümmert sich darum, dass diese stets einwandfrei funktionieren? Florian Grob und Marco Montalta, beide Medizintechniker am KSGR, gewähren einen spannenden Einblick in ihre vielfältige Arbeit.

Am KSGR gibt es rund 6‘000 medizinische Geräte – von simplen Blutdruckmessgeräten über Infusionspumpen zu grossen, komplexen Geräten wie beispielsweise Röntgengeräten. Diese Geräte müssen zuerst angeschafft und anschliessend entsprechend gewartet und bei Bedarf repariert werden. Dafür ist am KSGR die Medizintechnik zuständig. Die Arbeit der sechs Medizintechniker am KSGR teilt sich in zwei Hauptaufgabenbereiche; einerseits Projektleitung im Beschaffungswesen, andererseits Instandhaltung, Reparaturen und Wartung.

Die Anschaffung neuer Geräte ist gar nicht so einfach

Florian Grob bei seiner Arbeit in der Spitaltechnik des KSGR

Florian Grob bei seiner Arbeit in der Medizintechnik des KSGR.

Trotz der vielen Geräte, die bereits in Gebrauch sind, bedürfen die Abteilungen immer wieder neuer Geräte. Hier ist das Team der Medizintechnik gefragt. Marco Montalta, Medizintechniker am KSGR, schildert, wie vor dem Kauf, basierend auf den Bedürfnissen des medizinischen Personals, verschiedene Geräte evaluiert und Offerten eingeholt werden. Dabei unterscheidet sich der Prozess je nach Preis des Gerätes. Bei kleineren, günstigeren Geräten schlägt die Medizintechnik nach vertiefter Prüfung ein Produkt vor, da im Anschluss basierend auf einer Offerte angeschafft werden kann.

Liegt der Preis der Produkte allerdings über 100'000 Franken müssen die gesetzlichen Vorschriften zur öffentlichen Beschaffung beachtet werden. Kriterien und ein Punktevergabesystem werden erarbeitet, auf welchem die Produktauswahl basieren wird. Im Anschluss werden die erhältlichen Produkte evaluiert und eine „Demostellung” organisiert. Dabei kommen die Hersteller ins KSGR, präsentieren ihr Produkt, die Ärzte können die Geräte ausprobieren und entsprechende Punkte werden verteilt. Dieser Prozess wird momentan für den Ersatz der Operationsmikroskope in die Wege geleitet, diese sollen bis Anfang nächsten Jahres ersetzt werden. Der Kaufentscheid hängt dann letztlich von der erreichten Punktzahl ab. “Die Medizintechnik nimmt eine Vermittlerrolle zwischen dem technischen und dem medizinischen Expertenwissen ein und versucht, beides miteinander in Einklang zu bringen”, betont Marco Montalta.

Mit der Bestellung des Geräts ist die Arbeit für das Team der Medizintechnik aber noch nicht getan. Ganz im Gegenteil, denn das Gerät muss nach Erhalt erst einmal entgegengenommen, inventarisiert, aufgebaut und installiert werden. Dies kann auch andere Abteilungen des KSGR miteinbeziehen, da viele Geräte beispielsweise Anschluss ans interne Netzwerk oder Internet benötigen. Die Medizintechnik koordiniert dies und organisiert auch die Schulungen für das medizinische Personal, um sicherzustellen, dass das Gerät optimal genutzt werden kann.

Von notfallmässigen Reparaturen bis zur jährlichen Wartung

Wenn das Gerät im KSGR steht und bereit zur Nutzung ist, kümmert sich die Medizintechnik um die Instandhaltung. Dazu gehört einerseits die regelmässige Wartung, die meist einmal jährlich oder jedes zweite Jahr durchgeführt wird. Das entsprechende Intervall wird vom Hersteller der Geräte vorgegeben und richtet sich nach den gesetzlichen Grundlagen, die in der Medizinprodukteverordnung MepV festgehalten sind.

Spitaltechniker Florian Grob und Marco Montalta stehen freundschaftlich vor der Kamera

Die Medizintechniker Marco Montalta (links) und Florian Grob (rechts).

Andererseits muss der First-Level-Support gewährleistet werden. Über das interne Meldesystem oder per Telefon werden Probleme, die im alltäglichen Gebrauch der Geräte entstehen können, an das Team der Medizintechnik herangetragen. “Probleme können oft auf Anwendungs- oder Einstellungsfehler zurückgeführt werden, aber auch Stürze und Abnutzungserscheinungen treten häufig auf”, schildert Florian Grob, Medizintechniker am KSGR. Nach einer ersten Beurteilung des Problems muss festgestellt werden, ob das Gerät gleich vor Ort repariert werden kann, Ersatzteile bestellt, es eingeschickt werden oder ob ein Techniker vom Hersteller beigezogen werden muss. Die Geräte sind zunehmend vernetzt, was weitere Quellen für Störungen bietet.

Kürzlich hat die Liege für den Patienten des Computertomographen (CT) in der Notfallstation nicht mehr funktioniert. Es hat sich schnell gezeigt, dass es ein Problem mit den Schaltern gab. Diese konnten anschliessend gereinigt werden, so dass das Gerät vorübergehend wieder genutzt werden konnte. Im Anschluss wurden die nötigen Ersatzteile bestellt, um den defekten Schalter auszuwechseln. Dieses Beispiel zeigt, wie Medizintechniker rasch und effektiv Fehler beheben und den reibungslosen Betrieb des Spitals unterstützen. “Bei Grossgeräten ist dies allerdings eher eine Ausnahme, da oft nur ein spezialisierter Techniker die Reparaturen vornehmen kann”, betont Florian Grob.

Der Beruf des Medizintechnikers bietet eine vielseitige Tätigkeit an der Schnittstelle von Mechanik, Elektronik, Informatik und fordert zudem medizinisches Wissen und Verständnis. So stellen die Medizintechniker sicher, dass hinter den Kulissen des KSGR alle Geräte, von Ultraschall- bis Röntgengerät, bereit sind für den nächsten Einsatz.


Weitere Informationen zur Spitaltechnik finden Sie unter www.ksgr.ch/spitaltechnik.

0 Kommentare

Klicken, um ein neues Bild zu erhalten

Die mit einem * gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.

Walter Ackermann
Ansprechpartner

Walter Ackermann

Abteilungsleiter Medizintechnik

Tel.+41 81 256 60 72

E-MAIL