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Aus dem Spital
30.  Aug 2018

Der Marathon-Mann des KSGR

Joachim Wocher arbeitet als Abteilungsleiter Logistik im Kantonsspital Graubünden (KSGR) und führt 30 Mitarbeitende. Er ist am Bodensee aufgewachsen und lebt heute in Altstätten (SG). In den Neunzigern hat ihn das Marathon-Fieber durch Zufall gepackt. Seither stand er erfolgreich an vielen Langstreckenrennen in unterschiedlichen Disziplinen am Start. Die Erfahrungen im Ausdauersport helfen ihm auch im Arbeitsalltag.

Joachim Wocher und sein Team sind zuständig für den Wareneingang, die Kontrolle, Lagerung und die Bewirtschaftung von medizinischem Verbrauchsmaterial im KSGR. «Ausserdem sind wir für den internen Transport und das Entsorgungsmanagement des gesamten KSGR verantwortlich» ergänzt Wocher. Als Ausgleich zum Berufsalltag nimmt der 55-jährige regelmässig an Ausdauersportanlässen teil.

Durch Bierwette zum Marathonsport

Joachim Wocher im Ziel des Swiss Olympic Gigathlon in Bern

Joachim Wocher im Ziel.

Er bezeichnet sich selbst als ambitionierten Hobbysportler. 1994 lief er seinen ersten Marathon – aufgrund einer Bierwette. «Ich war auf einem Seminar in Dortmund. Bei einem Bier mit zwei Kollegen kam das Thema Sport auf und wir kamen zum Schluss, dass wir im kommenden Jahr den Berlin-Marathon zu dritt laufen könnten.» Wocher kam von seinem Seminar zurück und holte sich Trainings-Tipps von einem Arbeitskollegen, der bereits Marathon-Erfahrung hatte. «Ich trainierte auf den Berlin-Marathon hin und war dann aber der Einzige aus der Dreiergruppe, der wirklich teilnahm.» Als Ziel hatte sich Wocher eine Zeit von vier Stunden gesetzt, die er um eine knappe Viertelstunde verpasste. «Das ist vielleicht auch der Grund, warum ich danach weitergemacht habe. Ich wollte unbedingt unter die vier Stunden kommen.» Das schaffte er im Jahr darauf. «Da hatte mich das Lauffieber schon vollends gepackt.»

Der Gigathlon als Alternative

«Nach dem siebten Marathon wurde mir das dann zu langweilig» Seine Marathon-Bestzeit lag bei knapp unter dreieinhalb Stunden. Er merkte, dass sich das nicht mehr gross steigern liess und suchte sich eine neue multisportive Herausforderung, die er Anfang der 2000’er im Gigathlon und später auch beim Ironman fand. «Für den Gigathlon begann ich mit Schwimmkursen, um Crawlen zu lernen und kaufte mir mein erstes gebrauchtes Rennvelo.» Seine unbeliebteste Disziplin war das Inlineskaten. «Es hat zwar Parallelen zur Skating-Technik im Langlaufen, was ich sehr gerne tue, aber irgendwie passt das noch nicht so ganz. Von den Gigathlon-Disziplinen kann ich das Inlineskaten am wenigsten gut. Vielleicht trainiere ich es daher auch am wenigsten» ergänzt er lachend.

Velo-Training auf dem Arbeitsweg

Der Gigathlon besteht aus fünf Disziplinen: Rennvelofahren, Laufen, Schwimmen, Inlineskating und Mountainbike. «Meinen ersten Gigathlon bestritt ich in einem Fünfer-Team. Jeder übernahm eine Disziplin.» Später absolvierte Wocher den Gigathlon im Zweierteam mit seiner Frau und 2012 in einem KSGR Fünfer-Team. 2013 war es dann soweit und er absolvierte den gesamten Gigathlon alleine während einer Woche. Zur Vorbereitung auf den Gigathlon fuhr Wocher mehrmals mit dem Velo zur Arbeit im KSGR. «Da bin ich morgens um halb fünf losgefahren und bin die 70 Kilometer von meinem Wohnort Altstätten bis nach Chur gefahren. Am Abend dann wieder zurück.» Das Ganze zwei bis drei Mal die Woche im Rahmen seines Trainingsprogrammes für den Gigathlon. «Vor zwei Jahren habe ich auch an der Tortour teilgenommen.» Die Tortour ist ein Nonstop-Velorennen über verschiedene Distanzen. Wocher hat die mittlere Strecke über 550 Kilometer in 24 Stunden absolviert.

Der Sport hilft auch im Beruf

«Es ist eine spannende Erfahrung, an die eigenen Grenzen zu gehen. Man merkt, wie viel der eigene Körper zu leisten im Stande ist.» Natürlich helfe der Ausdauersport auch im mentalen Bereich. «Man lernt, sich durchzubeissen und weiter zu machen, auch wenn mal etwas nicht optimal funktioniert.» Man gebe nicht zu schnell auf. «Ich gehe über Mittag gerne joggen. Das hilft dabei, den Kopf durchzulüften und frei zu machen». Manchmal finde man in der Abgeschiedenheit des Fürstenwaldes oberhalb des KSGR die Lösungsansätze für Herausforderungen im beruflichen Umfeld.

Viel Abwechslung und schöne Momente

Joachim Wocher mit dem Mountainbike im Ziel in Brunnen

Der Marathon-Mann mit dem Mountainbike.

Die nächsten Projekte stehen bereits an. «Ich habe eigentlich immer ein Jahresziel. 2018 war das der 100 km-Lauf von Biel. Den bin ich im Juni gelaufen.» Bei den 100 km von Biel starten die Athleten abends um 22 Uhr und laufen dann durch die Nacht 100 km in einem grossen Bogen um Biel herum. «Die letzten 20 Kilometer lief ich mit einem Wadenkrampf. Ich wollte aber unbedingt ins Ziel kommen». Mit Pausen, kurzen Massagen und dem nötigen Durchhaltewillen schaffte Wocher die 100 km sogar in seiner angestrebten Soll-Zeit. Die Abwechslung vom reinen Marathonlaufen hat Wocher gefunden. Bei Läufen wie dem Transruinaulta Trail-Marathon oder dem Transviamala Run sieht man zudem wunderschöne Landschaften. «Man nimmt das durchaus auch wahr und läuft nicht einfach im eigenen gedanklichen Tunnel». Am Gigathlon hatte Wocher einmal während des Rennens eine Pause eingelegt, um einer Gruppe Hornusser am Streckenrand zuzuschauen. «Beim Ziel-Interview habe ich das erzählt und wurde dann immer als ‘der Hornusser’ begrüsst, wenn ich das Ziel an den Folgetagen erreichte.»

Der Sport als Ausgleich und Motivator

Viel Energie geben den Läufern auch die Zuschauer, die bei jedem Lauf am Streckenrand stehen und immer wieder anfeuern. «Das ist ein super Gefühl und ich bin positiv überrascht, wie viele Menschen uns immer wieder applaudieren und motivieren.» Davon zehre man auch noch, wenn der Lauf bereits vorbei und man selbst wieder im Arbeitsalltag angekommen sei. Joachim Wochers nächste sportliche Herausforderung kommt garantiert.




Weitere Informationen zum Thema Logistik im KSGR finden Sie unter www.ksgr.ch/einkauf-logistik.

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Joachim Wocher
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Joachim Wocher

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Tel.+41 81 256 67 95

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