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Fachbeiträge
05.  Jan 2018

Operative Behandlung von Hypophysentumoren

Der Neurochirurge und der Endokrinologe besprechen gemeinsam einen Patienten.

von PD Dr. med. Christian Zweifel

Hypophysentumore sind bei Erwachsenen die häufigste Hypophysenerkrankung. Sie machen ungefähr zehn bis 15 Prozent der primären Hirntumore aus. Im Kantonsspital Graubünden (KSGR) können Patientinnen und Patienten mit Hypophysentumoren nun auch interdisziplinär abgeklärt, operativ behandelt und postoperativ nachbetreut werden.

Hypophysentumore sind meistens gutartig und können in jedem Lebensalter auftreten. Typischerweise leiden die betroffenen Patientinnen und Patienten unter visuellen Symptomen oder auch Störungen der hypophysären Hormonproduktion. Seltener sind reine Kopfschmerzen Leitsymptom. Hypophyseninzidentalome können bei etwa fünf bis zehn Prozent der erwachsenen Population in einer MRT-Bildgebung des Schädels gefunden werden.

Interdisziplinäre Abklärung

Vor der Operation erfolgt eine endokrinologische Standortbestimmung betreffend Funktion der Hypophyse. Oft genügt neben der klinischen Beurteilung eine morgendliche Blutentnahme. Gelegentlich sind jedoch weiterführende Tests notwendig. Nach der funktionellen Beurteilung und der Bildgebung wird das weitere Prozedere gemeinsam festgelegt. Wächst der Tumor an das Chiasma opticum heran, wird zusätzlich eine augenärztliche Abklärung angeordnet. Falls eine Hypophysenunterfunktion, eine Hormonsekretion, visuelle Einschränkungen oder ein bildgebend dokumentiertes Wachstum bestehen, ist meist eine Behandlung des Hypophysentumors indiziert. Hormonaktive Tumore können medikamentös oder chirurgisch behandelt werden. Bei hormoninaktiven Tumoren wird primär ein chirurgisches Vorgehen in Betracht gezogen. Strahlentherapeutische Verfahren werden meistens nicht primär sondern adjuvant oder bei Rezidiven eingesetzt.

Interdisziplinäre Operation

Neurochirurgie

Teamwork auch im Operationssaal.

Die meisten Hypophysentumore können durch einen transnasalen-transsphenoidalen Zugang operiert werden. Im KSGR wird die endoskopische Technik verwendet, bei welcher die Spezialisten der HNO den Weg bis zur Sella freilegen. Nach Eröffnung der Sella wird in der «Vierhand Technik» der Tumor schrittweise reseziert. Es wird eine möglichst radikale Tumorresektion angestrebt, bei Schonung der Normalhypophyse. Fliesst intraoperativ Liquor, ist eine wasserdichte
Rekonstruktion des Sellabodens notwendig. Grösse, Ausdehnung und Invasivität des Tumors sowie die Erfahrung des Chirurgen bestimmen die Resektions- und auch die Komplikationsrate.

Postoperative Nachbetreuung

Postoperativ können vorübergehend ein Diabetes insipidus und/oder eine Hyponatriämie im Rahmen eines SIADH auftreten. Sollte postoperativ eine Hypophyseninsuffizienz auftreten, müssen die entsprechenden Hormone substituiert werden. Nach dem Spitalaustritt werden die Patientinnen und Patienten nach Schema endokrinologisch und bildgebend nachkontrolliert. Die ambulante HNO-ärztliche Weiterbetreuung richtet sich nach dem Bedarf der Patientin, des Patienten.

Weitere Informationen finden Sie unter www.ksgr.ch/neurochirurgie

1 Kommentar
08.  Jan 2018

Dymerets Andrei, Dr.

Es ist wirklich schön! Sie erweitern Ihr operatives Spektrum. Letztes Jahr hieß es noch, dass Sie die Hypophysen in die größeren Kliniken verlegen.

Kantonsspital Graubünden

Sehr geehrter Herr Dymerets
Seitdem PD Dr. med. Christian Zweifel als Chefarzt der Neurochirurgie bei uns am KSGR tätig ist (01.08.2016), können wir diese Operation anbieten.
Freundliche Grüsse, Diana Etter, Unternehmenskommunikation

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Ansprechpartner

PD Dr. med. 
Christian Zweifel

Chefarzt Neurochirurgie, Facharzt für Neurochirurgie

Tel.+41 81 256 62 33

Fax.+41 81 256 66 59

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