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Schwangerschaft
25.  Jul 2018

Hebammenbriefkasten viel Schlaf

Meine Schwester hat vor wenigen Tagen ihr erstes Kind bekommen. Das Baby schläft sehr viel und wird jeweils nur zum Trinken wach. Warum ist das so? S. K. aus H.

Ein neugeborenes Kind braucht viel Schlaf und Ruhe, es ist normal, dass es in den ersten Tagen sehr viel schläft. Durch die ungewohnte Umgebung ausserhalb der Gebärmutter nimmt das Kind sehr viele Reize wahr, diese muss es verarbeiten und zudem verbrauchen sie für das Trinken viel Energie. Die Babys kennen noch kein regelmässiges Schlafmuster, auch der Rhythmus und die Dauer des Schlafes sind von Kind zu Kind unterschiedlich.

Die Zeit, in der die Neugeborenen schlafen, ist über den Tag und die Nacht verteilt und zeigt sich in mehreren Schlafphasen von jeweils drei bis vier Stunden. Durchschnittlich schlafen sie in dieser Zeit zwischen 16 bis 18 Stunden am Tag. Natürlich gibt es auch da Unterschiede, manche Neugeborene benötigen weniger Schlaf als andere.

Die Kinder können anfangs nicht zwischen Tag und Nacht unterscheiden, einige sind regelrechte Nachteulen und werden am Abend oder in der Nacht erst richtig wach und aktiv. Um dem Baby von Anfang an Unterschiede aufzuzeigen, können die Eltern, wenn ihr Kind nachts wach wird, das Füttern und Wechseln der Windel in einem etwas abgedunkelten Raum, in
möglichst ruhiger Atmosphäre durchführen und nur leise und wenig mit dem Baby sprechen. Am Tag hingegen kann das Wickeln und Füttern aktiv gestaltet werden, beispielsweise, indem man viel Licht ins Zimmer lässt, dem Kind etwas vorsingt oder erzählt. Ein regelmässiger Tagesablauf ist ebenfalls empfehlenswert, da Neugeborene schon früh Abläufe erahnen können, was zu ihrer Beruhigung beiträgt.

Die neugeborenen Kinder haben zudem im Unterschied zu uns Erwachsenen viel mehr Leichtschlafphasen, in denen sie Hunger oder Kälte wahrnehmen können. Dies ist überlebenswichtig für die kleinen Geschöpfe.

Nach einigen Monaten entwickelt das Kind zunehmend einen regelmässigen Schlafrhythmus, und die Wachzeiten werden länger. In dieser Zeit entwickelt es auch ein Gefühl für Tag und Nacht, die aktive Phase verlagert sich zunehmend auf den Tag und die Ruhephase in die Nacht. Auch wiederholende Rituale vor dem Schlafengehen am Abend, wie eine Spieluhr oder ein Schlaflied, fördern das Einschlafen. Ein sanftes Streicheln erleichtert dem Kind den Übergang zum Schlaf und gibt Sicherheit.

In der ersten Zeit mit dem Baby empfiehlt es sich, sich als Eltern auch etwas hinzulegen und auszuruhen, wenn ihr Kind schläft. Schliesslich möchte das Baby auch wenn es in der Nacht wach wird von den Eltern umsorgt werden.

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Dann schicken Sie eine E-Mail mit Betreff «Hebammenbriefkasten» an hebammenbriefkasten@51347d5de3964da1a09ea7cdd8d52985ksgr.ch. Eine Auswahl der gestellten Fragen erscheint anonym in den Büwo-Ausgaben und hier auf dem Blog – beantwortet werden aber alle eingegangenen E-Mails.

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Jasmin Battaglia
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Jasmin Battaglia

Hebamme, Stv. Leiterin Gebärabteilung / Hebammenpraxis

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Fax.+41 81 254 84 10

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