Blog

Schwangerschaft
29.  Mrz 2017

Hebammenbriefkasten - Schmerzlinderung bei Geburt

In wenigen Wochen bekomme ich mein erstes Kind. Ich freue mich, habe aber ein mulmiges Gefühl im Hinblick auf die Geburt, vor allem wegen der Wehen. Was gibt es für natürliche Möglichkeiten zur Schmerzlinderung?
D. E. aus F.

Wehen sind Muskelkontraktionen der Gebärmutter, die dafür sorgen, dass sich der Muttermund öffnet und sich das Kind durch den Geburtskanal nach aussen schiebt. Die Wehen verändern sich im Verlauf der Geburt in der Häufigkeit, der Dauer und der Intensität. Die Wahrnehmung der Wehen ist sehr individuell und so auch die Einstufung des Geburtsschmerzes. Dieser wird zudem von verschiedenen Faktoren beeinflusst, wie dem persönlichen Schmerzempfinden, der Dauer der Geburt, der Umgebung sowie von den Begleit- und Fachpersonen.

Nach der Geburt sind die Schmerzen meist rasch vergessen, dies liegt vor allem an den Hormonen, wie dem Oxytocin, das die Wehen anregt und gleichzeitig für Liebes- und Glücksgefühle sorgt. Weiter wirken Endorphine als körpereigenes Schmerzmittel, die die Angst hemmen und nach der Geburt ein Hochgefühl auslösen.

Um den Umgang mit den Wehen zu erleichtern, gibt es verschiedene natürliche Methoden. Diese haben nicht das Ziel, die Schmerzen zu beseitigen, sondern diese für Sie erträglicher zu machen. Ein zentraler Punkt dabei ist die Entspannung. Sie kennen sich selbst am besten und wissen was Ihnen hilft sich zu entspannen, gerne dürfen Sie beispielsweise eine CD mit Ihrer Lieblingsmusik mitbringen.

Wärme ist meist das erste Mittel gegen krampfartige Schmerzen, sei dies durch eine warme Bettflasche oder ein warmes Bad. Oftmals werden die Pausen zwischen den Wehen dadurch etwas länger und die Frauen können in dieser Zeit besser entspannen. Auch die Anwendung von Aromatherapie kann dabei unterstützend wirken, durch ätherische Öle kann die Stimmung positiv beeinflusst werden und dadurch werden wiederum Endorphine freigesetzt. Die ätherischen Öle können beispielsweise mit einer Massage verbunden werden, dadurch kann der Partner oder eine Begleitperson in die Geburt miteinbezogen werden.

Ruhiges und bewusstes Atmen hilft zudem, Spannungen und Verkrampfungen zu lösen und dadurch die Kontraktionen besser zu ertragen. Häufiger Positionswechsel und rhythmische Bewegungen helfen, die Schmerzen etwas angenehmer zu machen, weil durch leichte Muskelarbeit schmerzhemmende Mechanismen angeregt werden. Oftmals ist auch einfach eine Position bequemer als eine andere. Gemeinsam mit Ihrer Hebamme werden Sie im Verlauf der Geburt die beste Methode für Sie persönlich finden, um mit dem Wehenschmerz umgehen zu können. Versuchen Sie sich auf dieses Erlebnis einzulassen.

Haben auch Sie Fragen rund um das Thema Schwangerschaft?

Dann schicken Sie eine E-Mail mit Betreff «Hebammenbriefkasten» an hebammenbriefkasten@d8c1d84aacf04b85bb0c2bf559301737ksgr.ch. Eine Auswahl der gestellten Fragen erscheint anonym in den Büwo-Ausgaben und hier auf dem Blog – beantwortet werden aber alle eingegangenen E-Mails.

0 Kommentare

Klicken, um ein neues Bild zu erhalten

Die mit einem * gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.

Jasmin Battaglia
Ansprechpartner

Jasmin Battaglia

Hebamme, Stv. Leiterin Gebärabteilung / Hebammenpraxis

Tel.+41 81 254 84 04 (Hebammenpraxis, für Terminvereinbarungen)

Fax.+41 81 254 84 10

E-MAIL