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Gesundheit
03.  Mai 2018

Der 5. Mai ist internationaler Händehygienetag

Unsere Hände sind die wichtigsten Werkzeuge, die uns zur Verfügung stehen. Das gilt für das Personal in einem Spital genauso wie für Handwerker, Bürokräfte, Wissenschaftler und alle anderen Berufsgruppen. Im medizinischen Umfeld kommt zusätzlich ganz besonders der Händehygiene eine sehr wichtige Rolle zu. Die Hände von Pflegepersonal oder Ärzten müssen beim Kontakt mit Patienten nicht nur sauber, sondern hygienisch rein sein. Am 5. Mai 2018 findet im Kantonsspital Graubünden KSGR eine Sensibilisierungskampagne für das Personal statt.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat den 5. Mai zum jährlichen Händehygienetag erklärt. Seit einigen Jahren wird an diesem symbolischen Tag – 5.5. für zwei mal fünf Finger – auf die enorme Wichtigkeit der Handhygiene im Gesundheitswesen aufmerksam gemacht.

Der verkannte Hygiene-Pionier

Händehygiene

Händehygiene ist nicht zu unterschätzen.

Die effektive Händehygiene ist innerhalb der Spitalhygiene eine der wichtigsten Massnahmen, um der Übertragung von Erregern vorzubeugen. Diese Erkenntnis stammt aus dem mittleren 19. Jahrhundert. Damals hat der ungarische Arzt Ignaz Semmelweis einen Zusammenhang zwischen der hohen Sterblichkeit wegen Kindbettfiebers und der mangelnden Händehygiene erkannt. Ärzte gingen damals noch von der Arbeit am Seziertisch in den Gebärsaal, ohne ihre Hände dazwischen zu desinfizieren.

Semmelweis verfügte, dass in der Klinik, in der er praktizierte, die Hände von Ärzten vor jeder Untersuchung mit Chlorkalklösung desinfiziert werden mussten. Die Sterblichkeitsrate im Wochenbett sank innert drei Monaten von rund 18 auf gut ein Prozent.

Dennoch wurden seine Arbeiten als «spekulativer Unfug» abgelehnt. Die Tragweite und Wichtigkeit seiner Entdeckung wurde erst nach seinem Tod anerkannt. Heute gilt er als Held der Medizin und wird als der «Retter der Mütter» bezeichnet.

Einfache Regeln

Auch heute kann es im hektischen Spitalalltag passieren, dass die Handhygiene nicht in der Konsequenz erfolgt, die nötig wäre. Aus diesem Grund hat die WHO fünf Indikationen festgehalten, in denen eine Händedesinfektion gemacht werden muss. Eine Gedankenstütze für alle, die mit Patienten in Kontakt stehen:

  • vor Patientenkontakt
  • vor aseptischen oder sauberen Handlungen, die über einen oberflächlichen Hautkontakt hinausgehen. Beispielsweise beim Legen einer Infusion.
  • nach Kontakt mit potentiell infektiösen Materialien (Körperflüssigkeiten, Wundverbände, nicht intakte Haut, etc.)
  • nach Kontakt mit Oberflächen in unmittelbarer Umgebung des Patienten (Nachttisch, Bettgestell, Monitore, medizin-technische Geräte etc.)
  • nach Patientenkontakt

Die richtige Technik

Nebst dem richtigen Moment für die Händedesinfektion ist auch die richtige Technik sehr wichtig. Der Vorgang ist auf folgende drei Schritte reduziert worden. Erstens müssen die Hände vollständig mit Desinfektionsmittel benetzt werden. Zweitens müssen die Fingerspitzen mit kreisenden Bewegungen auf der Handfläche gerieben werden und drittens muss der Daumen mit der geschlossenen anderen Hand eingerieben werden. Es ist ein einfaches Vorgehen, das wohl auch genau deswegen in der Hitze des Alltags vergessen werden kann.

So oft wie nötig, so einfach wie möglich

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Drei Schritte der Händedesinfektion

Im Spitalbereich kann eine solche Nachlässigkeit jedoch grosse Auswirkungen haben, indem durch unsaubere Hände des Personals Krankheitserreger von einem Patienten zum anderen übertragen werden. Damit die Händehygiene so oft wie nötig und so einfach wie möglich erfolgt, sind im KSGR an allen neuralgischen Punkten Desinfektionsmittel-Spender angebracht. So hat es beispielsweise in jedem Patientenzimmer mehrere Spender. Zudem wird bei Bedarf den Mitarbeitenden mit Patientenkontakt Desinfektionsmittel in kleinen Flaschen abgegeben, damit sie sich jederzeit die Hände desinfizieren können. Das Ziel ist durch Händedesinfektion im richtigen Moment mit der richtigen Technik, die Sicherheit in der Patientenbetreuung zu erhöhen.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter www.ksgr.ch/infektiologie und www.ksgr.ch/spitalhygiene.

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Ansprechpartner

Dr. med. 
Felix Fleisch

Leitender Arzt, Leiter Infektiologie und Spitalhygiene

Tel.+41 81 256 75 45

Fax.+41 81 256 72 11

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