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Aus dem Spital
29.  Mai 2017

«Patienten in der Schweiz haben mehr Geduld»

Er ist in Jackson, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Mississippi, aufgewachsen, ist verheiratet und hat einen Hund namens «Beaux». Dr. Will Johnson ist der zweite Austauscharzt, der im KSGR-Blog vorgestellt wird.

Dr. William Johnson, Gastarzt auf der Unfallchirurgie KSGR

Dr. William Johnson, Gastarzt auf der Unfallchirurgie.

Will, wie ist es dazu gekommen, dass Sie aus dem fernen Amerika für einen Praxisaufenthalt nach Chur gekommen sind?
Johnson: Das ging bei mir auch über eine Orthopädie-Organisation (die AO-Fundation, wie beim ersten vorgestellten Gastarzt Mihnea Dumitrescu, Anm. d. Red.) Im Rahmen meiner Ausbildung gibt es einen dreimonatigen Block, der für Forschung und Praxiserfahrung reserviert ist. Dafür gibt es ein Austauschprogramm, für das man sich bewerben kann. Ich habe mich für die Schweiz und für Chur entschieden.

Warum Chur?
Johnson: Vor mir waren bereits drei Ärzte aus den USA in Chur. Von diesen Kollegen hörte ich sehr viel Gutes über Chur und vor allem über Dr. med. Christoph Sommer. Ausserdem ist Christoph Sommer mit einem meiner Vorgesetzten in den USA beruflich vernetzt .

Wann war klar, dass Sie nach Chur kommen können.
Johnson: Ich habe im März erfahren, dass ich den Mai in Chur verbringen kann. Das hat mich riesig gefreut, hatte aber natürlich auch zur Folge, dass ich relativ kurzfristig alles organisieren musste.

Nun waren Sie einen Monat lang hier. Wie hat es Ihnen gefallen?
Johnson: Es hat mir sehr gut gefallen. Es war nicht extrem viel los. Die Skisaison ist vorbei und die Wandersaison hat noch nicht so richtig begonnen. Dementsprechend hatten wir in der Unfallchirurgie einen überschaubaren Workload. Das hatte aber auch den Vorteil, dass ich viel Zeit mit Christoph Sommer verbringen und dadurch intensiver von seinem Fachwissen profitieren konnte.

Hatten Sie auch etwas Zeit, sich die Schweiz anzuschauen?
Johnson: Ja. Meine Frau Kellie war während drei Wochen mit in Chur. Das war wunderbar und wir haben die Zeit genutzt. Während meiner freien Tage sind wir mit dem ÖV durch die ganze Schweiz gereist. Wir waren in Grindelwald, Luzern,
St. Moritz, Bern und haben in Zürich ein Konzert von Bruno Mars besucht.

Wo sehen Sie die grössten Unterschiede zwischen einem Spital in der Schweiz und einem in den USA?
Johnson: Das Basishandwerk ist dasselbe. Aufgefallen sind mir Unterschiede in der Betreuung der auszubildenden Assistenzärzte. In den USA wird man ständig begleitet, überwacht und korrigiert. Hier in der Schweiz gibt es, vor allem für die fortgeschrittenen Assistenzärzte, mehr Freiheiten. Man kann autonomer handeln. Ein grosser Unterschied ist meines Erachtens bei den Patienten auszumachen. In Amerika wollen Patienten immer so schnell wie möglich wieder einsatzfähig sein. Hier gibt man sich hingegen die Zeit, die zur Heilung benötigt wird. Hier haben die Patienten mehr Geduld.

Was bleibt Ihnen nach Ihrem Aufenthalt in Chur besonders in Erinnerung?
Johnson: Ich lernte viele neue Techniken kennen. Vor allem aber habe ich gelernt, «out of the box» zu denken.

Wie kann man als Arzt «out of the Box» denken?
Johnson: Nun ja. Man kann unterschiedliche Frakturen auf unterschiedliche Art und Weise behandeln. Manchmal ist der naheliegende, der Standard-Approach nicht der beste. In diesem Zusammenhang hat mir Dr. med. Christoph Sommer sehr geholfen neue Herangehensweisen zu entdecken und die Möglichkeit unkonventioneller Ansätze auch zuzulassen.


Weitere Informationen:
www.ksgr.ch/unfallchirurgie


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Ansprechpartner

Dr. med. 
Christoph Sommer

Chefarzt Unfallchirurgie / Allgemeinchirurgie, Leiter Unfallchirurgie

Tel.+41 81 256 62 05

Fax.+41 81 256 66 94

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