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Aus dem Spital
03.  Jan 2019

Aus dem Land der Tulpen in die Schweizer Berge: über die Weihnachtszeit am Kantonsspital Graubünden

Dr. med. Bryan van de Wall kam für drei Monate in die Schweiz, um neue Facetten der Unfallchirurgie kennenzulernen. Nachdem der niederländische Assistenzarzt bereits zwei Gastmonate im Kantonsspital Luzern absolvierte, arbeitet er über die hektische Weihnachtszeit für einen Monat im Kantonsspital Graubünden (KSGR). Wie es ihm im KSGR gefällt und was er in der Zeit erlebt hat, erzählt er im Interview.

Herr van de Wall, Sie kommen aus den Niederlanden. Woher genau? Und wie ist Ihre Arbeit dort?
Ich komme aus Utrecht, wo ich am Universitätsspital als Assistenzarzt in der Unfallchirurgie arbeite. Das Spital hat es mir ermöglicht, für drei Monate im Ausland zu arbeiten – diese Chance wollte ich unbedingt nutzen.

Bryan van de Wall

Bryan van de Wall

Weshalb haben Sie sich für Luzern und Chur entschieden?
Die Schweiz ist bei Unfallchirurgen für solche Austausche sehr beliebt, denn die Qualität dieser Aufenthalte ist hier sehr hoch, dementsprechend viel gibt es zu lernen. Innerhalb der Schweiz fiel die Wahl auf die beiden Spitäler, weil das Universitätsspital Utrecht sehr gute Beziehungen zu Dr. med. Frank Beeres, Leitender Arzt am Kantonsspital Luzern, und Dr. med. Herman Frima, Oberarzt am KSGR, pflegt. Zudem habe ich nur Gutes über den Austausch an diesen beiden Spitälern gehört.

Was wussten Sie über das KSGR bevor sie hier angekommen sind?
Nicht viel, ich wusste, dass es in den Bergen liegt. Das heisst es gibt viele Ski- und Bergsportunfälle – etwas, was wir in den flachen Niederlanden nicht haben. Besonders während der Skisaison ist am KSGR viel los. Noch besser wäre es wohl im Januar oder Februar zu kommen, aber das konnte ich mir leider nicht einrichten.

Hatten Sie trotzdem schon einige Wintersportunfälle zu behandeln?
Ja, auch wenn die Saison erst begonnen hat, hatten wir bereits ein paar Skiunfälle, hauptsächlich Schlüsselbeinbrüche und Brüche des Oberarms.

Unterscheiden sich die Fälle am KSGR stark von jenen in Utrecht?
In den Niederlanden haben wir keine Berge und daher auch keine Ski- und auch weniger Sportverletzungen. Die meisten Fälle sind Verkehrsunfälle. Daher gibt es hier viel mehr junge, aktive Patienten.

Wie gefällt es Ihnen hier am KSGR?
Es gefällt mir sehr gut. Die Atmosphäre ist sehr angenehm und die Leute sind nett und offen. Der grösste Unterschied zum Universitätsspital Utrecht ist, dass in den Niederlanden die Kosteneffizienz sehr im Zentrum steht. Man hat kaum Zeit zu essen und oft nur zehn Minuten zwischen zwei Operationen. Hier hat man mehr Zeit, auch für jede einzelne Operation.

Was war für Sie bislang der einprägsamste Moment am KSGR?
Ein Verkehrsunfall bei hoher Geschwindigkeit; der Patient konnte auf der Unfallstelle noch gehen und beteuerte, dass es ihm gut gehe. Als der schichthabende Oberarzt vom Unfallhergang gehört hatte, hat er sofort vermutet, dass nicht alles in Ordnung sein konnte und hat, bereits bevor er den Patienten gesehen hat, alle Chirurgen alarmiert. So kam es dann auch; der Patient hatte schwere innere Blutungen und musste sofort operiert werden. Die Operation war zum Glück erfolgreich. Ich war sehr beeindruckt wie schnell und reibungslos alles in die Wege geleitet wurde. Deshalb ist mir dieser Fall besonders in Erinnerung geblieben.

Wie gefällt es Ihnen hier in der Schweiz im Allgemeinen? Konnten Sie Graubünden bereits erkunden?
Die Schweiz ist sehr schön und die Lebensqualität hoch. Man kann dies daran sehen, dass die Leute entspannt sind und sich nett und tolerant begegnen. Ich habe schon einiges gesehen in den letzten Wochen. Vor allem war ich schon an verschiedenen Orten Ski fahren; in Engelberg, auf der Lenzerheide und Arosa, und ich muss gestehen auch in Österreich (lacht).

Was haben Sie noch geplant?
Noch mehr Skifahren. Ich möchte mir noch weitere Skigebiete ansehen und draussen in der Natur sein. Zudem steht die hektische Weihnachtszeit hier am KSGR an, da erwarten mich bestimmt noch weitere spannende Fälle.


Weitere Informationen zu der Unfallchirurgie am KSGR finden Sie unter www.ksgr.ch/Unfallchirurgie.

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Ansprechpartner

Dr. med. 
Christoph Sommer

Chefarzt Unfallchirurgie / Allgemeinchirurgie, Leiter Unfallchirurgie

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Fax.+41 81 256 66 94

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