Blog

Aus dem Spital
25.  Apr 2019

Erwartungen übertroffen – spannende Fälle und sportliche Herausforderungen

Jan Siert Reinders

Dr. med. Jan Siert Reinders betreut am Groene Hart Spital in Gouda, einer Stadt in der Nähe von Rotterdam, Fälle im Bereich der Unfall- und Allgemeinchirurgie. Im Februar und März war der Niederländer für sechs Wochen in Chur zu Besuch; nicht um Ferien zu machen, sondern um sich am Kantonsspital Graubünden (KSGR) neue Fähigkeiten anzueignen. Im Interview erzählt er von seiner Zeit in der Bündner Hauptstadt.

Wie sind Sie auf das KSGR aufmerksam geworden?
Ich kannte Herrn Dr. med. Christoph Sommer. Der Hauptgrund für meinen Wunsch hierher zu kommen, war aber ein Freund von mir, der vor zwei Jahren über die AO Foundation einen Aufenthalt am KSGR gemacht hatte. Er hat sehr von seiner Zeit hier geschwärmt. Sowohl von der Freundlichkeit der Leute, aber auch davon, wie viel er hier lernen konnte.

Dann waren Sie auch mit dem Programm der AO Foundation hier am KSGR?
Nein, für das AO Fellowship Programm muss man sich ein Jahr im Voraus bewerben. Ich wollte allerdings unbedingt noch dieses Jahr kommen. Das KSGR war glücklicherweise bereit, mich unabhängig vom Programm der AO Foundation zu empfangen. So konnte ich schon etwas früher kommen.

Und wie hat es Ihnen hier gefallen? War es wirklich so toll hier, wie es Ihr Freund geschildert hat?
Auf jeden Fall, meine Erwartungen wurden sogar noch übertroffen. Herr Dr. med. Christoph Sommer und sein Team sind exzellente Chirurgen und auch sehr gute Lehrer. So beschrieben sie beispielsweise während Operationen, was sie als nächstes tun und erklärten weshalb. Zusätzlich nahmen sie mich, wenn zwischen Operationen etwas Zeit blieb, immer mal wieder zur Seite um etwas zu erklären. Es ist also ein sehr gutes Umfeld, um zu lernen.

Wie ist das KSGR im Vergleich zum Spital, in dem Sie normalerweise arbeiten?
Das KSGR ist etwas grösser und unterscheidet sich vor allem durch die Anzahl der zu behandelnden Brüche sowie der Art der Verletzungen. Hier handelt es sich vorwiegend um Sportverletzungen. Diese zeichnen sich durch die hohe Energie beim Aufprall aus. Dadurch sind die Verletzungen oft schwerwiegender. Da es sich bei den Patientinnen und Patienten meistens um fitte und sportliche Personen handelt und die Operationen sehr präzise durchgeführt werden, verläuft die Genesung trotzdem in den meisten Fällen sehr gut.

Ist dies ihre erste Auslanderfahrung als Arzt?
Nein, ich habe bereits einen Aufenthalt an einem Spital in Kapstadt, Südafrika, gemacht. Dort wird die Unfallchirurgie in zwei Abteilungen aufgeteilt: In der einen Abteilung werden Brüche behandelt, in der anderen Abteilung spezialisieren sich die Ärzte auf Schuss- und Stichverletzungen. Ich habe dort im zweitgenannten Bereich gearbeitet, um mich so in einem Bereich weiterzubilden, der in den Niederlanden – zum Glück – weniger beansprucht wird.

Gibt es auch Gemeinsamkeiten zwischen den beiden, wahrscheinlich doch sehr verschiedenen Aufenthalten?
Die beiden Austausche haben gemeinsam, dass sie durch die Kontakte vor Ort Einblicke in andere Kulturen und Systeme ermöglichen. Während ich mich hier beispielsweise darauf verlassen konnte, dass der Patient zur vereinbarten Zeit zur Nachkontrolle erscheint, musste ich in Kapstadt immer abschätzen, wie gross das Risiko ist, dass Patienten nicht wiederkommen und sich nicht an meine Ratschläge bezüglich Pflege der Verletzung halten können oder wollen. Diese Umstände müssen in die Planung der Behandlung miteinbezogen werden.

Jan Siert Reinders im Fürstenwald

Marathon-Vorbereitung im Schnee. Jan Siert Reinders im Schnee des Fürstenwaldes.
(Bild: Reinders)

Wie gefällt Ihnen die Schweiz?
Es gefällt mir gut – besonders die Landschaft um Chur ist sehr schön. Ich verbrachte zwar die meiste Zeit im Spital, um möglichst viel zu lernen, aber wenn ich mal frei hatte, ging ich gerne joggen. Ich bereitete mich auf den Marathon in Rotterdam vor.

Das Auf und Ab in den Bergen war bestimmt ungewohnt?
Ja, am Tag meiner Ankunft wollte ich in den Fürstenwald, um dort zu trainieren. Für eine Strecke von 14 Kilometern benötigte ich allerdings fast zwei Stunden. Es ging ständig auf und ab und zudem musst ich mich noch durch den Schnee kämpfen. Später habe ich allerdings eine Strecke entlang des Rheins für mich entdeckt.

Blieb neben der Arbeit auch noch etwas Zeit, um Skifahren zu gehen?
Ja, ich traf meine Freundin für ein Wochenende in Leysin, das liegt in der Nähe von Lausanne, zum Skifahren. Ausserdem konnte ich am Skitag der Chirurgie teilnehmen. In dieser stressigen und arbeitsintensiven Zeit ist es wichtig, dass man sich auch auf einer persönlichen Ebene mit seinen Mitarbeitenden versteht. Der Skitag war eine tolle Gelegenheit, mich abseits vom Operationssaal mit den Mitarbeitenden des Spitals auszutauschen.

Weitere Informationen zu der Unfallchirurgie am KSGR finden Sie unter www.ksgr.ch/Unfallchirurgie.

0 Kommentare

Klicken, um ein neues Bild zu erhalten

Die mit einem * gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.

name
Ansprechpartner

Dr. med. 
Christoph Sommer

Chefarzt Unfallchirurgie / Allgemeinchirurgie, Leiter Unfallchirurgie

Tel.+41 81 256 62 05

Fax.+41 81 256 66 94

E-MAIL