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Gesundheit
03.  Apr 2017

Endometriose: Im Dialog die richtige Therapie finden

Endometriose-Vortrag am Kantonsspital Graubünden

Endometriose-Vortrag am Kantonsspital Graubünden.

Etwa jede zehnte Frau im gebärfähigen Alter leidet unter Endometriose. Die chronische Krankheit sorgt bei den betroffenen Frauen für teils massive Beschwerden während der Periode. Das Kantonsspital Graubünden informierte am 22. März 2017 über die Krankheit sowie die Beratungsmöglichkeiten und Therapien, die das Endometriosezentrum des Kantonsspitals Graubünden bietet.

In seinem Vortrag erklärte Dr. med. Peter Martin Fehr, Chefarzt Gynäkologie und Departementsleiter Frauenklinik, den zahlreichen Anwesenden, was Endiometriose ist und wo die grössten Herausforderungen bei Diagnose und Therapie liegen. So ist die Diagnose der Krankheit nicht einfach: Symptome wie Schmerzen bei der Periode, chronische Unterleibsschmerzen, Verstopfung oder Durchfall während der Periode, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder ein unerfüllter Kinderwunsch können unterschiedlichste Ursachen haben. Bis zur richtigen Diagnose konsultieren viele der betroffenen Frauen mitunter bis zu fünf Ärzte in einem Zeitraum zwischen drei und elf Jahren.

Einfluss auf mehrere Lebensbereiche

Die Endometriose-Schmerzen schränken Betroffene in Berufsalltag, Privatleben und Partnerschaft ein. Wer unter massiven Schmerzen leidet, kann kaum spontan etwas mit Freunden oder dem Partner unternehmen. Gleichzeitig haben die bis zu 45 Tage Arbeitsunfähigkeit pro Jahr und Patientin auch wesentliche wirtschaftliche Konsequenzen. Der psychische Einfluss all dieser Faktoren ist nicht von der Hand zu weisen. Entsprechend wichtig ist, dass Betroffene den Dialog suchen. Mit ihrem Umfeld, dem Gynäkologen oder einem Spezialisten im Endometriosezentrum.

Die richtige Therapie finden

Was für die eine Patientin richtig ist, muss nicht zwingend auch für die andere gelten. Bei der Therapieplanung müssen viele Aspekte berücksichtigt werden. Auch deshalb ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit bei Endometriosepatientinnen entscheidend. Von der Gynäkologie über die Reproduktionsmedizin hin zum Sozialdienst und der Psychologie greifen die Zahnräder der Fachbereiche im Endometriosezentrum ineinander und bieten den Patientinnen eine umfassende Betreuung.

Der Dialog ist wichtig

Besteht der Verdacht auf Endometriose, ist es wichtig, dass Betroffene den Dialog suchen und auch finden können. Unter Freundinnen, aber vor allem auch mit Gynäkologen oder Spezialisten. Die Symptome müssen erkannt und gemeinsam muss geklärt werden, welche Massnahmen in Frage kommen und welche nicht. Der Wunsch nach Schmerzbekämpfung und der Kinderwunsch spielen dabei die zentralen Rollen. Steht der Schmerz im Vordergrund und ist die Familienplanung abgeschlossen, können sämtliche Endometrioseherde entfernt werden. Wünscht sich die Patientin Kinder, müssen Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke geschont werden.

Das Leben geniessen

Die Krankheit Endometriose schafft für betroffene Frauen eine schwierige Situation. Privat wie beruflich. Wichtig ist, dass bei Beschwerden der Dialog gesucht und die richtigen Massnahmen getroffen werden. So kann das Leben trotz Krankheit in vollen Zügen genossen werden.

Das ist Endometriose

OP Endometriose

Endometrioseoperation

Endometriose ist eine chronische, jedoch gutartige, Erkrankung, bei der die Gebärmutterschleimhaut ausserhalb der Gebärmutter wächst. Die Endometrioseherde befinden sich häufig im Unterbauch, wie in den Eierstöcken, der Gebärmutter, dem Bauchfell und selten dem Darm, den Harnleitern sowie der Blase. Es entstehen entzündliche Verklebungen, die zu Schmerzen und Unfruchtbarkeit führen. Endometrioseherde durchlaufen denselben Monatszyklus wie die Gebärmutterschleimhaut. Das Blut kann jedoch nicht aus dem Körper abgesondert werden und muss durch Entzündungszellen abgebaut werden.

Links zu weiteren Informationen:
www.endo-help.ch
www.ksgr.ch/endometriosezentrum

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Peter Martin Fehr
Ansprechpartner

Dr. med.
Peter Martin Fehr

Chefarzt Gynäkologie und Departementsleiter Frauenklinik, Mitglied der Geschäftsleitung

Tel.+41 81 254 81 53

Fax.+41 81 254 80 55

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