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Aus dem Spital
07.  Jan 2021

Beratung, die Eltern bewegt

Wenn ein Kind auf die Welt kommt, ist das ein unglaublich bewegendes Erlebnis. Vor, während und nach einer Geburt tauchen viele Fragen auf. Die Elternberatung hilft den frischgebackenen Eltern Antworten zu finden und steht ihnen gerne unterstützend zur Seite.

Eltern werden in den ersten Wochen nach der Geburt von der Hebamme betreut. Danach steht die Elternberatung, sei es bei Hausbesuchen oder in den Beratungszentren, unterstützend zur Seite. Die Elternberatung Churer Rheintal betreibt als Bereich des Kantonsspitals Graubünden Zentren in Chur, Landquart, Domat/Ems, Arosa, Flims und Lenzerheide. Die Beratung ist freiwillig, kostenlos und vertraulich. Sie wird vom Gesundheitsamt Graubünden unterstützt.

Elternberatung Churer Rheintal unter Leitung des KSGR
Die Elternberatung Churer Rheintal ist eine Abteilung des Kantonsspitals Graubünden. Gesamtkantonal ist das Gesundheitsamt für die Koordination der Elternberatung in Graubünden zuständig. Alexa Niedermann arbeitet am Kantonsspital und leitet die Elternberatung Churer Rheintal. Sie erklärt, wie werdende Eltern auf das Angebot aufmerksam gemacht werden: «Die Eltern erhalten im Spital oder von ihrer Hebamme einen Flyer, auf dem das Angebot der Elternberatung beschrieben ist. Nach einigen Wochen melden wir uns zusätzlich mit einem Willkommensbrief sowie auch telefonisch bei den frischgebackenen Eltern. Dennoch kommt es vor, dass das Angebot der Elternberatung jungen Eltern zu wenig bekannt ist und sie dieses nicht beanspruchen.»

Unterschiedlichste Informationsbedürfnisse
Die Fragen, die in der Beratung auftauchen, sind sehr unterschiedlich. Die Elternberatung möchte, dass die Eltern Sicherheit erlangen. Vor allem in der ersten Phase nach der Geburt tauchen viele Fragen zum Thema Ernährung, Stillen und dem Schlafrhythmus ihres Kindes auf. «Die Beratungsdienstleistungen sind immer individuell», ergänzt Niedermann. «Erstgebärende benötigen andere Informationen als Eltern, die zum Beispiel bereits ihr viertes Kind zur Welt gebracht haben». Aber auch später ist die Elternberatung die richtige Anlaufstelle. «Wir beraten und unterstützen Eltern mit Kindern im Alter von null bis fünf Jahren.» Bei etwas älteren Kindern gehe es eher um die Themen Entwicklung und Erziehung sowie um den Umgang mit Emotionen, den Umgang mit Frust, Wut und Verlustängsten. Aber auch die Rollenfindung der Eltern und passende Entlastungsmöglichkeiten sind zentrale Themen in der Beratung.

Den individuell passenden Weg durch die Flut an Informationen finden
Eltern sind grundsätzlich gut informiert, weiss Niedermann und ergänzt: «Sie sind aber auch konfrontiert mit einer enormen Fülle an Informationen aus dem Internet und sozialen Netzwerken. Die widersprechen sich hin und wieder und sind insbesondere nicht immer auf die eigene Situation anwendbar». Hier spielt die individuelle Beratung der Eltern eine wichtige Rolle. «Wir geben den Eltern nicht einfach Standardlösungen vor, sondern besprechen mit ihnen, welche Möglichkeiten und Lösungsansätze für ihre ganz persönliche Familiensituation und die individuelle Herausforderung bestehen.» Oft werden Fragen rund um das Thema Geburt und die Betreuung von Neugeborenen mit den Hebammen, aber auch innerhalb des Freundeskreises und der Familie besprochen. Wenn zusätzliche Fragen auftauchen, ist die Elternberatung die richtige Adresse. «Für uns ist es auch wichtig, auch Familien mit Migrationshintergrund zu erreichen, die hier allenfalls kein sehr grosses Netzwerk haben und deren Familien nicht hier vor Ort sind».

Ausbildung und Abgrenzung
Die Beraterinnen sind ausgebildete Fachpersonen. «Meist sind es pädiatrische Pflegefachleute die sich im Bereich Elternberatung weitergebildet haben. Das ist ein Nachdiplomstudium», erklärt Niedermann. Es gibt aber auch den umgekehrten Weg, also zum Beispiel Sozialpädagoginnen und -Pädagogen, die sich für die Elternberatung weiterbilden lassen. Je nach Ausgangslage wird der jeweils andere Bereich intensiver ausgebildet. Wichtig ist dabei, dass die Beraterinnen wissen, wo ihre Beratungskompetenzen enden und eine Weiterempfehlung notwendig ist. Oft sei die Frage: «Was ist Elternberatung und was ist Familien- oder Paartherapie?». Eine klare Abgrenzung ist essenziell: «Gute Beratung zeichnet sich dadurch aus, die eigenen Grenzen zu kennen.»
Die Geburt eines Kindes ist ein bewegendes Erlebnis und mit vielen Fragen verbunden. Fragen, bei denen die Elternberatung unterstützen kann.

Weitere Informationen zur Elternberatung Churer Rheintal finden Sie unter www.ksgr.ch/elternberatung

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Alexa Niedermann
Ansprechpartner

Alexa Niedermann

Leitung Elternberatung

Tel.+41 81 255 70 50

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