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Schwangerschaft
03.  Okt 2017

Ein neues Leben – für alle

Mit Niederkunft ist das Abenteuer «Eltern werden» noch lange nicht vorbei. Nach der Geburt kommen so einige Herausforderungen und Veränderungen auf Mutter, Vater und Kind zu. Seien es emotionale Punkte wie die Mutter-Kind-Bindung, die neue Lebenssituation oder rein körperliche Aspekte wie die Hormonumstellung oder die Rückbildung nach der Geburt. In allen Bereichen bietet das Kantonsspital Graubünden (KSGR) die nötige Betreuung.

Kaum etwas verbindet Mutter und Kind mehr als das Bonding und das erste Stillen nach der Geburt. Das Neugeborene ist hellwach und der Saug- und Suchreflex besonders stark ausgeprägt. Sobald sich das Kind von der Geburt erholt hat, beginnt es ganz von selbst, suchende und saugende Bewegungen mit dem Mund zu machen. Das ist bei manchen Babys schon wenige Minuten nach der Geburt der Fall, andere brauchen etwas länger dazu.

Beim Stillen wird das Kind durch die Muttermilch mit Eiweiss, schützenden Antikörpern und Vitaminen versorgt. Ausserdem gibt das Saugen den entscheidenden Anstoss zur Ausschüttung wichtiger Hormone zur Milchbildung und zum Milchtransport im Körper der Mutter. Dadurch kommt die Milchproduktion früher und problemloser in Gang.

Die Still- und Laktationsberaterinnen des KSGR führen umfassende Beratungen im Stillambulatorium durch. Das Ambulatorium steht allen Müttern als Beratungsstelle in Vorbereitung auf die Ernährung des Kindes, bei Fragen und Schwierigkeiten während der Stillzeit, beim Abstillen und bei Fragen zur Ernährung nicht gestillter Kinder sowie Veränderungen der Brust in der Stillzeit zur Verfügung.

Eine neue Lebenssituation

Schwangerschaft

Ein Baby bedeutet eine neue Lebenssituation

Sobald ein Baby geboren wurde, ändern sich alle Beziehungen in der Familie. Besonders ausgeprägt ist dies beim ersten Kind. Mann und Frau werden zu Vater und Mutter, aus dem Paar wird eine Familie. Sind bereits ältere Geschwister da, müssen die sich an das jüngste Familienmitglied gewöhnen und ihre eigene Rolle finden. Das Verhältnis zu den eigenen Eltern ändert sich.

Auch frischgebackene Grosseltern müssen in ihre Rolle hineinwachsen. Jeder muss sich im neuen Beziehungsgeflecht zurechtfinden. Das ist spannend, birgt aber auch Reibungspunkte und Konfliktpotenzial.

Die Hormonumstellung des Körpers

In den sechs Wochen nach der Geburt durchläuft eine Mutter enorme Veränderungen. Im Wochenbett produziert der Körper andere Hormone als in der Schwangerschaft. Einerseits beeinflussen diese Hormone die Gefühle zu Kind und Partner sowie die Milchproduktion.

Die Hormonumstellung kann zu einem Wechselbad der Gefühle führen und macht den Schlaf oberflächlicher. Dies auch, um das Kind nachts besser wahrzunehmen.

Stimmungsschwankungen, Müdigkeit und Erschöpfung

Eine Geburt bedeutet für den Körper und die Psyche der Frau eine enorme Anpassungsleistung. Viele Frauen erleben die Geburt als Grenzerfahrung, die sowohl auf körperlicher, als auch auf emotionaler Ebene erst einmal verarbeitet werden muss. Das ist wichtig, ansonsten kann aus der körperlichen Erschöpfung schnell eine seelische Talfahrt werden.

Rückbildung

Während der Schwangerschaft werden die Muskeln der gesamten Bauchregion gedehnt. Für viele Frauen ist es eine grosse Enttäuschung, wenn sich die Form des Bauches nur allmählich wieder normalisiert. Der Körper sorgt selbst dafür, dass die Rückbildung eingeleitet wird. Ein erster Schritt zur Rückbildung wird durch die Hormonumstellung eingeleitet. Zusätzlich dienen die Nachwehen, die nicht von allen Frauen gleich stark empfunden werden, der Rückbildung.

Mit dem entsprechenden Training, vor allem Rückbildungsgymnastik, kehrt die alte Figur bald wieder zurück. Wichtig sind die vorsichtige Straffung der Bauchmuskeln und die Stärkung des Beckenbodens. Schon vier Wochen nach der Geburt kann behutsam mit den ersten Übungen begonnen werden.
Durch die neu gewonnenen Platzverhältnisse braucht die Verdauung einige Tage, bis sie wieder richtig in Gang kommt. Es ist sinnvoll, sich genügend zu bewegen, viel zu trinken und die Darmtätigkeit eventuell mit Leinsamen oder Dörrfrüchten zu unterstützen. Vermehrtes Schwitzen im Wochenbett ist normal und auch hormonell bedingt. Normalerweise spricht nichts dagegen, schon kurz nach der Geburt aufzustehen und herumzulaufen. Alle Körperfunktionen, wie die von Blase und Darm normalisieren sich dann rascher und der Kreislauf kommt besser in Schwung. 


Ambulante Nachbetreuung im KSGR

Wichtig sind die Hebammen nicht nur vor und während, sondern auch nach der Geburt. Sie wissen alles über das Stillen, die Neugeborenen-Pflege und darüber was junge Mütter im Wochenbett brauchen. Nach der Geburt haben Mütter bis zu zehn Besuche durch eine nachbetreuende Hebamme zu gute. Nicht nur das neugeborene Baby wird in regelmässigen Abständen nach der Geburt gründlich untersucht. Auch für die Mutter steht eine frauenärztliche Nachuntersuchung am Ende des Wochenbetts auf dem Plan.


Infoabend «Gebären und geboren werden»

Jeden 1. Mittwoch im Monat findet in der Frauenklinik Fontana unser Informationsabend für werdende Eltern statt. Hier erfahren Sie alles rund um das Thema Geburt und Wochenbett und können unsere Station besichtigen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Gebären und geboren werden (PDF)

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Carolin Blume
Ansprechpartner

Dr. med.
Carolin Blume

Chefärztin Geburtshilfe und Stv. Departementsleiterin

Tel.+41 81 254 82 35 (Stillambulatorium, für Terminvereinbarungen)

Fax.+41 81 254 84 10

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