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Gesundheit
28.  Feb 2018

Ein gereizter Darm ist nicht gleich Reizdarm

Reizdarm: Ein Thema, das viele Menschen betrifft, über das einige aber nicht gerne sprechen… und dennoch ist es wichtig, dass man Beschwerden im Verdauungstrakt ernst nimmt. Am Mittwoch, 7. März 2018, findet im Hörsaal des Kantonsspitals Graubünden ein öffentlicher Vortrag über chronische Bauchbeschwerden statt.

Unser Darm ist ein leistungsfähiges und sensibles Gebilde. Der Darm spielt eine sehr wichtige Rolle für das Immunsystem. Er beschafft unserem Körper die Energie zum Leben und hat das grösste Nervensystem nach dem Gehirn. Allergien, unser Gewicht und auch unsere Gefühlswelt sind eng mit unserem Bauch verknüpft.

Diverse Ursachen

Geht es unserem Verdauungstrakt nicht gut, bemerken wir das relativ schnell. Bauchkrämpfe, Durchfall, Blähungen, Völlegefühl, Verstopfung oder andere unangenehme Symptome können dabei unterschiedlichste organische wie auch psychische Ursachen haben.

Wann spricht man von einem Reizdarm?

Unter Reizdarm werden viele Beschwerden zusammengefasst, für die Arzt und Patient zunächst keine spezifische Ursache finden. Es kommt vor, dass bei solchen Beschwerden zu früh die Diagnose Reizdarm gestellt wird und somit der Patient mit dem Problem allein gelassen wird.

Einen wirklichen Reizdarm kann man aber nur diagnostizieren, wenn andere Ursachen ausgeschlossen werden können. Für einen Reizdarm müssen zuallererst folgende Kriterien erfüllt sein:

• Bauch- oder Darmbeschwerden an mindestens drei Tagen pro Monat in den letzten drei Monaten.
• Besserung nach dem Stuhlgang
• Änderung der Stuhlfrequenz
• Änderung der Stuhlkonsistenz

Selbst wenn einige dieser Kriterien zutreffen, müssen vorher Untersuchungen fachgerecht durchgeführt werden, um andere organische Ursachen auszuschliessen. Die notwendigen Untersuchungen beinhalten Bluttests, Stuhluntersuchungen, Darm- und Magenspiegelungen, Ultraschalluntersuchungen des Bauches und bei Frauen eine gründliche gynäkologische Untersuchung inklusive Ultraschall.

Ein Reizdarm ist ungefährlich – aber mühsam

Durch diese Untersuchungen können potenziell gefährliche Ursachen für die Magen-Darm-Beschwerden entdeckt oder aber ausgeschlossen werden. Manchmal findet man im Verlauf der wiederholten Abklärungen eine konkrete Ursache und der sog. Reizdarm ist beispielsweise auf eine Nahrungsunverträglichkeit wie Lactose- oder Fructose-Unverträglichkeit oder auf eine Endometriose zurückzuführen – und somit behandelbar und kein eigentlicher „Reizdarm“. Ein diagnostizierter Reizdarm ist keine gefährliche Erkrankung – wenn die Diagnose wirklich sicher ist, lässt es sich damit auch gut leben.


TV Südostschweiz zeigt am Mittwoch, 28. Februar 2018 um 18:30 Uhr die Sendung "Uf Visita" zum Thema Reizdarm. Den Beitrag finden Sie anschliessend auf unserem YouTube-Kanal.

Informationen zur öffentlichen Veranstaltungen am 7. März 2018 finden Sie unter Chronische Bauchbeschwerden.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter www.ksgr.ch/gastroenterologie.

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