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Gesundheit
05.  Okt 2018

Unser wichtigstes Lebenselixier

Wenn eine Flüssigkeit den Namen Lebenselixier verdient, dann unser Blut. Ohne Blut läuft nichts in unserem Körper. Es versorgt unseren Körper mit lebenswichtigen Stoffen, Nahrung und Energie, bekämpft Krankheitserreger, schützt vor Infektionen und schliesst Wunden. Blut kann bis heute nicht künstlich hergestellt werden. Unser Körper stellt es zwar selbst her, bei grossem Blutverlust ist er jedoch auf Fremdblut angewiesen. Das Blutspendezentrum im Kantonsspital Graubünden (KSGR) ist zuständig für alle Blutspenden in Graubünden und Glarus.

In der Region gibt es mehrere Blutspendezentren. Das grösste ist in Chur. Weitere gibt es in Ilanz und Glarus. Ausserdem finden regelmässig mobile Blutspendeaktionen in Zusammenarbeit mit den Samaritervereinen der Gemeinden statt. Auf der Website www.blutspende-gr.ch ist ersichtlich wann und wo die nächsten Blutspende-Aktionen stattfinden.

Was ist Blut?

Unser Blut besteht aus roten Blutkörperchen, weissen Blutkörperchen, Blutplättchen und Plasma. Jeder Bestandteil hat unterschiedliche Funktionen. Die roten Blutkörperchen transportieren Sauerstoff. Die weissen wehren Krankheitserreger ab und beseitigen abgestorbene Zellen. Die Blutplättchen sorgen für die Blutgerinnung und damit für das Schliessen von Wunden. Das Plasma ist die Blutflüssigkeit, in dem sich alle Bestandteile bewegen. Es enthält wichtige Nährstoffe und ist beteiligt an der Blutgerinnung sowie der Infektabwehr.

Wer darf spenden?

Blutspenden

Blut spenden darf jeder, der 18 Jahre alt, gesund und mindestens 50 Kilo schwer ist. Herren dürfen vier Mal pro Jahr spenden, Damen drei Mal. Das Maximalalter für Erstspender ist 60 Jahre. Bei jeder Spende werden rund 4.5 Deziliter Blut entnommen. Nach der Spende beginnt der Körper sofort mit der Produktion von neuem Blut. Nach ungefähr einer bis zwei Wochen ist der Blutstand im Körper wieder so wie vor der Spende.

Für die erste Spende meldet man sich an und wird zu einem Termin eingeladen. Dort wird einem das ganze Prozedere ausführlich erklärt. Man sollte ungefähr eine Stunde Zeit bei der ersten Spende mitbringen. Einige der Erstspender sind etwas nervös. «Im Verlauf des Einführungsgesprächs verfliegt die Nervosität aber meist», erklärt Sonja Heer. Vor der Spende wird anhand einer kleinen Probe untersucht, ob das Spenderblut in Ordnung ist und weiterverwendet werden kann. Vom Moment der Spende vergehen mindestens 24 Stunden, bis das Blut zur Transfusion bereit ist.

Aufteilung und Verabreichung nach Bedarf

Nach der Blutspende wird das Blut in seine einzelnen Bestandteile aufgeteilt. Früher wurde Vollblut mit all seinen Bestandteilen verabreicht. Heute kann man genau den spezifischen Bestandteil verwenden, den der Patient aktuell am meisten braucht. Das ist je nach Fall unterschiedlich. Die einzelnen Bestandteile des Blutes sind eine gewisse Zeit lang haltbar. «Die roten Blutkörperchen sind sechs bis sieben Wochen haltbar. Die Blutplättchen nur ungefähr eine Woche. Das Plasma kann man einfrieren und dann ist es zwei Jahre haltbar.»

Spendenmenge saisonal unterschiedlich

Die Blutspende-Menge ist saisonal unterschiedlich. Vor allem im Sommer ist die Menge niedriger, da die Möglichkeit zur Blutspende nach Ferien im Ausland eingeschränkt ist. Auch während der Grippesaison kann weniger Blut gespendet werden, da nur gesunde Menschen spenden dürfen. Die Bündner sind sehr spendefreudig. Insofern kommt es nur selten zu Engpässen. Dennoch ist das Blutspendezentrum stetig auf der Suche nach neuen Spendern.

Der Bedarf ist stetig gross

Um den täglichen Bedarf an Bluttransfusionen in der Schweiz sicherstellen zu können, braucht es schweizweit pro Tag 800 bis 900 Spenden. Das Blutspendezentrum Graubünden ist das kleinste in der Schweiz. «Wir erhalten pro Jahr ungefähr 8‘000 Spenden. Wir haben aber auch einen kleineren Bedarf als beispielsweise Spitäler in Zürich oder Bern, da dort auch Transplantationen durchgeführt werden, was in Chur nicht der Fall ist», erklärt Sonja Heer, Geschäftsleiterin Blutspende Graubünden. Das Blutspendezentrum Chur liefert, je nach Möglichkeit, ungefähr einmal pro Monat Blutkonserven an andere Spitäler. «Priorität hat aber natürlich unser eigener Bedarf.» Das Blut, das in Graubünden und Glarus gespendet wird, wird auch hauptsächlich in dieser Region verwendet. Alles gespendete Blut bleibt aber in der Schweiz.

Planen lässt sich der Bedarf an Blut nur bedingt. «Man weiss nie, ob ein Notfall eintritt, der viel Blut braucht oder ob bei einer Operation mehr Blutkonserven benötigt werden als vorgesehen. Entsprechend müssen wir dann allenfalls auch kurzfristig unsere Spender anschreiben und sie fragen, ob sie für eine Spende vorbeikommen könnten.»

Es zeigt sich, dass die Blutspendesituation in Graubünden und der Schweiz relativ gut ist. Das hängt aber sehr stark von der Spendefreudigkeit der Bevölkerung ab. Wer gesund ist und genügend Blut hat, kann mit einer Spende seines Lebenselixiers dazu beitragen Leben zu retten.


Weitere Informationen zum Blutspendezentrum SRK Graubünden finden Sie unter www.blutspende-gr.ch.

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Sonja Heer
Ansprechpartner

Sonja Heer

Geschäftsleiterin Blutspendedienst SRK Graubünden

Tel.+41 81 353 15 54

Fax.+41 81 353 12 80

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