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Aus dem Spital
02.  Aug 2018

21'000 Bettenreinigungen pro Jahr

Lilian Gustin ist Teamleiterin Bettenzentrale aller drei Standorte des Kantonsspitals Graubünden (KSGR). Sie ist ausgebildete Fachfrau Hauswirtschaft. Gemeinsam mit ihrem Team sorgt sie dafür, dass tagtäglich saubere, frische und intakte Betten für die Patienten des KSGR zur Verfügung stehen. Im KSGR-Blog erzählt sie von ihrer Arbeit.

Bett wird frisch mit neuer Bettwäsche bezogen.

Ein Bett wird von zwei Hauswirtschafterinnen mit frischer Bettwäsche bezogen.

Was macht die Bettenzentrale des KSGR?
Gustin: «Wir bereiten alle Betten auf, die im KSGR gebraucht wurden. Sie werden uns vom Room-Service in die Bettenzentrale gebracht. Wir ziehen dann die Bettwäsche ab, kontrollieren Decken und Kissen und alle Funktionen des Bettes, reinigen die Betten, desinfizieren sie und bereiten sie wieder für den Einsatz vor.»

Was passiert, wenn Sie feststellen, dass ein Bett defekt ist?
«Vor knapp zwei Jahren wurden neue Betten angeschafft. Im Moment kommt ein Servicetechniker einmal pro Woche vorbei und repariert, was es zu reparieren gibt.»

Wie viele Betten gibt es im KSGR?
«Am Hauptstandort haben wir 344, im Fontana sind es 97 und im Kreuzspital 75. Das sind alles Erwachsenenbetten. Dazu kommen dann noch die Kinderbetten in zwei verschiedenen Grössen.»

Und die kommen alle zu Ihnen und Ihrem Team?
«Ja genau. Wir haben eine zentrale Stelle an jedem Standort, die sich um alle Betten kümmert. Wir bearbeiten pro Jahr rund 21'000 Betten.»

Wie lange steht ein Bett im Schnitt bei Ihnen, bis es wieder frisch und einsatzbereit ist?
«Für ein Bett brauchen wir ungefähr 20 Minuten. Wir ziehen die alte Bettwäsche ab, desinfizieren das Bett, beziehen es frisch und stellen es im sogenannten 'Bettenbahnhof' bereit.»

Haben sie denn immer genügend Betten bereit?
«Ja. Da haben wir keine Probleme. In den Wintermonaten ist es manchmal etwas stressig und man muss sich in der Bettenzentrale zwischen den Betten durchkämpfen. Das haben wir aber noch immer geschafft.»

Da müssen Sie sehr effizient sein.
«Ja, wir sind ein tolles Team. Ich habe auch schon gehört, dass Leute im KSGR der Meinung sind, wir hätten eine Art Waschstrasse bei uns. Dem ist aber keinesfalls so. Jedes Bett wird von Hand abgezogen, wischdesinfiziert und neu bezogen. Wir haben eine Hebebühne für die Betten, damit wir besser an die unteren Stellen kommen.»

Bettenreinigung und Desinfektion - auch von unten muss das Bett gereinigt werden. Dazu kommt es auf eine Hebebühne.

Eine Hauswirtschafterin reinigt das auf der Hebebühne stehende Bett von unten.

Haben Sie ein bestimmtes Reinigungssystem?
«Wir haben seit einigen Monaten ein neues System – die differenzierte Bettenreinigung. Früher wurden die Betten alle gleich gereinigt, egal wie lange sie im Einsatz waren. Heute haben wir drei Stufen und die darauf angepassten Reinigungsintensitäten. War beispielsweise ein Bett nur vier Tage im Einsatz, wird eine Kurzreinigung durchgeführt, bei der nur die Kontaktpunkte desinfiziert werden.»

Was beinhaltet die Kurzreinigung?
«Bei der Kurzreinigung werden alle Flächen und Objekte gereinigt und desinfiziert, mit denen der Patient Kontakt hatte: Infusionsstangen, Seitengitter, Kopf- und Fussteil, Patientenbedienung sowie die Matratze. »

Machen Sie auch die Wäsche?
«Nein. Die schmutzige Wäsche wird von der Zentralwäscherei gewaschen. Die holen täglich mindestens zwei grosse Gitterwagen mit schmutziger Wäsche in der Bettenzentrale ab. Wäsche und Bettinhalt sind übrigens nicht Eigentum des KSGR, sondern werden gemietet. »

Sind Betten in einem Spital stärker verschmutzt als andernorts?
«Sagen wir es so: Anders als im Hotel bleiben die Patienten für längere Zeit im Bett. Da kommt es schon vor, dass die Betten stärker verschmutzt sind und, dass wir Blutflecken oder andere starke Verschmutzungen haben. Die sind aber eher selten. Der Grossteil der Betten im Spital ist normal verschmutzt. Zum Beispiel mit Kaffeeflecken und Brotkrümeln vom Frühstück im Bett. »

Bettenparkplatz, Bettenbahnhof - hier werden die Betten für die Stationen bereitgestellt

Nach der fertigen Reinigung werden die Betten im "Bettenbahnhof" abgestellt.
Hier kann sich die Station ihre benötigten Betten selber abholen.

Finden Sie manchmal auch verlorengegangene Dinge wie Ohrringe oder ähnliches in den Betten?
«Wir haben schon alles möglich gefunden. Oft finden wir Socken oder Unterwäsche, Pyjamas oder Taschentücher. Wir haben aber auch schon Hörgeräte, Kopfhörer oder sogar ein Gebiss gefunden. Geld haben wir leider noch nie gefunden (lacht). Wir melden der Station, von der das Bett gekommen ist, wenn etwas Wichtiges aufgetaucht ist. Auf der Station weiss man dann auch, wer in dem Bett gelegen hat und kann mit der Person Kontakt aufnehmen. »

Sie sind also nicht nur Bettenzentrale, sondern auch Fundbüro?
«Wir sind so einiges (lacht). Das Team ist super. Wir haben eine tolle Stimmung und die Arbeit macht Freude. Wir arbeiten hart in der Bettenzentrale. Das sieht man draussen nicht unbedingt. Wir freuen uns über jeden Besuch und jedes Winken oder einen Gruss der Leute im KSGR beim Vorbeilaufen an der Bettenzentrale. Das zeigt uns auch, dass unsere Arbeit geschätzt wird. »

Weitere Informationen finden Sie innerhalb der Abteilung Hotellerie & Service unter www.ksgr.ch/hotellerie-service.

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Lilian Gustin
Ansprechpartner

Lilian Gustin

Teamleiterin Bettenzentrale

Tel.+41 81 256 79 73

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