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Aus dem Spital
16.  Aug 2018

Die Bettenplanung, -zuteilung und Disposition im KSGR

Vor kurzem wurde hier im Blog des Kantonsspitals Graubünden (KSGR) die Bettenzentrale vorgestellt, die sich um die Reinigung und Aufbereitung aller Betten im KSGR kümmert. Für die Zu- und Einteilung der Betten ist die Bettendispo zuständig. Sie ist dezentral organisiert und sorgt dafür, dass jeder Patient, der ins KSGR eintritt zum richtigen Zeitpunkt ein Spitalbett am richtigen Ort hat. Die Bettendispo-Profis von Chirurgie, Medizin und Frauenklinik erklären, worin ihre Aufgaben bestehen und was die grössten Herausforderungen sind.

Die Bettendispo koordiniert und plant alle Betten im KSGR. Marlies Kuenz Heeb ist Leiterin Pflege in der Chirurgie des KSGR. Zusätzlich ist sie zuständig für die OP-Planung und das damit verbundene Patientenaufgebot. Sie weiss ganz genau, wann wer in die Chirurgie eintreten wird und kann dementsprechend auch die Bettenzuteilung planen. Diese Aufgabe hat für sie einen zusätzlichen Mehrwert: «Für mich ist die Bettendispo auch ein Führungsinstrument. Ich sehe, wer eintreten wird, wie komplex die Patienten sind und kann so auch etwas steuern, wie und wo das Pflegepersonal wie viel zu tun hat.» Die Bettendispo erlaubt es Kuenz Heeb, eine Abschätzung des Pflegeaufwandes zu machen.

Abteilungen funktionieren unterschiedlich

Bettendispositions-Team trifft sich zum Rapport

Rapport der Bettendisposition

Die Bettendispo im KSGR ist dezentral organisiert. Das ergibt durchaus Sinn, erklärt Kuenz Heeb: «Die Departemente haben unterschiedliche organisatorische Abläufe und Prozesse. Die Auslastung variiert stark.» Das bestätigt auch Andrea Franz, die Verantwortliche für die Bettendispo in der Medizin des KSGR. «Wir sind das ganze Jahr über relativ hoch ausgelastet. In der Chirurgie gibt es grössere Schwankungen. Dort haben sie im Winter enorm viele Fälle, dafür dann auch etwas ruhigere Zeiten.» In der Frauenklinik kommen zusätzlich die Geburten hinzu. «Die lassen sich nur bedingt planen. Kinder kommen auf die Welt, wenn sie auf die Welt kommen wollen» weiss Barbara Ryffel, die im Standort Fontana für die Bettendispo zuständig ist. Andere Spitäler haben die Bettendispo zentral organisiert. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Eine zentrale Organisation hat den Vorteil, dass der Gesamtüberblick an einem Ort gewährleistet ist. Dafür fehlt die Nähe zu den einzelnen Departementen, was Einfluss auf die Flexibilität hat. Aufgrund der drei Standorte des KSGR ist die dezentrale Organisation die momentan beste Lösung für Chur.

Wichtig ist der Überblick

Ein Ziel haben alle drei gemeinsam: Dass die Auslastung auf allen Stationen möglichst ausgeglichen ist. Grundsätzlich werden Patienten auf der Station eingeplant, auf der sie behandelt werden. Manchmal muss man ausweichen können. Das ist kein Problem, da das Pflegepersonal überall kompetent und in der Einsatzplanung sehr flexibel ist. Dennoch muss man den Überblick behalten. Man muss wissen, wie viele Patienten ankommen, wo man sie unterbringen kann und wo es mehr Platz braucht. Natürlich stehen dabei immer das Wohl und die Genesung der Patienten im Vordergrund. Das KSGR ist ein Zentrumsspital und hat den Auftrag alle Patienten zu behandeln. Es darf niemand abgewiesen werden.

Eintritte planen und nötigenfalls verschieben

In der Planung braucht es etwas Geschick. Es sollten nicht alle komplexen Fälle mit entsprechend grossem Pflegeaufwand auf der gleichen Station eingeteilt werden. In Ausnahmefällen, wenn wirklich viel los ist, kann es vorkommen, dass ein regulärer Eintritt verschoben werden muss. Dann nimmt das KSGR mit dem Patienten Kontakt auf und versucht den Termin zu schieben. «Wir erwähnen im Aufgebotsschreiben entsprechend auch, dass es allenfalls zu Terminverschiebungen kommen könnte. Das ist aber wirklich selten der Fall.» Manchmal muss man auch einfach ein Zusatzbett in ein Zimmer stellen.

Frühere Entlassung oder Verlegung

Marlies Kuenz Heeb ist am Morgen beim Rapport mit den Ärzten dabei. Es gibt Zeiten, wo die Auslastung in der Chirurgie sehr hoch ist. «Dann kann ich das am Rapport auch mit einbringen und wir überlegen uns, ob allenfalls Patienten bereits etwas früher entlassen werden können.» Eine andere Möglichkeit ist es, dass Patienten regionalisiert werden. Das heisst, dass sie in ein Spital oder eine Klinik in der Nähe ihres Heimatorts verlegt werden und dann dort fertig genesen. So könnte beispielsweise ein Patient aus dem Prättigau vom KSGR ins Spital Schiers verlegt werden. Allenfalls ist auch der Sozialdienst gefordert, damit Rehabilitationen früher geplant werden können.

Gute Zusammenarbeit der Departemente…

Bettendispositions-Team trifft sich zum Rapport

Das Bettendispositions-Team trifft sich zum Rapport.

Der Aufwand pro Woche beträgt ungefähr einen Arbeitstag. «Das ist aber natürlich auch sehr von den Notfällen abhängig. Im Winter haben wir auf der Chirurgie viele Notfälle. Dann braucht die Planung auch entsprechend mehr Zeit. Da kommt es also schon vor, dass wir am Morgen nur noch zwei freie Betten haben.» Bei Engpässen tauschen sich die Bettendispos mit anderen Departementen aus und klären ob es dort Platz hat und man Patienten dort unterbringen könnte. Die Zusammenarbeit funktioniert sehr gut. Man hilft sich gegenseitig aus. Das zeigt sich auch in der Nacht und am Wochenende: «Für Notfälle in der Nacht und am Wochenende wird die Planung von der Pflege auf der Bettenstation gemacht.»

…und der Bettenzentrale

Auch die Zusammenarbeit mit der Bettenzentrale funktioniert gut. «Wir sind darauf angewiesen, dass wir rasch saubere Betten zur Verfügung haben. Allenfalls kommt es im Winter vor, dass die Bettenzentrale nicht nachkommt mit der Reinigung der Betten. Dann sprechen wir uns ab und schauen, ob eine Sonderschicht möglich ist.» Die Bettendispo muss aber keine Betten bestellen. «Die Bettenzentrale funktioniert tip top und wir wissen, dass wir regelmässig frische Betten zur Verfügung haben,» ergänzt Kuenz Heeb.

Bestmöglicher Service – im Rahmen der Möglichkeiten

Die Planung, Zuteilung und Disposition der Betten in einem Spital ist nicht einfach und gleichzeitig enorm wichtig. Die Bettendispo setzt alles daran, einen guten Service bieten zu können. Im Idealfall kann man versuchen die Zimmerbelegung so zu gestalten, dass bezüglich Jahrgang der Patienten nicht allzu grosse Unterschiede entstehen. «Das ist aber wirklich nur möglich, wenn man etwas Spielraum hat. Da bitten wir die Patienten auch um Verständnis. Wir geben unser Bestes – oberste Priorität hat aber immer, dass wir alle Patienten unterbringen können und sie eine optimale Betreuung erhalten,» schliesst Kuenz Heeb.


Weitere Informationen zur Pflege der Chirurgie finden Sie unter www.ksgr.ch/pflege-chirurgie.

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Marlies Kuenz Heeb
Ansprechpartner

Marlies Kuenz Heeb

Pflegeleiterin Chirurgie

Tel.+41 81 256 62 09

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