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Aus dem Spital
15.  Jan 2020

KSGR fördert Innovationen – und das mit Akkreditierung des Bundes

Eine Notfallsituation bringt enorme Herausforderungen mit sich. Ein Pilot beispielsweise übt solche Situationen in einem Flugsimulator. Auch in der Medizin werden Simulationen genutzt, um Extremsituationen und Notfälle zu üben und so die Patientensicherheit zu erhöhen. Aktuell beteiligt sich das Kantonsspital Graubünden (KSGR) im Rahmen eines Innosuisse-Projektes an einer Studie zur Automatisierung und somit Vereinfachung solcher Übungen. Angestossen durch dieses Projekt hat das KSGR kürzlich die Akkreditierung von Innosuisse als Forschungspartner erlangt.

Im Simulationstraining am KSGR wird mit sogenannten Phantomen gearbeitet.

Innosuisse, die Schweizerische Agentur für Innovationsförderung, unterstützt wirtschaftsbasierte Innovationsprojekte zwischen Unternehmen und Forschungspartnern. Das KSGR, das sich an vielen Forschungsprojekten beteiligt, ist seit Herbst 2019 von Innosuisse akkreditiert und damit auch vom Bund als förderungswürdig anerkannt.

Wie kam es dazu?
Alles begann bei einem Abendessen während einer Konferenz, bei dem Dr. med. Helge Junge, stellvertretender Chefarzt für Anästhesie und Leiter des Simulationszentrums am KSGR, und der Mitgründer der neosim AG, Dr. Josef Brunner, ins Gespräch kamen. Die neosim AG ist ein in Chur ansässiges Start-up, das sich auf die Entwicklung und den Vertrieb von autonomen Patientensimulatoren, sogenannten Phantomen, spezialisiert hat. Nach einigen Worten auf Englisch bemerkten die beiden rasch, dass sie aus Chur kommen und Deutsch miteinander sprechen können. Bei dieser einen Gemeinsamkeit blieb es aber nicht: Die neosim AG und das KSGR fingen an, zusammenzuarbeiten; seit Kurzem auch an einem von Innosuisse unterstützten Projekt.

Blick aus dem Kontrollraum des Simulationszentrums am KSGR

Blick aus dem Kontrollraum des Simulationszentrums am KSGR.

Das Projekt
Damit sich medizinisches Personal weiterbilden und insbesondere Notfallsituationen üben kann, wird mit Simulationen gearbeitet. Während diesen werden die Teilnehmenden im Trainingszentrum mit herausfordernden Situationen konfrontiert, in denen sie die Phantome richtig behandeln müssen. Dabei werden die Sequenzen von Experten begleitet, aufgezeichnet und anschliessend ausgewertet – ein aufwendiger Prozess. Die neosim AG arbeitet nun an einem autonomen Simulator, an dem Mitarbeitende selbstständig lernen können. Dies vereinfacht die Organisation und führt zu Kosteneinsparungen. Um zu prüfen, ob der Simulator funktioniert und anwendbar ist und um zu eruieren, wie er verbessert werden kann, hat die neosim AG das KSGR als Forschungspartner angefragt.

Keine Teilnahme ohne Akkreditierung
Das Interesse des KSGR an der Zusammenarbeit mit dem Churer Start-up war da. Für das Projekt forderte Innosuisse vom Forschungspartner allerdings eine entsprechende Akkreditierung. Dies erfordert, dass eine lange Liste an Voraussetzungen hinsichtlich Qualifikationen, Organisation und Prozesse erfüllt wird. Obwohl das KSGR diese Anforderungen bereits erfüllte, mussten die einzelnen Punkte zusammengetragen, dokumentiert und eingereicht werden – ein langer Prozess. «Es freut uns sehr, dass wir die vom Simulationstraining initiierte Akkreditierung nach eineinhalb Jahren Arbeit für das KSGR erhalten», freut sich Junge.

Langfristiger Nutzen
Während die Akkreditierung im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit der neosim AG beantragt wurde, gilt sie nun für das gesamte Spital. Dies ermöglicht die Teilnahme an Innosuisse-Projekten im ganzen Forschungsspektrum des KSGR, von Chirurgie über innere Medizin bis hin zu eben den Simulationen.

Weitere Informationen zum Simulationstraining finden Sie unter www.ksgr.ch/simulationstraining

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Ansprechpartner

Dr. med. 
Helge Junge

Stv. Chefarzt Anästhesie, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst, Leiter Simulationstraining

Tel.+41 81 256 61 11

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